Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „So fehlt mir beim Viertgenannten, Herrn Rechtsanwalt Metzmaier, doch ein wenig die Fantasie“ – „Starke, selbstbewusste Damen sind im aktuellen Gemeinderat Fehlanzeige“
Baden-Baden, 21.05.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Tina Tischer-Suphukhieo Stellung zu dem goodnews4-Bericht Vier Männer werden Ehrenbürger der Stadt Baden-Baden – Letzte Ehrenbürgerin im Jahr 1848.
Tina Tischer-Suphukhieo kandidiert auf der Liste der FDP für die Kommunalwahl in Baden-Baden.*
Die Ernennung der vier neuen Ehrenbürger von Baden-Baden wirft für mich Fragen, hinsichtlich des Frauenbilds der Rathausspitze und des Gemeinderats auf. Warum wurden vier Männer und keine Frau nominiert? Die letzte Frau, die die Ehrenbürgerwürde in Baden-Baden erhielt, war Marie von Hamilton 1848. Ist das Rathaus, allen voran Oberbürgermeister Späth und sein Adlatus EB Uhlig und der Gemeinderat, wirklich der Meinung das keine Frau in den letzten 176 Jahren etwas ausreichend Werthaltiges geleistet hat, um einer Ehrenbürgerschaft würdig zu sein?
Es hat den Anschein, auch ob der vielfältigen Vorkommnisse in der Vergangenheit, als ob die beiden vorgenannten Herren ein eher patriarchalisches, reaktionäres Frauenbild präferieren.
Da hier drei erfolgreiche Unternehmer nominiert wurden, drängt sich die Frage nach einer einseitigen Betrachtungsweise und Bewertung hin zu einer Überpriorisierung des wirtschaftlichen Erfolges auf.
Sicherlich sind die Herren Grenke, Kiener & Kögel verdiente Philanthropen in Baden-Baden, denen auch mein Dank für Ihr Engagement sicher ist. Kann ich die Ernennung bei den ersten drei Genannten noch nachvollziehen, so fehlt mir beim Viertgenannten, Herrn Rechtsanwalt Metzmaier, doch ein wenig die Fantasie, wo er denn seine Meriten für die prestigeträchtige Ehrung gesammelt haben könnte. Aus der Beobachtung vergangener Tage ist mir Herr Metzmaier lediglich als Winkeladvokat der Verlegerfamilie Ertl in den Korrespondenzen mit den jüdischen Verantwortlichen über die rechtmäßige Verwendung des Synagogengrundstücks bekannt. Das Synagogengrundstück wird bis zum heutigen Tag vertragswidrig von den Nachfahren der Familie Ertl zu «profanen Zwecken» genutzt. Bei den Anfragen des Vorsitzenden der Israeltischen Religionsgemeinschaft Baden stand Herr Metzmaier im Dienst der Familie Ertl.
Bleibt noch anzumerken, dass nach den erwähnten Damen Frau Sigrun Lang und Frau Brita Heetel auch aus meiner Sicht noch die Künstlerin Elisabeth Frietsch-Eyer schon zu Lebzeiten die Ehrenbürgerwürde verdient gehabt hätte.
Es spricht Bände, dass die weiblichen Bürgervertreterinnen im Gemeinderat hier einmal mehr in devoter, unkritischer Haltung ein Aufbegehren erneut unterlassen haben. Starke, selbstbewusste Damen sind im aktuellen Gemeinderat Fehlanzeige. So darf man sich nicht wundern, wenn einige männliche Vertreter der Kommunalpolitik, weiter im Ausleben patriarchalischer Machoallüren, gestärkt werden.
Mit Freude & Respekt
Tina Tischer-Suphukhieo
Baden-Baden
*Anmerkung der Redaktion: Laut «Spielregeln für Leserbriefe an goodnews4.de» sind Leserbriefe von politischen Mandats- und Funktionsträgern nicht vorgesehen, es sei denn sie antworten auf einen Leserbrief. Bei Kandidaten für die Kommunalwahl handelt es sich nicht um politische Mandats- und Funktionsträger. Im Sinne der Transparenz weist goodnews4.de jedoch auf die Kandidatur hin.
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