Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Kritik an Rastatter AfD-Stadtrat – „Verbindungen zu rechtsextremen Personen innerhalb der AfD“
Baden-Baden, 28.08.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Jan Storbeck Stellung zu dem goodnews4-Bericht Rastatter AfD-Stadtrat Helber kritisiert «Sozialdemokraten» – «Verbotsfantasien, Verfolgung Andersdenkender, Diffamierung, Hass und Hetze».
Der Rastatter AfD-Stadtrat Philipp Helber inszeniert sich in Presse und Social Media gerne als bürgerlicher Politiker und von den anderen Parteien verfolgter Vorzeigedemokrat. Der SPD wirft er «Verbotsphantasien, Verfolgung Andersdenkender, Diffamierung, Hass und Hetze» vor und stellt «Fragen zum Demokratieverständnis der SPD». Aber schauen wir uns mal die Aktivitäten des Herrn Helber und sein dabei durchscheinendes eigenes Demokratieverständnis genauer an:
2016 plante Helber trotz Warnungen der Polizei in Rastatt die Gründung einer Interessengemeinschaft, die sich als Bürgerhilfe und Begleitdienst für Frauen verstand. Aktivisten sollten in der von ihm geplanten «Bürgerwehr» abends Streife laufen. 2024 nahm Helber in Rastatt die Gründung einer Ortsgruppe der schon damals vom Verfassungsschutz als «gesichert rechtsextrem» eingestuften Jungen Alternative in Angriff. Beim Auftakttreffen zur Gründung der Ortsgruppe in Rastatt sieht man Philipp Helber in fröhlicher Eintracht zusammen mit den AfD-Politikern Severin Köhler und Dirk Spaniel. Das damalige JA-Vorstandsmitglied Köhler fiel bereits vor 2024 durch intensive Kontakte in die rechtsextreme Szene auf: Er befürwortete eine Zusammenarbeit der AfD mit der völkischen und rechtsextremen Identitären Bewegung und pflegte Kontakte zum rechten Vordenker Götz Kubitschek sowie dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner. Der inzwischen aus der AfD ausgetretene Dirk Spaniel war selbst seiner eigenen Parteiführung zu radikal und wurde von ihr wegen gemeinsamen Auftritten mit Personen von der AfD-Unvereinbarkeitsliste scharf kritisiert. Herr Helber hat auch den zur Identitären Bewegung und Reconquista 21 gehörenden Jannis George zu Treffen der AfD nach Rastatt eingeladen und ist gemeinsam mit ihm bei Infoständen der AfD aufgetreten. Auf Social Media sind in einem Beitrag des AfD-Kreisverbandes Baden-Baden/Rastatt auf einem Foto Philipp Helber, Alexander Arpaschi, Jannis George und viele weitere AfD-Mitglieder bei einem Treffen zu sehen. Jannis George wurde 2024 wegen Volksverhetzung und Hausfriedensbruch zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er mit einigen Gleichgesinnten auf das Vordach eines Stuttgarter Freibads geklettert war, dort Pyrotechnik zündete und ausländerfeindliche Parolen grölte.
Herr Helber pflegt auch intensive Kontakte zu den extrem rechten Landesverbänden der AfD in den neuen Bundesländern: So referierte er bei der Politischen Akademie Thüringen der AfD über das Thema «Soziale Medien in der Politik». Der Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber vermutet, dass diese von Roland Hartwig, einem engen Vertrauten des wegen Volksverhetzung verurteilten Björn Höcke, geleitete Kaderschmiede der AfD sich auch in Richtung der völkischen Gedankenwelt von Höcke entwickeln dürfte. Diese engen Verbindungen von Philipp Helber zu rechtsextremen Personen innerhalb der AfD und dem Umfeld der Partei wecken doch erhebliche Zweifel an der demokratischen Gesinnung des Rastatter Gemeinderates.
Jan Storbeck
Baden-Baden
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