Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Politiker-Laufbahn“ – „Karriere als Dorfbürgermeister starten“

Baden-Baden, 10.04.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung.

Wenn man die Entwicklung in der Politik aktuell bei den Showkämpfen in den Koalitionsverhandlungen und dem widerlichen ehrlosen Geschacher um Ministerposten verfolgt und dabei feststellt, dass man dort als Schul- oder Studienabbrecher und ohne Berufsausbildung hohe Posten und ein schönes Einkommen erreichen kann, dann entsteht bei jungen Menschen nicht von ungefähr der Wunsch in die Politik zu gehen. Dies ist auch ohne weiteres möglich, jedoch um Erfolg zu haben, benötigt man bestimmte Voraussetzungen, und zwar: man darf nicht über Charakter verfügen. Aber das ist wahrscheinlich das kleinste Problem, denn über den verfügen ohnehin nur die wenigsten Menschen. Dann muss man seine Mimik im Griff haben, heißt man darf selbst bei unverschämtesten Lügen nicht rot werden. Ferner benötigt man eine spezielle Atemtechnik, man muss in der Lage sein, 5 Minuten lang ohne Punkt und Komma zu sprechen ohne Luft zu holen. Hier haben es Ricarda Lang von den Grünen und Heidi Reichinnek von den Linken zur absoluten Meisterschaft gebracht. Damit verhindert man lästige Zwischenfragen von unliebsamen Interviewpartnern. Schlussendlich muss auch noch die Rhetorik passen. Da gibt es verschiedene Stilrichtungen, von der rotzfrechen Art einer Annalena Baerbock über den anbiedernden Säuselkurs eines Robert Habeck, die geradezu perfekte Androiden-Darstellung eines Philipp Amthor und den salbungsvollen Seelsorger-Stil von Frank-Walter Steinmeier bis hin zur Schulmeister-Darstellung des Edmund Stoiber. Außerdem sollte man nach Möglichkeit so sprechen, dass einen alle Menschen in Deutschland verstehen und man nicht mit Dolmetscher zu Besprechungen anreisen muss, was beispielsweise einem Südwestdeutschen Politiker dringend zu raten wäre. Empfehlenswert wäre auch ein gut gepolsterter Hintern für Endlos-Sitzungen und ein unempfindlicher Magen, um alle Köstlichkeiten inklusive Alkohols aufnehmen zu können, die zu jeder Gelegenheit gereicht werden.

 

Wenn alle diese Voraussetzungen geschaffen sind, dann steht einer politischen Kariere nichts mehr im Wege! Notfalls reicht es ja auch als gut dotierter Hinterbänkler sein Dasein im Bundestag zu fristen.

Wenn es aber dazu mangels Wählerstimmen nicht reicht, dann gibt es immer noch die Chance, als Dorfbürgermeister die Karriere zu starten und zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Man hat nicht nur ein sehr auskömmliches Gehalt, sondern ist als OB auch im Aufsichtsrat der örtlichen Sparkasse, auch wenn man keine Ahnung vom Bankgeschäft hat. Auch ist man im Aufsichtsrat des örtlichen Krankenhauses, auch wenn man keine Ahnung vom Gesundheitswesen hat. Ferner ist man in vielen anderen Aufsichtsräten vertreten, wobei auch bei diesen Beteiligungen die Fachkenntnis gegen Null tendieren kann. Macht nichts, es ist ja nicht das eigene Geld, das dort verbraten wird, sondern der Steuerzahler und diese Dummen haben einen ja schließlich gewählt, also selbst schuld.

Wolfgang Holstein
Baden-Baden


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