Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Streit um die Folgen von KI“ – „Siemens, Mercedes, Bosch suchen die Zusammenarbeit mit Tech-Riesen um ohne deutsche Vorschriften vom Datenreichtum zu profitieren“
Baden-Baden, 12.01.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung.
Heftig prallen die Meinungen hinsichtlich KI und die Folgen für die Menschheit aufeinander. Die einen sehen ungeahnte Möglichkeiten für die Menschheit und die anderen fürchten den Untergang der Menschheit, wenn Roboter das Zepter übernehmen. Wer von beiden Seiten recht hat, möchte ich nicht beurteilen. Allerdings muss man berücksichtigen, dass seit Menschengedenken Dinge erfunden wurden, die den Menschen das Leben bzw. die Arbeit erleichtern sollten. Das begann mit der Erfindung des Rades und setzte sich mit der Erfindung der Webstühle fort, bei der tausende Weber arbeitslos wurden und man erstmals die Erkenntnis gewann, dass der Verzicht auf menschliche Arbeitskraft einen erheblichen Einkommensvorteil für die Firmen bedeutete. Er setzte sich weiter fort über die Dampfmaschine, die viele Industriearbeiter um Lohn und Brot brachte, bis hin in die Neuzeit, mit Einführung der Elektrizität insbesondere bei der Eisenbahn. Dabei erkämpften die Gewerkschaften in England, dass die eigentlich überflüssigen Heizer unbeschäftigt, aber voll bezahlt noch eine Zeitlang auf den Elektroloks mitfahren konnten.
Und heute? Heute schauen wir mit großen Augen auf die Industrie-Roboter, die zwar unter Überwachung von Menschen, aber ohne deren Zutun schon ganze Autos zusammenbauen können (Süd-Korea). Übrigens gibt es dort bereits einen angenehmen Nebeneffekt, auf den bisher noch niemand hingewiesen hat, und zwar die Energie-Ersparnis dadurch, dass Roboter auch im Dunkeln präzise arbeiten. Man kann also riesige Fabrikhallen unbeleuchtet lassen, was insbesondere in Deutschland den Firmen eine extreme Ersparnis bringen würde.
Wie wird sich also die künftige Arbeitswelt entwickeln? Hierzu genügt ein Blick nach Las Vegas zur CES. Was dort alles an Neuigkeiten bzw. Weiterentwicklungen vorgestellt wird, hätte man sich vor einem Jahr noch nicht träumen lassen. In alle nur denkbaren Gerätschaften wird KI implementiert und damit ungeahnte Ergebnisse erzielt, so z.B. mit dem neuen «Vera Rubin»-System von Nvidia das enorme Datenmengen in Echtzeit zur Verfügung stellen kann. Oder der humanoide Roboter Altas von Hyundai, der gelenkig ist wie ein Mensch und in Kürze dort in der Autofertigung eingesetzt wird. Dass KI früher oder später in allen Firmen Einzug hält, steht außer Zweifel, die Frage ist nur in welcher Form. Wenn eine Firma Gewinnorientiert ist wie die meisten großen Konzerne, dann wird sie versuchen, soviel wie möglich an menschlicher Arbeitskraft zu ersetzen. Wenn eine Firma aber Werteorientiert ist, wie die meisten mittelständischen Familienbetriebe, dann wird sie KI zur Unterstützung ihrer Mitarbeiter bei der Entwicklung und zur Steigerung der Produktivität einsetzen.
Aber es gibt bei der großflächigen Einführung von KI in Deutschland ein Problem, den Datenschutz. KI lebt von den zur Verfügung gestellten Daten, wenn es die aber aus vorgenannten Gründen nicht erhält oder nicht verwenden darf, dann fällt Deutschland in Kürze in die Phase der Steinzeit der Industrialisierung zurück. Aus diesem Grund suchen international tätige deutsche Konzerne wie Siemens, Mercedes, Bosch und andere die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Tech-Riesen um letztlich ohne deutsche Vorschriften von deren Datenreichtum profitieren zu können.
Wie sich die Einführung von KI auf die Arbeitswelt auswirken wird, ist im Moment noch unklar. Mehr Effizienz (Wirtschaftlichkeit) bedeutet Einsparung von Herstellungskosten (siehe oben «Webstühle»), also hauptsächlich Personalkosten. Heute fahren in China schon Fahrerlose Autos und auch in einigen Städten in den USA. Im verschlafenen Deutschland wird es wohl noch 3 – 5 Jahre dauern bis es hier so weit ist, aber dann werden z.B. keine Taxifahrer mehr benötigt. Sicher ist jedoch, dass nach wie vor intelligente Menschen benötigt werden, um die KI-Roboter einzuweisen, zu überwachen und zu warten. Sicher ist aber auch, dass die derzeitige Menge an Arbeitskräften nicht mehr benötigt wird. Gleich in welcher Form der Personalabbau vor sich gehen wird ist vorauszusehen, dass die aktuellen Rentenprobleme sich geradezu als Peanuts erweisen, gegen die dann zu erwartende Massenarbeitslosigkeit. Jeder, der bei dieser düsteren Zukunftsprognose ins Grübeln gekommen ist, wäre gut beraten für diesen Fall vorzusorgen aber auch an die Jugendlichen und deren Zukunft durch geeignete Lehr- und Studienfächer zu denken.
Wolfgang Holstein
Baden-Baden
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