Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Monster-SUV“ – „Nach Kommentaren aus Karlsruhe, Pforzheim und Baden-Baden (und hoffentlich auch RA!) bin ich zuversichtlich“
Baden-Baden, 22.07.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Oliver Haungs Stellung.
Gegen eine angemessene Erhöhung von Parkgebühren im Zeitablauf und in moderatem Rahmen ist nichts einzuwenden, denn Parkraum ist ein knappes Gut. Eine dreifache Erhöhung für SUV, wie jetzt in Paris, erachte ich allerdings als krass überzogen. In Paris wurde das durch Bürgerentscheid so gewollt. Dem ist aus demokratischem Verständnis nicht zu widersprechen, sondern es ist zu respektieren. Zu bedenken allerdings ist, dass viele Votierende gar kein Auto haben oder fahren und damit von der Parkplatzsituation überhaupt nicht betroffen sind. Trotzdem stimmen sie ab.
Die Erhöhung betrifft Auswärtige. Das kann man so verstehen, dass man entweder partout keine Auswärtigen (Berufspendler, Tagesbesucher oder Touristen) mit eigenem PKW mehr in der Stadt haben will oder meint, nicht mehr auf sie angewiesen zu sein beziehungsweise nur zu horrenden Parkgebühren bei bis zu 18 Euro/Std. und 225 Euro/Tag. In meinen Augen eine völlig maßlose moderne Beutelschneiderei. Das muss jede Kommune mit ihren Bewohnern samt Gewerbetreibenden selbst entscheiden, wie der richtige Weg aussehen soll, ohne «Oberschlaule» und Bevormundung einer Deutschen Umwelthilfe (DUH)! Zu bedenken ist bei so einem grobschlächtigen, undifferenzierten Rundumschlag, dass man darauf achten muss ein solches Vorhaben sozial sorgsam auszutarieren. Denn Kranke, Gebrechliche, Behinderte und Ältere, aber auch große Familien haben andere Platzbedürfnisse und brauchen größere PKWs, weil sie entweder aus körperlicher Einschränkung oder Behinderung gehandicapt sind und damit einhergehend auf diverse Hilfsmittel angewiesen oder ihre Einkäufe umfangreicher sind.
Pauschal über einen Kamm eine Verdreifachung der Parkgebühren zu fordern, ist weltfremd und dreist. Auch an den Einzelhandel muss gedacht werden, der die Innenstädte belebt. Viele würden durch so unverschämte Gebührenerhöhungen in die Hände von Online-Bestellservices getrieben oder zum Einkaufen auf die grüne Wiese ausweichen. Die Cities veröden, entvölkern, verwahrlosen und werden zu sozialen und kriminellen Brennpunkten, wo man sich nicht mehr getraut hinzugehen (siehe nicht nur frz. Großstädte). Gleichwohl sind die Gleichen, die diese Erhöhung durchführen wollen, wiederum die Ersten, die lauthals den Niedergang der Innenstädte beklagen. Es drängt sich da der schwerwiegende Verdacht auf, dass die Deutsche Umwelthilfe unter Herrn Jürgen Resch das dringende Bedürfnis drückt, bundesweit medienwirksam seine Daseinsberechtigung aufzufrischen und zu unterfüttern. Den Vorschlag der DUH werte ich als kontraproduktiv und gefährlich, denn er fördert die gesellschaftliche Spaltung und stellt einen weiteren widerlichen Mosaikstein in der Hetze gegen andere dar. Alleine die Wortwahl «Monster-SUV» offenbart die polemische Kampagne. Dabei sind die vielen SUV ähnlich, gleich groß oder z. T. auch kleiner als moderne Mittelklasse PKW. Nur die wenigsten sind ausladende Schlachtschiffe oder Wohnmobile. Mit einem gesunden Grundlevel an Toleranz lässt sich aber auch dies ohne Schnappatmung und Hyperventilation ertragen.
Ein sehr wichtiger Aspekt ist, wie der ADAC richtig fordert, die viel zu kleinen Tief-/Garagenstellplätze mit Parkflächen aus dem letzten Jahrtausend an heutige Fahrzeuggrößen upzudaten. Ebenso die öffentlichen Tiefgaragenstellplätze mit Maßen von vor 40 Jahren. Sie müssen dringend angepasst werden. Letztlich würde der DUH-Vorschlag nur dazu führen, dass wir von einem bürokratischen «Monster-Wust» (um im DUH-Angstmache-Duktus zu bleiben) an Einzel- und Sondergenehmigungen zugemüllt würden, der zur Folge hätte, dass sofort wieder kommunal mehr Personal einzusetzen wäre, um den ganzen Wahnsinn zu organisieren und zu überwachen. In Zeiten klammer öffentlicher Kassen ist zuweilen mancherorts jedes Mittel probat, um den Schulden- und Zinswürgegriff an der finanziellen Gurgel zu lockern, doch nach den Kommentaren aus KA, PF und BAD (und hoffentlich auch RA!) bin ich zuversichtlich, dass wenigstens dort in der großer Mehrzahl gewissenhafte und geerdete Kommunalpolitiker in der Verantwortung stehen und das Sagen haben, die in deutlicher Mehrheit bei solcherlei Spinnereien nicht mitmachen, sondern Anhänger bodenständiger Politik sind. Der DUH-Vorschlag ist egoistisch und unsozial und würde vielerorts einen umfangreicheren und beschleunigten Niedergang der Innenstädte bedeuten.
Oliver Haungs
Muggensturm
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