Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Longevity und arabische Investoren“ bei FBB-OB-Veranstaltung – Zum goodnews4-Artikel „Lencke Wischhusen tritt parteiunabhängig zur Oberbürgermeisterwahl an“
Baden-Baden, 13.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht «Lencke Wischhusen tritt parteiunabhängig zur Oberbürgermeisterwahl an» – Die OB-Kandidatin in Baden-Baden zwischen allen Stühlen.
OB-Kandidatin Lencke Wischhusen setzt nach eigenen Worten auf einen «dialogorientierten Wahlkampf mit starker Präsenz in allen Orts- und Stadtteilen». Dabei präsentiert sie auch einige mehr oder weniger fundierte Ideen für die Zukunft von Baden-Baden. So will Frau Wischhusen beispielsweise (siehe dazu ihren Wahlkampfflyer oder auch www.lencke.de) Baden-Baden zu einem Zentrum für Gesundheitsleistungen und Longevity in Europa mit eigenem Forschungscampus machen. Dafür wären wohl zweistellige Millionenbeträge erforderlich, die unsere mit über 260 Millionen verschuldete Stadt nie aufbringen kann. In einer auf Einladung der Freien Bürger Baden-Baden (FBB) ausgerichteten Podiumsdiskussion mit vier der OB-Kandidaten antwortete Frau Wischhusen auf eine Frage nach der Finanzierbarkeit ihres Vorhabens, dass man dafür beispielsweise private arabische Investoren gewinnen könne. Konkret einen dieser Investoren an der Hand hat die OB-Kandidatin anscheinend aber nicht. Auch gäbe es nach Frau Wischhusen für neue Forschungseinrichtungen großzügige Unterstützung des Landes.
Es ist unbestreitbar, dass der Trend Longevity zwecks Verlängerung der Lebensspanne des Menschen momentan ein boomendes wirtschaftliches Geschäft ist. Vor allem private Investoren pumpen hier viel Geld rein. Es muss aber auch bedacht werden, dass die Longevity-Forschung sich derzeit in einer Phase befindet, die viele Experten als eine Mischung aus massivem Hype und substantieller wissenschaftlicher Entwicklung beschreiben. Longevity ist eine Blase, die zwischen wissenschaftlichem Potential und übertriebenen Versprechungen schwankt. Aus der Markttheorie wissen wir, dass auf jeden Hype zwangsläufig der Punkt der Desillusionierung in den Märkten, bei Kunden, Technologieentwicklern und auch Investoren folgt. Fachleute befürchten, dass die Longevity-Blase eher früher als später platzt, und etliche Unternehmen und Technologien vom Markt gefegt werden.
Deshalb sehe ich es kritisch, dass Frau Wischhusen mit ihren Ideen zu Longevity-Forschungseinrichtungen in Baden-Baden im OB-Wahlkampf einfach schon mal Zukunftspläne in den Raum wirft, die sie anscheinend weder konkret ausgearbeitet, noch deren Finanzierung durchkalkuliert hat. Außerdem dürften wohl mindestens drei oder noch mehr Jahre vergehen, bis das von Frau Wischhusen angedachte Longevity-Zentrum mit seinen Forschungen an den Start gehen könnte. Bis dahin dürfte die Longevity-Blase aber längst geplatzt sein. Dann hätten wir in Baden-Baden eine leerstehende Bauruine und ein Millionengrab stehen. Von einem künftigen Oberbürgermeister unserer Stadt erwarte ich, dass er seine Pläne für die Belebung des Wirtschaftsstandortes Baden-Baden vorher halbwegs konkret ausgearbeitet und auch auf deren Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit geprüft hat, bevor er sie mit großen Worten der Öffentlichkeit verkündet.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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