Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Öffentlichkeit und Parteimitglieder der AfD haben Anrecht auf Aufklärung“

Baden-Baden, 17.10.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht «Wieso das Land am Antisemitismusbeauftragten Blume festhält, obwohl man ihn gerichtsfest, als Antisemiten bezeichnen darf» – goodnews4-Serie «Unsere Abgeordneten» mit dem Baden-Badener Landtagsabgeordneten Joachim Kuhs.

Der Skandal um Jirka Buder und den AfD-Kreisverband Baden-Baden/Rastatt schlägt jetzt auch überregional Wellen. Der bundesweit für seine Recherchen im rechtsextremen Milieu bekannte Investigativjournalist Anton Maegerle befasst sich in Kontext:Wochenzeitung ausführlich mit der angeblichen Vergangenheit von Jirka Buder im rechtsextrem-völkischen Umfeld und dessen Wahl zum Beisitzer im AfD-Kreisvorstand Baden-Baden/Rastatt. Nach Recherche von Maegerle soll Jirka Buder 1971 geboren worden sein. Nach Alexander Arpaschi von der AfD «kam Jirka Buder als Jugendlicher zur Wiking-Jugend, trat aber bereits 1993 wieder aus» (goodnews4 vom 09.10.2026). Er muss zu dem Zeitpunkt also 21 oder 22 Jahre alt gewesen sein. Herrn Arpaschis Parteikollege Joachim Kuhs meint im Interview mit goodnews4 zum Fall Jirka Buder aber: «Wenn jemand als Jugendlicher, als Minderjähriger, in so einen Verein eintritt und nach kurzer Zeit wieder austritt, was soll er sich nach 25, 30 Jahren davon distanzieren?» Hier fragt man sich, warum Herr Kuhs eine Person im Alter von 21 oder 22 Jahren als «Minderjährigen» bezeichnet.

 

Es stellen sich weitere Fragen: War Joachim Kuhs vor den Vorstandswahlen das Geburtsdatum von Jirka Buder bekannt, und war er über dessen Aktivitäten in der völkischen Wiking-Jugend als Erwachsener informiert? Für ein Vorstandsmitglied wie Joachim Kuhs dürfte es vermutlich kein Problem sein, sich mittels Einsicht in die Aufnahmeanträge von Parteimitgliedern oder über die AfD-Parteizentrale in Berlin Informationen über das Geburtsdatum von Parteimitgliedern zu beschaffen. Es sind aber noch mehr Fragen offen: Haben Joachim Kuhs, aber auch Kurt Hermann, Alexander Arpaschi und Philipp Helber sich vor den Vorstandswahlen über die Vergangenheit von Jirka Buder im vermutlich rechtsextremen Umfeld informiert? Falls JA, haben sie ihre Parteimitglieder vor den Vorstandswahlen über Herrn Buders Vergangenheit in Kenntnis gesetzt? Die Öffentlichkeit und auch die Parteimitglieder der AfD haben ein Anrecht auf lückenlose öffentliche Aufklärung rund um den Fall Jirka Buder durch den jetzigen AfD-Kreisvorstand. Wie sollen die fleißigen und engagierten Parteimitglieder der AfD mit gutem Gewissen bei Infoständen der Partei in Baden-Baden und Rastatt kritische Fragen der Bürger zum Fall Jirka Buder beantworten, wenn sie vom AfD-Vorstand nicht umfassend informiert werden?

Dass die Aktivitäten von Jirka Buder im rechtsextremen Umfeld nach dessen Austritt aus der Wiking-Jugend anscheinend noch lange nicht geendet haben, wird im Artikel von Anton Maegerle detailliert und fachkundig dargestellt. Doch dazu muss ich hier nichts schreiben, weil jeder Bürger Herrn Maegerles Artikel „Rechtsextreme Umtriebe / Die Vergangenheit lebt fort“ auf der Webseite von Kontext:Die Wochenzeitung unter www.kontextwochenzeitung.de selber lesen kann. Warnung: Was Sie auf dieser Seite über Jirka Buders Vergangenheit erfahren, könnte Sie sehr schockieren.

Boris Fernbacher
Baden-Baden


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