Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Olympische Spiele in Paris stellen Behörden vor schwer lösbare Aufgaben – Keine Cyber-Sicherheit für Fans und Touristen

Baden-Baden, 09.07.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Jens Mecklenberg Stellung.

In unserer modernen, hochtechnologischen Welt besteht die reale Gefahr massiver terroristischer Hackerangriffe auch auf olympische Austragungsorte und die öffentliche Infrastruktur in Frankreich. Vincent Strubel, Leiter der nationalen französischen Cybersicherheitsbehörde ANSSI, sagte, das Ausmaß der Cyberbedrohungen, denen die Organisatoren der Olympischen Spiele 2024 ausgesetzt sein könnten, sei beispiellos. Diese reichen von professionellen Cyberkriminellen bis hin zu sonstigem Unruhestifter. Hacker-Ziele beschränken sich nicht nur auf die Spiele selbst, sondern auch auf kritische Infrastrukturen wie Transportnetze oder Lieferketten.

 

Die Bandbreite der Angreifer reicht von «Hackaktivisten», die ein politisches Statement abgeben wollen, bis hin zu Cyber-Erpressern, die auf Profit aus sind. Und es kann heutzutage oft schwierig sein, zwischen einem Hacker und einem von Terroristen gesponserten Cyber-Betreiber zu unterscheiden, der sich als solcher ausgibt. Aber französische Cyberkrieger sind bereit, während der Olympischen Spiele ihre Abwehrkräfte gegen Hacker und Malware zu testen. Wie die olympischen Athleten bereiten sich auch die Cyber-Krieger, die für den Erfolg der Pariser Spiele entscheidend sein werden, intensiv auf das Großereignis vor. Sie wandten sich an befreundete Hacker, um ihre Cyber-Abwehr zu testen, wie Boxer, die sich mit Sparringspartnern auf einen Meisterschaftskampf vorbereiten. Sie studierten und analysierten die Stärken, Taktiken und Schwächen ihrer Gegner. Dabei kann es sich um jeden handeln, von jugendlichen Tyrannen und Erpresserbanden bis hin zu professionellen Hackern mit Erfahrung in böswilligen Cyberangriffen. Doch im Gegensatz zu den 10.500 Olympioniken, die im Juli in der französischen Hauptstadt ankommen, hoffen die Cybersicherheitsingenieure hinter den Spielen, nicht im Rampenlicht zu stehen. Für sie wäre das Äquivalent einer Medaille, die Olympischen Spiele (und Paralympischen Spiele) ohne größere Zwischenfälle zu absolvieren. Dies bedeutet, dass ihr Niveau der digitalen Sicherheit den Versuchen standhält, Computer- und Informationssysteme, die für die Olympischen Spiele 2024 von entscheidender Bedeutung sind, lahmzulegen. Das schwedische Cybersicherheitsunternehmen Outpost24 lobte in seinem Bericht die Vorbereitungen von Paris, sagte jedoch, dass seine Untersuchungen immer noch Lücken in der Online-Infrastruktur der Spiele gefunden hätten.

Doch die Fakten sprechen leider eine andere Sprache. Wenige Monate vor der Eröffnung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Frankreich kam es zu einer Reihe von Diebstählen von Computern und elektronischen Geräten mit offiziellen Daten. Im März verschwand ein Laptop aus dem Auto eines Mitarbeiters eines großen Krankenhauses in Paris. Dort wurden vertrauliche Informationen über Zugangspläne zu olympischen Austragungsorten gespeichert. Dann schlugen die Angreifer die Autoscheibe ein. Und im Februar wurde einem Mitarbeiter des Pariser Rathauses ein Laptop mit Daten zu Sicherheitsplänen für die Olympischen Spiele gestohlen.

Am Montag, den 29. April 2024, wurde in Frankreich ein weiterer Computer gestohlen, der sensible Daten im Zusammenhang mit den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 in Paris enthielt. Der Laptop enthielt Sicherheitspläne für die Infrastruktur des Olympischen Dorfes Villeneuve-d'Ascq, berichtete der Radiosender Europe 1. Der Computer verschwand aus dem Auto einer Lieferkoordinatorin im Pierre-Mauroy-Stadion.

All dies spricht nicht nur für potenzielle, sondern auch für reale Bedrohungen, d. h. es bleibt die Tatsache, dass die französischen Strafverfolgungsbehörden die Cybersicherheit von Touristen und Fans der Olympischen Spiele 2024 nicht garantieren können.

Jens Mecklenberg
Baden-Baden


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