Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Unabhängige Kandidatin“ umringt von CDU-Granden – „Alexander Stummvoll, der 10 Jahre lang das Wahlkreisbüro des CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker leitete“
Baden-Baden, 02.03.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Jörg Riemer Stellung zu dem goodnews4-Bericht Baden-Badener OB-Kandidatin Wischhusen fordert «modernes Rathaus mit klarer Serviceorientierung» – «Alltag der Menschen erleichtern».
Lencke Wischhusen tritt offiziell als unabhängige Kandidatin zur OB-Wahl an. Ihren Wahlkampf finanziert sie nach eigener Aussage primär über Spenden. Das kann man als Bürger nun glauben oder nicht. Doch manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte: Am Samstag erschien in BNN eine mit «Wir für Lencke Wischhusen» betitelte Anzeige. Auf dem dortigen Foto sieht man die OB-Kandidatin umringt von lokalen CDU-Granden: Links von ihr der ehemalige OB Ulrich Wendt. Rechts die früheren Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner und Margret Mergen. Zwei dieser drei ehemaligen Oberbürgermeister der CDU stehen für die vielen falschen Entscheidungen und finanziellen Fehlentwicklungen in Baden-Baden, und wurden von den Bürgern der Stadt auch abgewählt. In der oberen Reihe sehen wir Brigitte Wendt-Klausner von der Frauen Union, und in der mittleren Reihe den CDU-Stadtrat Alexander Stummvoll, der 10 Jahre lang das Wahlkreisbüro des CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker leitete. Ein Großteil der örtlichen «CDU-Clique» gibt sich hier ein fröhliche Stelldichein. Auf dem Bild fehlt nur noch Frau Wischhusens Entdecker und Mentor Kai Whittaker.
Während Teile der CDU Frau Wischhusen immer noch supporten, sind andere CDU-Politiker, wie Cornelia von Loga oder Manuel Hagel, längst auf Distanz zu Frau Wischhusens OB-Kandidatur gegangen. Wir erleben aktuell eine in der Wählergunst schwächelnde und intern zerstrittene CDU, die um ihren Einfluss und noch mehr um ihre seit Jahrzehnten üppig sprudelnden finanziellen Pfründe bangt? Ohne einen klar auf Seite der CDU stehenden OB könnte es schwierig werden, die vielen finanziell verlockenden Posten speziell auch in den städtischen Gesellschaften für Parteifreunde und alte Kumpels weiterhin zu sichern. Und wer an den Weihnachtsmann glaubt, der mag auch weiterhin glauben, dass für Frau Wischhusens Wahlkampf keinerlei Gelder aus irgendwelchen CDU-Kassen fließen.
Nicht fehlen auf dem Foto der Wischhusen-Fanbase darf natürlich auch nicht der auf Social Media mit regenbogenfarbenen Haaren für mehr Diversity kämpfende Pop- und Schlagersänger Marc Marshall. Er ist inzwischen zum «Hofmusikanten» der Baden-Badener CDU aufgestiegen und wird bei unzähligen, auch von der städtischen Baden-Baden Events GmbH organisierten Anlässen dem Publikum präsentiert. Aber tritt Herr Marschall angesichts der städtischen Finanzkrise da für umme ohne Gage auf? Oder lässt er sich für seine Sangeskünste aus unseren Steuergeldern reichlich entlohnen? Es wäre auch interessant zu erfahren, ob die von Herrn Marshall organisierten und der Baden-Baden Events GmbH veranstalteten Jazz-Festivals mit einem Plus abschließen oder ob die Stadt hier mögliche finanzielle Verluste ausgleichen muss. Es muss den Bürger so nicht verwundern, dass Frau Wischhusen beim Wahlforum im Bénazetsaal auch begeistert mehr von der Stadt zu organisierende Events und Konzerte forderte, bei denen dann wohl gerne auch der von ihr explizit begrüßte Marc Marshall auftreten könnte.
Tja, das lokale «CDU-Kartell» zwecks Vergabe lukrativer Posten und Aufträge an Förderer und Freunde soll wohl auch in Zukunft fortgeführt werden … und dafür braucht die CDU ein von ihr ins Amt gehievtes und später ihren Interessen möglichst gefälliges Stadtoberhaupt.
Jörg Riemer
Baden-Baden
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