Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Never ending Christmas in Baden-Baden – „Reiner Kommerz, weil auch hier Fressen und Saufen an erster Stelle steht“

Baden-Baden, 05.01.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung.

«Tradition» ist zumeist begründet in kirchlichen Gebräuchen und wurde erst im Laufe der Jahrhunderte von weltlichen Herrschern auch für besondere weltliche Ereignisse eingeführt. Aber ganz gleich von wem und zu welchen Anlässen diese Traditionen eingeführt wurden, sie waren immer mit einem Feiertag verbunden und deshalb beim Volk beliebt, unberücksichtigt des Anlasses. Vielerorts wird die Tradition auch heute noch großgeschrieben und auch mit viel Begeisterung zelebriert. Insbesondere in ländlichen Gegenden wird die Tradition hochgehalten und mit Zähnen und Krallen verteidigt. Gleichwohl werden Traditionen aufrechterhalten, verfallen aber zusehends dem Kommerz. Schlimmstes und abschreckendes Beispiel ist das Oktoberfest in München. Dort fahren die Festwirte bei der Eröffnung in prunkvoll geschmückten Kutschen in Begleitung von Brauereigespannen ein und auch der Trachtenzug mit seinen schönen Gewändern und Fahnen erinnert an die «gute alte Zeit». Aber dann, dann brechen alle Dämme und es wird gesoffen und gefressen was das Zeug hält und ganz gleich wie teuer diese Angebote sind, die alten Rekorde werden jedes Jahr aufs Neue übertroffen. Begleitet wird das ganze Spektakle nach Beendigung der gediegenen Blasmusik dann noch durch heiße Discoklänge bis zum Abwinken, bzw. bis die Wiese um die «Wies‘n» von Bierleichen übersäet ist.

 

Aber auch im Kleinen steht der Kommerz an erster Stelle, z.B. der Weihnachtsmarkt in Baden-Baden. Um die Krippenausstellung und einige Kunsthandwerker zu besuchen bedarf es nur weniger Aufenthalte. Warum also dauert diese Veranstaltung 6 Wochen? Reiner Kommerz, weil auch hier Fressen und Saufen an erster Stelle steht und auch lebhaft zelebriert wird. Christbaumschmuck kauft nach Weihnachten sicher niemand mehr. Außerdem seien die eventuellen Käufer von Weihnachtsartikeln aller Art darauf hingewiesen, dass die meisten der dort angebotenen Produkte aus China stammen und zwar vom Yiwu-Markt in der Provinz Zhejiang. Dort wird auf 4 Millionen qm in 75.000 Geschäften alles angeboten, was das Herz begehrt, auch Weihnachtsartikel die dort etwa 20 Prozent dessen kosten, was auf Weihnachtsmärkten hier verlangt wird.

Fazit: Wenn man so etwas unter Tradition versteht, dann gute Nacht.

Wolfgang Holstein
Baden-Baden


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