Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt“
Baden-Baden, 29.04.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Wer ist katholisch – Papst Franziskus oder Julia Klöckner? – Gastkommentar von Franz Alt.
Sehr geehrter Herr Alt, Sie kritisieren Bundestagspräsidentin Julia Klöckner für deren Aussage, dass die Kirchen «nicht mehr die grundsätzlichen Fragen von Leben und Tod im Blick» hätten, sondern «Ratschläge zu tagesaktuellen Fragen wie eine Nichtregierungsorganisation abgeben» und somit «austauschbar werden.» Dem stellen Sie eine Lobrede auf den verstorbenen Papst Franziskus entgegen, der «für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung», ein «ambitioniertes Öko-Programm» sowie gegen den «vorherrschenden Kapitalismus» eintrete und für eine «Kirche der Armen» werbe.
Der Einsatz der Kirchen für diese weltlichen Ziele ist lobenswert. Aber das allein kann nicht der Daseinszweck von Kirche und christlichem Glauben sein. Mit politischem und sozialem Aktivismus werden die Kirchen zu einem ganz profanen und auch austauschbaren sozialen Reparaturbetrieb mit angehängter politischer Ideologie. Auf diesem Gebiet tummeln sich bereits unzählige Vereine, Bürgerinitiativen, NGO`s und politische Parteien. Wenn sich Kirche zu einer dieser vielen Organisationen von selbsterklärten Weltverbesserern macht, verfehlt sie ihren eigentlichen Zweck und wird für die Menschen überflüssig.
Kernaufgabe der Kirchen ist die Verkündigung der biblischen Botschaft: Sie muss den Menschen vermitteln, dass es mehr gibt als diese irdische Welt. Sie muss darauf hinweisen, dass es der Menschheit trotz aller Bemühungen niemals gelingen wird, eine vollkommen gerechte Welt ohne Leid zu schaffen. Erlösung gibt es nur durch den Glauben sowie Jesus Christus, und nicht durch soziale Reformen, weniger CO2-Ausstoß, mehr oder weniger Flüchtlingsaufnahme, bedingungsloses Grundeinkommen, Ächtung des Krieges oder karitative Programme. Selbst die denkbar gerechteste Welt kann persönliches Leid, wie den Verlust eines geliebten Menschen, eigene schwere Krankheit oder Zweifel am Sinn des Lebens nicht beseitigen. Hier ist es Aufgabe der Kirchen, Menschen in solchen existenziellen Krisen Hilfe, Trost und Hoffnung anzubieten, und sie darauf zu verweisen, dass dies «irdische Jammertal» nicht das Ende, sondern erst der Anfang ist. Wir alle und auch die Kirchen sollten hier wieder folgender Worte Jesu Christi an seine Jünger gedenken: «Mein Königreich ist nicht von dieser Welt.» (Joh. 18,36).
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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