Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Stadtklinik Baden-Baden, ein Jahrhundertbauwerk“ – „Schwer nachvollziehbar, warum dieses wertvolle Bauwerk aufgegeben werden soll“ – „Nachhaltigkeit im Klinikum Mittelbaden – eine Mär”
Baden-Baden, 16.10.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Dr. Winfried von Loga Stellung.
In einem der zahlreichen und zweifelsohne kostspieligen Flyer des Klinikums Mittelbaden wird behauptet, das neue Zentralkrankenhaus werde nachhaltig und klimafreundlich aus «klimafreundlichen Materialien» errichtet, «zum Schutze der Umwelt». Diese Aussage entpuppt sich jedoch als nichts weiter als eine Mär, die einer kritischen Überprüfung nicht standhält.
Erstens: Nachhaltigkeit bedeutet, Bestehendes zu erhalten, zu sanieren und wiederherzustellen – und genau das trifft auf die alte Stadtklinik Baden-Baden zu, die vor knapp 48 Jahren als Jahrhundertprojekt konzipiert wurde. Es ist schwer nachvollziehbar, warum dieses bestehende, wertvolle Bauwerk aufgegeben werden soll, anstatt es zeitgemäß zu modernisieren.
Zweitens: Klimaneutralität heißt nicht, neue Flächen zu versiegeln und zu betonieren, sondern vorhandene Infrastruktur zu nutzen. Bis 2004 war die Stadtklinik Baden-Baden das Zentralkrankenhaus der Region. Statt diesen Standort aufzugeben, wäre es doch im Sinne des Klimaschutzes, ihn wieder in dieser Funktion zu stärken und zu revitalisieren, anstatt die Natur in Rastatt mit einem Neubau zu belasten.
Drittens: Die Wahl des neuen Standorts in Rastatt ist mehr als fragwürdig, wenn man die Patienten-Erreichbarkeit für die Region bedenkt. Während der Standort für Elsässer bequem zu erreichen ist, benachteiligt er die Bewohner von Oberbeuern, Geroldsau, Bühlertal und dem gesamten Murgtal. Es scheint, als würde die Planung des Zentralkrankenhauses nur dem Kreis Rastatt zugutekommen, anstatt das Wohl der gesamten Region Mittelbaden im Blick zu haben. Hier wird die Chance vertan, aus der Weltmarke Baden-Baden ein regionales Zentrum zu schaffen, von dem alle profitieren könnten.
Eine so engstirnige Denkweise hat in einem modernen, verantwortungsvollen Planungsprozess keinen Platz – im Sinne der Menschen und im Sinne der Umwelt.
Dr. Winfried von Loga
Baden-Baden
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