Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Kritik an OB-Kandidat Dietmar Späth wegen Donut-Aktion vor Baden-Badener Schule – „Moralisch verwerfliches Verhalten“

Baden-Baden, 24.03.2022, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Sophia Zimmer.

Gestern Morgen wurden Grundschulkinder vom Wahlkampfteam des Bürgermeister-Kandidaten Dietmar Späth vor Unterrichtsbeginn vor dem Schulgelände (öffentlicher Gehweg) mit Donuts und Flyern beschenkt.

Einige Eltern waren über die Situation empört, konnten aber, nachdem sie ihre Kinder abgegeben hatten, das Team nicht mehr darauf ansprechen, weil es bis dahin schon abgebaut hatte. Dabei gab es Situationen, dass eine Drittklässlerin im Beisein ihrer Mutter angesprochen wurde (während die Mutter unbeachtet blieb) und man ihr Flyer und Donuts andrehen wollte. Ebenso gab es Kinder, die sich an die Vorgaben der Eltern, nichts von Fremden anzunehmen, hielten und ihnen dennoch etwas in die Hand / in den Schulranzen gedrückt wurde.

Sicherlich handelt es sich keineswegs um justiziables Verhalten, doch aber um moralisch sehr verwerfliches. Zum einen bringen wir unseren Kindern bei, nichts von Fremden anzunehmen. Mit so einer Köder-Aktion werden die Kinder in einen Zwiespalt gedrängt. Ebenfalls legt die Schule korrekterweise Wert auf gesundes Frühstück. Da kann man sich noch so viel Mühe geben, wenn dem Kind dann vor der Schule so etwas angeboten/angedreht wird.

 

Herr Späth wurde direkt von Eltern angeschrieben, eine Mail davon sowie die Antwort von Herrn Späth, liegen mir vor. In seiner Antwort entschuldigt sich Herr Späth für die undurchdachte Aktion und rechtfertigte die Idee damit, dass das Ziel eigentlich die Gymnasiasten, also die Jung-Wähler, gewesen sein. Als aber die Grundschüler mit angeblich glücklichen Augen vor dem Team gestanden hätte, hätte man sie nicht enttäuschen wollen. Das passt nicht zu dem aufdringlichen Verhalten, das gestern erlebt wurde.

Wie auch immer, meiner Meinung nach ist das eine Aktion, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte, insbesondere im Anbetracht der anstehenden Wahlen am kommenden Sonntag. Wollen wir einen Bürgermeister, der (kleine) Kinder in ausgesprochen unangebrachten Situationen ködert?

Sophia Zimmer
Elternvertreterin und Mutter einer Erstklässlerin
Baden-Baden


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