Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Möglicherweise die Fehltritte von Whittaker und das Auftreten von Arpaschi“ – Zum goodnews4-Bericht „AfD auch in Baden-Baden und Rastatt vorne“

Baden-Baden, 16.07.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Thomas Kreuder Stellung zu dem goodnews4-Bericht AfD auch in Baden-Baden und Rastatt vorne – INSA-Prognose für Wahlkreis 273 Rastatt: AfD 32,6 Prozent, CDU 29,9.

Dass die AfD aktuell bundesweit unter den Parteien die höchsten Zustimmungswerte hat liegt zum einen daran, dass die aktuelle Regierung in Berlin in der Bevölkerung für Frust anstatt für Aufbruchstimmung sorgt. Im Wahlkreis Rastatt kommt für die CDU hinzu, dass Kai Whittaker in den letzten Monaten sehr ungeschickt agiert hat, wie z.B. die OB-Wahl in Baden-Baden aufzeigte.

Ich selbst hatte anlässlich des OB-Wahlkampf ein 10-minütiges Gespräch mit Alexander Arpaschi und lernte einen sachlichen und kompetent auftretenden Mann kennen, der auch in keiner Weise über den politischen Gegner abfällig sprach. Somit ist er im Grunde ein innerparteilicher Gegenentwurf zu Alice Weidel und vielen AfD-Spitzen der ostdeutschen AfD.

Möglicherweise sind die Fehltritte von Whittaker und das seriöse Auftreten von Arpaschi auch ein Grund für den hohen Zustimmungswert der AfD im Wahlkreis Rastatt. Allerdings sollten die Befürworter der AfD nicht ausblenden, dass diese Partei im Grunde nur zwei Themen, wie die Flüchtlingspolitik und die aktuell teure Energie in den Vordergrund stellen. Damit mag diese Partei in großen Teilen der Bevölkerung einen Nerv treffen. Allerdings schwingt bei dem politischen Angebot der AfD allenfalls der Slogan «früher war alles besser» mit.

 

Fakt ist, dass eine Massen-Re-Migration durch die AfD gesetzlich mehr als fragwürdig ist und wir zukünftig weiterhin Migranten für den Arbeitsmarkt benötigen. Es ist ein Irrglaube, dass durch die massenhafte Rückführung von Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund in ihre Herkunftsländer – die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinken und der Sozialstaat entlastet wird. Ein erneuter Einstieg in die Atomenergie und weitere Nutzung von Kohle zur Stromerzeugung wird einer positiven Entwicklung unseres Landes im Wege stehen. Dass der europäische Kontinent aktuell den höchsten Temperaturanstieg hat und in Frankreich wegen zu niedriger Pegelstände der Flüsse Atomkraftwerke vom Netz genommen werden dürfte jedem aufzeigen, dass wir eine Wende zu erneuerbaren Energien benötigen. Auch muss man zur Kenntnis nehmen, dass Deutschland bis heute keine Lösung zur Endlagerung von Atommüll hat. Wer glaubt, dass das politische Angebot der AfD die Glückseligkeit des deutschen Wirtschaftswunders zurückbringt, ist sicherlich auch davon überzeugt das am 24.12 eines jeden Jahres der echte Weihnachtsmann vor der Türe steht.

Leider haben es bisher die etablierten Parteien nicht geschafft, den Wählern positiv zu vermitteln, dass wir in Deutschland ohne «Wenn und Aber» einen neuen Weg einschlagen müssen. Hier muss man auch den Grünen vorwerfen, dass man mit einer Politik des erhobenen Zeigefingers die Menschen mit Ihren alltäglichen Sorgen und Bedürfnissen nicht erreichen kann.

Man kann nur hoffen, dass die aktuelle Regierung in Berlin endlich mit Sachverstand und gesundem Menschenverstand gesamtheitliche Lösungen für dieses Land erarbeitet, anstatt nur Politik für die eigene Klientel anzubieten. Wenn dieser Kuhhandel innerhalb der Koalition und der einzelnen Landesregierungen so weitergeht wie bisher dürfte ein Durchmarsch einer AFD nicht zu verhindern sein. Und sollte dieses Szenario eintreten, brauchen sich die etablierten Parteien nicht mehr die Frage stellen was schief gelaufen ist. Diese Frage muss jetzt gestellt und beantwortet werden.

Thomas Kreuder
Baden-Baden


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