Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Sorry, Herr Arpaschi, das ist ein Ablenkungsmanöver“ – „Meines Wissens hat sich Jirka Buder nie öffentlich von seiner Vergangenheit in diesem Umfeld distanziert“

Baden-Baden, 10.10.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Alexander Arpaschi verteidigt AfD-Vorstandsmitglied Jirka Buder – «Ein unbescholtener Bürger».

Ich war total schockiert über die Nachricht, dass der AfD-Kreisverband Baden-Baden/Rastatt mit Jirka Buder eine angeblich über Jahrzehnte im rechtsextremen Umfeld aktive Person in den Vorstand ihres Kreisverbandes gewählt hat. Das so etwas in der AfD Baden-Baden/Rastatt passieren kann, hätte ich nie für möglich gehalten. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Alexander Arpaschi versucht die fragwürdige Vergangenheit seines Parteikollegen Jirka Buder zu relativieren und zu verharmlosen, indem er auf Joschka Fischers Beteiligung bei Angriffen auf Polizisten und angebliche Kontakte der Berliner Linkspartei ins kriminelle Clan-Milieu verweist. Sorry, Herr Arpaschi, aber das ist ein durchschaubares Ablenkungsmanöver.

 

Wie Beate Schneider von Die Linke auf goodnews4 zur Vergangenheit von Jirka Buder schreibt, gehe es dabei «nicht um eine einzelne Entgleisung und auch nicht um irgendeine Jugendsünde». Nach Frau Schneider handele es sich um «jahrelange Verbindungen und Aktivitäten in völkischen, rechtsextremen und verschwörungsideologischen Zusammenhängen». Jeder Bürger kann sich über Internetrecherche auch ein eigenes Bild über die Aktivitäten von Jirka Buder auch nach seiner Jugendzeit in der völkischen Wiking-Jugend machen. Meines Wissens hat sich Jirka Buder auch nie öffentlich von seiner Vergangenheit in diesem Umfeld distanziert.

Aus meiner fast dreijährigen Zeit als AfD-Mitglied kenne ich von Stammtischen in Baden-Baden und Rastatt, sowie Infoständen und anderen Parteiveranstaltungen sehr viele AfD-Mitglieder persönlich. Die allermeisten von ihnen sind anständige, freundliche und demokratisch gesinnte Menschen, die rechtsextremes Gedankengut ablehnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Jirka Buder gewählt hätten, wenn der Vorstand sie vor der Wahl über Herrn Buders Vergangenheit in Kenntnis gesetzt hätte. Die Mitglieder der AfD müssen jetzt beim nächsten Treffen des Kreisverbandes zeigen, dass sie «Eier in der Hose haben», mutig aufstehen und sagen: «Das ist unsere Partei! Wir wollen keine Personen aus dem rechtsextremen Umfeld in unserem Kreisverband. Deshalb stellen wir einen Antrag zur Abwahl von Jirka Buder aus dem Kreisvorstand.» Wer als AfD-Mitglied jetzt schweigt oder Herrn Buder sogar noch unterstützt, macht sich mitschuldig daran, wenn die AfD mal wieder in die rechtsextreme Schublade gesteckt wird, wo sie nicht hingehört.

Vom Vorstandsmitglied Alexander Arpaschi hätte ich gerne noch eine Antwort auf folgende Frage: Ist Jirka Buder möglicherweise bei Ihnen oder einem Ihrer Parteikollegen Joachim Kuhs oder Kurt Hermann oder auch der Gemeinderatsfraktion der AfD als Mitarbeiter beschäftigt? Angesichts der sehr umstrittenen Vergangenheit von Herrn Buder haben wir Bürger meiner Meinung nach hier das Anrecht auf eine offene und transparente Antwort.

Boris Fernbacher
Baden-Baden


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