Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Totengräber der CDU Baden-Baden“ – „Der eine missbraucht Infrastruktur des Bundestags für hoffnungslosen OB-Wahlkampf“ – „Der andere muss sich gegen Korruptionsvorwürfe wehren“
Baden-Baden, 02.04.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Andreas Weber Stellung zu dem goodnews4-Bericht Kai Whittaker und Ulrich Wendt, zwei Brüder im Geiste – Kommentar zur OB-Wahl in Baden-Baden.
Auch nach der OB-Wahl in Baden-Baden muss man unvermindert den Kopf schütteln über das unprofessionelle, parteischädigende Verhalten derjenigen, die die ehemalige FDP-Politikerin Lencke Wischhusen als OB-Kandidatin der CDU durchboxten.
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. Da verliert eine 40-jährige, gutaussehende und offensichtlich intelligente Frau haushoch gegen einen SWR-Rentner, der – man möge es mir verzeihen – auch noch deutlich älter aussieht. Zu erklären ist das nur mit einem Verhalten und einem Profil der Bremerin, das nicht zum Amt des Oberbürgermeisters passt. Ganz sicher wird Frau Wischhusen nach der verlorenen Wahl ihren Weg erfolgreich gehen. Aber Oberbürgermeisterin – das konnten sich die Baden-Badener dann doch nicht vorstellen. Zumal sie gerade schlechte Erfahrungen mit einem Oberbürgermeister Späth gemacht haben, der – trotz aller Unterschiede – ein ganz ähnliches Profil wie Frau Wischhusen hatte.
Dass die CDU-Granden das nicht schon im Vorfeld gesehen haben, ist unverzeihlich und zeugt von sehr wenig politischem Gespür. Schlimm genug, dass man keinen eigenen, sondern einen auswärtigen Kandidaten genommen hat. Es war nach Mergen und Späth von Anfang an klar, dass ein Kandidat aus der Stadt und mit Stallgeruch diesmal die besten Karten haben wird.
Die Gesichter dieser katastrophalen CDU-Kandidatenkür haben Namen: CDU-Kreisvorsitzender Whittaker und CDU-Fraktionsvorsitzender Gernsbeck. Sie sind seit der Wahl einfach abgetaucht. Dabei müsste ihnen der nachhaltig massive Schaden, den sie angerichtet haben, klar sein. Mit Anstand zurücktreten – das wäre angebracht. Doch dafür braucht es Größe, Selbstreflexion und Charakter. Diese Qualitäten fehlen bei Whittaker und Gernsbeck ganz offensichtlich! Sie entpuppen sich immer mehr zu den Totengräbern der CDU in Baden-Baden. Kommunalwahlen, Bundestagswahlen mit den beiden an der Spitze – das kann man sich nicht mehr vorstellen! Ich würde mich als klassischen CDU-Wähler bezeichnen. Aber ich kann diesem Verein meine Stimme nicht mehr geben. Da müsste sich viel ändern!
Dass Whittaker und Gernsbeck Problemfälle geworden sind, ist mittlerweile jedem bekannt. Der eine missbraucht seine Infrastruktur als Bundestagsabgeordneter für den hoffnungslosen Wahlkampf seiner OB-Kandidatin, der andere muss sich gegen Korruptionsvorwürfe wehren. Whittaker und Gernsbeck hoffen wohl, dass Osterglocken über ihre Probleme wachsen. Doch das wird nicht geschehen. Im Gegenteil! Die Probleme scheinen immer größer zu werden. Von Wahl zu Wahl muss die CDU Macht und Einfluss abgeben. Das bürgerliche Lager der Kurstadt versammelt sich schon seit vielen Jahren nicht mehr nur hinter der CDU. Es sind ganz viele neue Köpfe, Parteien und Wählervereinigungen außerhalb der CDU hinzugekommen. Die CDU stellt den Oberbürgermeister schon seit OB-Mergen nicht mehr, die von den Bürgerinnen und Bürgern bei ihrer erzwungenen Wiederwahl 2022 zum Teufel gejagt wurde. Dietmar Späth, ein parteiloser Kandidat, wurde ihr Nachfolger. Seit der zurückliegenden Landtagswahl ist das bürgerliche Lager in erster Linie bei der AfD konzentriert, die nicht nur einen Bundestagsabgeordneten, sondern auch zwei Landtagsabgeordnete stellt.
Das Abtauchen von Whittaker und Gernsbeck und ihr schlechter Draht zur Presse – das führt nun dazu, dass die CDU in öffentlichen Debatten überhaupt nicht mehr stattfindet. Da muss man nur an die Diskussion um Menton und den dortigen Ausgang der Bürgermeisterwahl denken.
Die Vorwürfe, denen sich Ansgar Gernsbeck endlich stellen muss, wiegen schwer. Ich selbst konnte in den zurückliegenden Wochen mit zwei bekannten Fotografen und Öffentlichkeitsarbeitern in unserer Stadt sprechen. Ich habe sie gefragt, ob sie in der Vergangenheit von unseren städtischen Tourismus-Gesellschaften aufgefordert wurden, ein Angebot für eine Zusammenarbeit abzugeben. Beide verneinten. Ich werde nach und nach weitere Fotografen und Öffentlichkeitsarbeiter in Baden-Baden diese Frage stellen. Es stellt sich also die Frage, warum ausgerechnet der Bruder von Ansgar Gernsbeck, ein selbstständiger Fotograf und Öffentlichkeitsarbeiter, mit Frau Waggershauser, die im Verdacht steht, ein System der Abhängigkeiten geschaffen zu haben, bestens im Geschäft ist.
Naheliegend, dass Gernsbeck im Gemeinderat vor wenigen Wochen sein Händchen hob, als über die maßlose Gehaltserhöhung und Etataufstockung für Waggershauser abgestimmt wurde. Das hat nicht nur ein Geschmäckle. Das gehört juristisch aufgearbeitet! Allein die Personalie Waggershauser wirft Fragen auf. Es gibt nichts in ihrem Lebenslauf, das sie für diesen Job qualifiziert. Tourismusmanagement wie vor 20 oder 30 Jahren – kein Wunder reißt die Kritik an ihrer Arbeit nicht ab.
Interessant war, wer die OB-Kandidatin Wischhusen unterstützte. Da war zum Beispiel der offensichtliche Lohn-Sänger Marshall. Wie kam es dazu? Wer hat den sonst wenig politischen Musiker derart motiviert, sich für OB-Kandidatin Wischhusen einzusetzen? Welche Verträge laufen möglicherweise zwischen ihm und den Tourismus-Unternehmen? Wohlgemerkt – das Geld, das Frau Waggershauser ausgibt, ist Steuergeld! Und wir als Bürger wissen nicht, wohin das Geld fließt! Ich glaube, dass Waggershauser die Strippen gezogen hat. Die Wahl von Thomas Jung dürfe für sie ein Fiasko sein. Es stellt sich nun die Frage, ob sie ihn einfangen kann.
Vom neuen Oberbürgermeister Jung erhoffe ich mir, dass er diesen Sumpf trockenlegt. Der SWR hält seine Compliance-Richtlinien sehr hoch. Zu Recht – denn hier werden Gebührengelder der Bürgerinnen und Bürger ausgegeben. Die Compliance-Richtlinien gehen jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nach und nach in Fleisch und Blut über. Wollen wir hoffen, dass Thomas Jung diese Erfahrung mitnimmt ins Rathaus. Gelingt ihm das nicht, macht er sich zum Teil des Systems und wird auch bald Geschichte sein.
Andreas Weber
Baden-Baden
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