Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Plötzlich einen jährlichen Gewinn“ – „Ihr Sitzplatz, lieber Herr Bloedt-Werner, wäre einer der gefährlichsten“
Baden-Baden, 21.05.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Rita Maria Hirsch-Ursinus Stellung zu dem goodnews4-Bericht Dreistigkeit bei Klinik-Planung – Klink mit Baden-Baden im Namen – «Entgegenkommen» des Landkreises Rastatt .
Im Vergleich mit modernsten Neubaukliniken gleicher Größe sind diese mindesten um ein Drittel kostengünstiger.
Welcher Wünschelrutengänger steckte in der «Pipeline» des Zentralklinikums? Ein geheimes, aktualisiertes Strukturgutachten weist jetzt plötzlich einen jährlichen Gewinn von ca. 22 Mio. aus, wo doch in 2020 noch ein jährlicher Verlust von ca. 10 Mio. berechnet wurde, eine Differenz von 32 Mio. Euro!!! Mindestens ein Ergebnis muss falsch sein!
Vor ca. einem Jahr versuchten unser OB und unsere Verwaltung den Baden-Badener Ratsmitgliedern in einer Sitzungsvorlage die Investitionskosten für ein Zentralklinikum mit «angenommenen Summen» schönzurechnen. Damals sollten unsere Ratsmitglieder darauf vorbereitet werden, dass auch mit einem neuen Zentralklinikum wahrscheinlich ein jährlicher Verlust in Höhe von ca. 10 Mio. auszugleichen ist. Doch «Hocus Pocus», auf Grund eines angeblich aktualisierten, aber leider auch geheimen Strukturgutachtens, das sogar den Ratsmitgliedern vorenthalten wird, war plötzlich in der aktuellen Vorlage ein jährlicher Gewinn von ca. 22 Mio. ausgewiesen. Eine Differenz von insgesamt 32 MIO. Euro! Die ersten Goldsucher am Münchfeldsee?
Sind es die unlauteren Rechenmethoden, bei denen die aktuelle Berechnung des Ein-Standort-Klinikums mit der Zwei-Standort-Berechnung des alten Strukturgutachtens in Vergleich gesetzt wird? Wer weiß? Sicher ist – man will dem Bürger und vor allen Dingen unsren Ratsmitgliedern ein enormes jährliches Erfolgs-Ergebnis von 32 Mio. suggerieren. Vergleiche mit den derzeitigen Gewinn- und Verlust-Rechnungen anderer moderner Klinken lassen dies unmöglich erscheinen, außer unser ganzes Land steigt auf wie Phoenix aus der Asche.
Der Bürger muss sich doch fragen, wenn er jetzt den Berechnungen aus der Vor-Coronazeit nicht mehr glauben darf, kann er dann den enormen, exorbitanten Erlössteigerungen in der Berechnung von 2024 Glauben schenken??? Bestimmt wird dies aber ein Großteil unseres Gemeinderates wieder vorbehaltlos tun. Wahrscheinlich noch die Nachwirkung der stürmischen und polemische Aufforderung des SPD-Mitglieds Herrn Bloedt-Werner. Obwohl dieser unserem OB die Abnahme des Amtseides verweigert hat, polterte er in einer Sitzung, dass es die «verdammte Pflicht» aller Ratsmitglieder sei, unserem OB zu vertrauen. Sehr geehrter Herr Bloedt-Werner, dies ist es NICHT und NIEMALS! Denn solange die Köpfe unserer Ratsmitglieder noch gesund sind, ist es deren «verdammte Pflicht», selbstständig zu denken und nach eigenem Wissen und Gewissen Entscheidungen zu treffen. Das sollten auch Sie wissen! Unser OB predigt nicht das Evangelium und Beweise, dass man Vertrauen in der Politik in keinem Fall gedankenlos verschenken darf, gab es rund ums Klinikum doch mehr als genug. Ihr Sitzplatz unter dem Dachstuhl des Ratssaales, lieber Herr Bloedt-Werner, wäre einer der gefährlichsten, wenn sich das Sprichwort bewahrheiten könnte: «…gelogen, dass sich die Balken biegen».
Nach Aussagen des OB Dietmar Späth soll das Projekt Zentralklinikum so weiterverfolgt werden, wie es derzeit in der Pipeline steckt ! Nun ja, es steckt…!
Mit mehr als verdoppeltem Kostenrahmen und einer Finanzierung, die alles übertrifft, was sich Baden-Baden leisten kann. Die Baukosten werden wahrscheinlich schon durch den Standort Münchfeldsee immens in die Höhe katapultiert. Dieses Klinikum wäre an einem anderen Standort wahrscheinlich um einiges billiger. Dies beweisen Vergleiche mit modernsten Neubaukliniken gleicher Größe an anderen Orten. Für ein Ein-Standort-Klinikum ist und bleibt der Münchfeldsee eben nicht der beste Platz. Ein riesiger Bau, ins Grundwasser gesetzt, dazu in einer Senke, würde unnötige Baukosten und teure Maßnahmen bei der zukünftigen Instandhaltung erfordern. Es gibt noch viele Unwegsamkeit!
Kürzlich haben sich unsere Gemeinderäte im Feuerwehrhaus über die baulichen und technischen Notwendigkeiten eines zukünftigen Neubaus (Kosten ca. 110 Mio.) informiert. Aber niemand, wirklich niemand aus diesem Gremium, hat sich auf den Weg in ein modernes, zukunftsweisendes Klinikum begeben. Was sagt uns das? Kein Interesse – kein Konzept? Auf jeden Fall viel Gottvertrauen in einen medizinischen Direktor, der sich um alles kümmern will, auch wenn er es nicht gelernt hat.
Herr Dr. Carlein ist damals bis nach Amerika geflogen, um sich in der Mayo Klinik umfassend zu informieren. Wenn man was einmalig Gutes für unsere Zukunft schaffen will, dann muss man wissen, was es ist und wie es sein soll!
Die Frage bleibt, ist es für unseren OB und Rastatt zielführend, durch geheime, versteckte Dokumente die Bürger und vor allem die Ratsmitglieder unwissend zu halten? Ob dies überhaupt gelingt, werden wir erfahren, nachdem sich unsere Gemeinderatsmitglieder eingehend mit der Kostenkalkulation des neuen Klinikums beschäftigt haben. Aber, wie bei anderen Gutachten auch, werden dies bestimmte Ratsmitglieder leider wieder nicht tun! Wir müssen es abwarten…
Einen schönen Tag wünscht
Rita Maria Hirsch-Ursinus
Baden-Baden
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