Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Leserbrief „Meine Meinung“ – Zur OB-Wahl in Baden-Baden – „Stattdessen unterstützt die CDU mit Frau Wischhusen eine ehemalige FDP-Politikerin aus Bremen“

Baden-Baden, 06.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Christian Schneider Stellung zu dem goodnews4-Bericht OB-Kandidaten spalten Baden-Badener CDU – Sympathien von Manuel Hagel für OB-Kandidat Thomas Jung – «Diesen Termin hatte Cornelia von Loga vermittelt».

Den goodnews gebührt schon jetzt ein Kompliment dafür, dass Sie den OB-Kandidaten umfassend Gelegenheit geben, sich, ihre Inhalte und ihre Motivation vorzustellen. Das ermöglicht es uns Wählern, eine fundierte Wahlentscheidung zu treffen.

Auffällig ist bei alledem, wie sich nun verschiedene politische Parteien im OB-Wahlkampf positionieren.

Fangen wir mal mit der CDU an: Man hätte erwarten können, dass die CDU aus ihren eigenen Reihen oder zumindest ihrem örtlichen Umfeld einen Kandidaten präsentiert. Das ist bekanntlich nicht der Fall, obgleich sich mit den nun selbständig auftretenden Herren Schmidt und Jung zwei Kandidaten bewerben, die man mehr oder weniger dem Umfeld der CDU zurechnen darf. Stattdessen unterstützt die CDU mit Frau Wischhusen eine ehemalige FDP-Politikerin aus Bremen, deren Qualifikation für das Amt des Baden-Badener OBs ganz offenkundig unzureichend ist. Die CDU sollte ihre Entscheidung dafür, diese Kandidatin zu unterstützen, zeitnah erklären. Bislang können wir über die Motivation der CDU nur spekulieren: Entweder ist die örtliche Personaldecke zu dünn oder man sieht keine realistische Erfolgswahrscheinlichkeit. Auch könnte es am politischen Gestaltungswillen mangeln. All dies sollte die CDU so nicht im Raum stehen lassen.

 

Bemerkenswert ist auch, dass die Baden-Badener FDP davon absieht, Frau Wischhusen zu unterstützen, die sogar einmal ihrem Bundesvorstand angehörte. Unklar ist jedoch nach wie vor, aus welchen Gründen sie offenbar erst kürzlich aus der FDP ausgetreten ist. Für uns Wähler, die ja nun gemeinhin die politischen Verhältnisse in Bremen weniger kennen, als Frau Wischhusen dies umgekehrt von der Baden-Badener Szenerie für sich in Anspruch nimmt, wäre es schon wichtig zu wissen, ob hier inhaltliche Themen oder persönlicher Streit ausschlaggebend waren.

Interessant ist, wie sich der Kandidat Arpaschi, der bislang für die AfD im Bundestag sitzt, gegenüber seiner eigenen Partei aufstellt. Er sagt, er lasse seinen Wahlkampf nicht von seiner Partei finanzieren. Zunächst mal hört sich das nobel an. Auch die Website des AfD-Kreisverbands Baden-Baden/Rastatt gibt keine Hinweise auf den OB-Wahlkampf. Ganz offenbar will sich Herr Arpaschi demnach als bürgerlich-konservativer Kandidat darstellen und nicht all die Kritik auf sich ziehen, die man an der AfD üben muss. Lassen wir hier mal alle landes- und bundespolitischen Themen und die Positionen dazu beiseite, ebenso wie die Frage, ob die AfD nun rechtsextrem ist oder nicht. Für die OB-Wahl ist es vielmehr auch entscheidend, ob ein Kandidat in der Lage ist, unterschiedliche Sichten zu integrieren, verschiedene Interessen auszugleichen und unsere Stadt mit Würde hier vor Ort, im In- und im Ausland zu repräsentieren. Da sind bei Herrn Arpaschi Zweifel angebracht: Das Verhalten seiner Bundestags-Fraktionskollegen ist häufig unparlamentarisch und jedenfalls alles andere als bürgerlich. Belegt ist dies z.B. dadurch, dass in der laufenden Legislaturperiode laut Deutschlandfunk etwa zwei Drittel aller Ordnungsrufe auf Mitglieder der AfD-Fraktion entfallen. Selbst wenn Herr Arpaschi keine Ordnungsrufe erhalten hat, hätte er auf seine Fraktionskollegen einwirken müssen, sich parlamentarisch zu verhalten. Wir können hier nur spekulieren: Entweder fehlt ihm in seiner Fraktion die Durchsetzungskraft oder er unterstützt sogar diese Betragens-Defizite. Weder das eine noch das andere würde ihn für das Amt des Baden-Badener Oberbürgermeisters empfehlen.

Christian Schneider
Baden-Baden


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