Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – OB-Wahl in Baden-Baden – „Der Hofsänger Mark wurde beauftragt, das dumme und verstockte Volk mit Lobliedern auf Luitgard umzustimmen“

Baden-Baden, 13.03.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Baden-Baden geht in die OB-Stichwahl – Thomas Jung gegen Lencke Wischhusen.

Eine mittelalterliche Chronik berichtet folgendes: «Es war einmal in einem fernen Land vor vielen hundert Jahr. Der König, sein Hofstaat und der Adel herrschten über eine reiche Stadt fleißiger Händler. Im Umland bauten die Bauern in den Hängen wohlschmeckenden Wein an. Viele Menschen aus fernen Ländern kamen in die Stadt, um die Paläste zu bewundern, sich in den warmen Quellen zu erholen sowie sich auf den Märkten mit Waren einzudecken. Aber die Schatzkammer des Königs war leer, weil der Handel immer schlechter lief und auch weniger Menschen die Stadt besuchten. Die Abgaben der Bauern an den Hof mussten deshalb hochgesetzt werden. Für seinen Hofsänger Marke Marchalson hatte der König aber immer noch genug Gold zur Verfügung: Bei jeder Gelegenheit durfte er mit seinem Gesang und Harfenspiel das Volk und den Hof erfreuen. Seine Auftritte und auch der von ihm alljährlich organisierte Sängerwettstreit wurden vom König mit vielen Talern gefördert. Dafür revanchierte sich der dankbare Musikant durch schöne Loblieder auf den König und seine Gefolgschaft.

 

Als dann aber König Dietwald I. nach Genuss von zu viel des Rebensafts mit seinem Pferd gegen einen Baum knallte, empörte sich das Volk. Der König musste zurücktreten und der Hofstaat suchte händeringend nach einem neuen Regenten. Aber keiner der Adligen wollte den Thron besteigen. So bot man, eingefädelt vom jungen Höfling Kaius Witok, der an den Küsten des Nordens lebenden blonden Prinzessin Luitgard von Wuschhus die Krone an. Diese hatte zwar wenig Wissen und keinerlei Regierungserfahrung, lächelte dafür aber immer freundlich und bezauberte durch ihre makellose Schönheit. Ihre Aufgabe als künftge Königin sollte es sein, die Privilegien und finanziellen Pfründe des Hofstaats und Adels auch weiterhin abzusichern. Aber die Mehrheit des Volkes wollte lieber den älteren und weisen Schriftgelehrten Thomasius Jungus und nicht Prinzessin Luitgard auf dem Thron sehen. Mehr Taler als Sterne am Firmament wurden nun ausgegeben, um Luitgard im Lande bekannt und beliebt zu machen. Man entsandte Herolde in alle vier Himmelsrichtungen, um vom Ruhm der Prinzessin zu künden. Auch wurde der Hofsänger Mark beauftragt, das dumme und verstockte Volk mit Lobliedern auf Luitgard umzustimmen. Zum Dank würde Luitgard als neue Königin dann dem stimmgewaltigen Marke mit den Bürgern und Bauern abgepressten Abgaben noch mehr Auftritte finanzieren…» Hier bricht die Mär leider ab, weil die folgenden Seiten der alten Handschrift im Jahr 1341 einer Feuersbrunst im Königsschloß zum Opfer fielen. Wir wissen so leider nicht, ob Luitgard am 22. Lenzmond im Jahre 1026 unseres Herrn wirklich Königin wurde, oder ob Thomasius den Thron bestieg, und auch nicht, wie es mit dem Barden Marke weiterging.

Anmerkung des Historikers aus dem Jahr 2026: Diese mittelalterliche Geschichte hat natürlich absolut NICHTS mit unserer Gegenwart, oder gar Baden-Baden, Lencke Wischhusen, Dietmar Späth, Marc Marshall, Thomas Jung, Kai Whittaker oder der CDU zu tun. Mögliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und unbeabsichtigt.

Boris Fernbacher
Baden-Baden


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