Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Mehrheit der Menschen der Ansicht, dass Regierung Merz unfähig ist“ – „Vetternwirtschaft auch in den AfD-Verbänden Baden-Baden/Rastatt“

Baden-Baden, 25.06.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Sabine Heckert Stellung zu dem goodnews4-Bericht Das Manöver des Baden-Badener Gemeinderats – «Die CDU-Fraktion ist sich bewusst, dass der Haushalt für das Jahr 2027 in dieser Form vermutlich nicht genehmigungsfähig sein wird».

Der Baden-Badener CDU-Fraktionsvorsitzende Ansgar Gernsbeck räumt ein, dass der städtische Haushalt für Jahr 2027 vermutlich nicht genehmigungsfähig sei. Überschuldung der Kommunen – explodierende Preise im Supermarkt – hohe Spritpreise – steigende Krankenkassenbeiträge – Kriminalität auf den Straßen – einbrechende Exportzahlen und Massenentlassungen – Wohnungsnot. Die überwältigende Mehrheit der Menschen ist der Ansicht, dass die Regierung Merz unfähig ist, die Probleme unseres Landes zu lösen. Die Bürger wünschen sich eine andere Politik! Die Alternative für Deutschland (AfD) ist einst für diese «andere Politik» zum Wohl des Volkes angetreten. Viele ihrer Ideen und Konzepte für Deutschland sind richtig und werden auch von Menschen, welche die AfD nicht wählen, unterstützt. Aber was ist von diesen hehren Vorhaben nach 13 Jahren AfD übriggeblieben?

 

Die AfD ist inzwischen auf dem besten Wege zu einer Funktionärspartei zu verkommen: Entscheidungen werden von oben herab von Parteifunktionären getroffen. Die einfachen Mitglieder sind oft nur noch «Stimmvieh», dass bei Parteitagen die vorher im Hinterzimmer bestimmten Personen auf Posten wählt. In den Führungsebenen hat sich eine Selbstbedienungsmentalität ausgebreitet. Der langjährige AfD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Klos spricht in einem Brandbrief von «Vetternwirtschaft», «Beutegemeinschaften» und einer «Kultur der skrupellosen Selbstbedienung», die sich in der AfD Baden-Württemberg breit gemacht hat (Frankfurter Rundschau: Brandbrief aus der AfD). Man sorgt dafür, dass eigene Verwandte und alte Kumpel unabhängig von ihrer Qualifikation gut bezahlte Jobs bei Parteikollegen erhalten. Parteiinterne Kritiker werden mittels Parteiausschlussverfahren mundtot gemacht.

Leider sind diese Zustände auch in den AfD-Verbänden Baden-Baden/Rastatt anzutreffen: Die Plätze für Gemeinderatswahlen werden schon vor den Nominierungsversammlungen im kleinen Kreis festgelegt, und dann bei der Wahl den Parteimitgliedern vom Vorstand zum Abnicken vorgeschlagen. Im Vorstand der Rastatter wie auch Baden-Badener AfD sitzen jeweils die Ehefrauen der Vorstandsvorsitzenden. Der Rastatter Vorstandvorsitzende und ein weiteres Vorstandsmitglied ist beim Fraktionsvorsitzenden der Baden-Badener AfD abhängig beschäftigt. Ein unabhängiger Vorstand sieht eigentlich anders aus. Gefördert und von den Vorständen auf Posten gehievt werden weniger fachkundige Personen mit langjähriger Berufserfahrung, sondern eher inkompetente Menschen ohne große Berufserfahrung. Hauptkriterium für Einstellungen ist eher grenzenlose Loyalität und blinde Gefolgschaft gegenüber dem Vorstand. Dies sorgt bei immer mehr Parteimitgliedern aus Baden-Baden und Rastatt für wachsenden Unmut. Langjährige Parteimitglieder, für die Basisdemokratie noch ein Begriff ist, kämpfen für eine Abkehr von diesen negativen Entwicklungen und hin zu einer Rückbesinnung auf die anfänglichen Werte der AfD. Im Interesse der AfD und vor allem der Bürger in diesem Land darf man hoffen, dass diese Bewegung ein Umdenken in der Partei bewirkt.

Sabine Heckert
Baden-Baden


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