Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Kleingeredete Gefahren des linken und islamischen Antisemitismus“ – „Gedenkrede in Baden-Baden“
Baden-Baden, 11.11.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Vor Gedenkrede in Baden-Baden – Scharfe Kritik aus Israel – «Herr Blume hat sich seit Jahren antisemitisch geäußert» – Benjamin Weinthal: «Linker und islamischer Antisemitismus gefährlicher».
«Vollendet ward in uns‘rer Stadt ein Tempel; / Er trägt der Würde schlichten Adelsstempel, / Und deutsche Gottesfurcht hat ihn erbaut, / Kein fremder Stamm, der noch gen Zion schaut; / Denn, sind verschieden auch die äußern Formen, / Das Gute hat doch stets dieselben Normen; / Des Herzens Religion die wahre ist ! / Des Herzens Ton wird stets zum Himmel dringen, / Ob deutsch, latein, ob wir hebräisch singen ! / Ob Kirche, Synagoge oder Dom -»
Diese Strophen eines Gedichts der jüdischen Heimatdichterin Anna Michaelis zur Einweihung der Baden-Badener Synagoge, erschienen am 17. August 1899 im Badener Tagblatt. Die Stadt Baden-Baden hatte zehn Jahre vorher die Gründung einer israelitischen Religionsgemeinschaft genehmigt und einen städtischen Beitrag von 4.000 Reichsmark zum Neubau der Synagoge gewährt.
1938 brannten die Nazis dann die Baden-Badener Synagoge unter dem Beifall vieler Bürger nieder. Die in unserer Stadt lebenden Juden wurden in demütigender Weise durch die Stadt getrieben, verhöhnt, geschlagen und später zur Vernichtung nach Gurs, Buchenwald und Auschwitz deportiert.
Selbst im nur halb-demokratischen und autoritären Kaiserreich fand die Stadt Baden-Baden einen Platz zum Neubau einer Synagoge und griff ihren jüdischen Mitbürgern sogar bei deren Bau finanziell unter die Arme. 120 Jahre später – in einer Zeit, in der vom Bundespräsidenten herunter bis zum unbedeutendsten Lokalpolitiker ständig von Inklusion, Toleranz, Multikulturalität, Frieden, Dialog der Religionen und dem entschiedenen Kampf gegen Antisemitismus geredet wird – ist unsere Stadt aber seit vielen Jahren anscheinend nicht in der Lage, ihren jüdischen Mitbürgern bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Neubau der Synagoge, welche unsere Großväter damals in ihrem Hass niedergebrannt haben, tatkräftig zu helfen. Das ist nur noch TRAURIG und BESCHÄMEND!
Ich würde mir wünschen, dass Oberbürgermeister Späth und der Antisemit (oh sorry, es heißt natürlich Antisemitismusbeauftragte) Michael Blume bei der anstehenden Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen 1938 auch auf die von mir in diesem Leserbrief aufgeworfenen Fragen und die von unserer Bundesregierung kleingeredeten Gefahren des linken und islamischen Antisemitismus eingehen.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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