Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Nachsatz zu den vergangenen Wahlen“ – „Personenverdrossenheit“

Baden-Baden, 26.03.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Martin Müller-Petersen Stellung zu dem goodnews4-Bericht Designierter Baden-Badener Oberbürgermeister Thomas Jung im goodnews4-Interview – «Was Lencke Wischhusen betrifft, ein fairer Wahlkampf» – «57 zu 43. Ihr seid unfassbare Infratest-Dimap-Spezialisten».

Noch ein (wirklich letzter) Nachsatz zu den vergangenen Wahlen. Wenn die Wahlen (in BW, RP, Bayern und auch in Baden-Baden) eins bestätigt haben, dann ist es nicht nur die Politikverdrossenheit der Bürger/innen, sondern auch die Personenverdrossenheit. Die Bürger/innen haben die Nase voll von immer den gleichen Personen mit immer den gleichen Versprechungen angelogen zu werden, die nach der Wahl natürlich nicht erfüllt werden. Das aktuelle Wahlverhalten widerspricht auch der lapidaren Behauptung der Alt-Parteien, es handle sich nur um ein vorübergehendes Protestwahlverhalten. Die Ergebnisse der Wahlen sind eindeutig auf die handelnden Personen zurückzuführen und nicht auf unglaubwürdige Parteiprogramme.

Es haben bei den oben genannten Wahlen die beliebtesten und glaubwürdigsten Personen gewonnen, unabhängig von deren Parteizugehörigkeit. Nicht nur in München konnte es der langjährige und allseits beliebte OB Reiter nicht verwinden, dass er von einem politisch unerfahrenen Jungspund aus dem Amt gedrängt wurde. Der ist einfach glaubhafter bei der Bevölkerung angekommen. Ebenso wie Cem Özdemir in BW oder Gordon Schnieder in RP, aber auch Thomas Jung in Baden-Baden.

Wie es in der Parteienlandschaft der Bundesrepublik weiter geht, weiß man nach den bisherigen Wahlen niemand. Die jungen Parteimitglieder werden sich gegen die Alten erheben, die jedoch verzweifelt um Ihre Pfründe kämpfen. Es wird interessant sein zu sehen, wie diese Schlachten im Generationenwechsel ausgehen. Tatsache ist jedenfalls, dass es sich auch künftig um Personenwahlen handeln wird und nicht um die Wahl irgendeines lächerlichen verlogenen Parteiprogramms.

Bestes, aber abschreckendes Beispiel ist die FDP, die von hervorragenden Persönlichkeiten wie Theodor Heuss, Thomas Dehler, Erich Mende, Walter Scheel, Hans-Dietrich Genscher und Guido Westerwelle zu politischen Höhen geführt wurde, mit dem heutigen Personal aber in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Die SPD wird bei deren Personal das gleiche Schicksal erleiden. Allein durch gutmütiges Balu der Bär Lächeln oder markige Hetzkampagnen gegen Kapitalisten kann man keinen Blumentopf mehr gewinnen; die Ost-Wahlen werden es zeigen. Und dass eine Alice Weidel besser rüberkommt als eine Bärbel Bas bedarf keiner weiteren Erklärung. Aber auch die CDU bringt mit ihren Altvorderen nichts Positives für die Bevölkerung und die Wirtschaft zustande. Bei SPD wie auch bei der CDU haben deren Junge erkannt, dass es so nicht weitergehen kann und mucken auf. Kurz, es wird künftig ohne einen politischen Messias sicher nicht leicht, die Gunst der Wähler zu gewinnen.

Martin Müller-Petersen
Baden-Baden


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