Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Verschwiegenheit und korrektes Arbeiten scheinen nicht zu Herrn Whittakers Stärken zu gehören“

Baden-Baden, 05.02.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung.

Der 39-jährige Kai Whittaker sitzt bereits seit 2013 für die CDU im Bundestag. Auch 2025 ist er wieder Bundestagskandidat der CDU im Wahlkreis Baden-Baden/Rastatt. Im dunklen Anzug und mit ordentlicher Frisur wirkt er wie der Traum jeder Schwiegermutter. Er könnte Mitarbeiter einer Volksbank sein, der seine Kunden freundlich und eloquent berät. Aber dieser Eindruck täuscht. Ein genauerer Blick auf seine politische Arbeit zeigt, dass an seiner Eignung als Volksvertreter erhebliche Zweifel angebracht sind:

Verschwiegenheit und korrektes Arbeiten scheinen nicht zu Herrn Whittakers Stärken zu gehören. Weil ein Positionspapier zum Thema Hartz IV aus dem Ausschuss für Arbeit und Soziales, in dem er mitarbeitete, unabgesprochen in die Öffentlichkeit geriet, wurde Whittaker 2014 von seiner eigenen Fraktion die Zuständigkeit als Berichterstatter für Hartz IV entzogen. Der Kampf gegen den islamistischen Terror scheint Kai Whittaker nicht so wichtig zu sein. So stimmte er 2024 im Bundestag gegen einen Antrag der AfD-Fraktion (Drucksache 20/11372) den u.a. die Errichtung eines Kalifats und die Einführung der Scharia in Deutschland fordernden Verein «Muslim interaktiv» zu verbieten, weil diese «Organisation sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richte».

 

Irak, Libanon, Kosovo, Niger, Bosnien-Herzegowina, Sudan, Rotes Meer, Mali, … Kai Whittaker hat in den letzten Jahren für alle Auslandseinsätze der Bundeswehr gestimmt. Da wirkt es befremdlich, dass der so vom Militär begeisterte Herr Whittaker selber nicht bei der Bundeswehr gedient hat und stattdessen von 2004 bis 2005 seinen Zivildienst im Klinikum Mittelbaden GmbH abgeleistet hat. Junge deutsche Soldaten in meist sinnlose Einsätze in alle Ecken der Welt und den möglichen Tod schicken, sich selber aber «aus Gewissensgründen» vor diesen Gefahren drücken, ist moralisch fragwürdig. In folgenden Worten spricht Herr Whitaker sich begeistert für die Pressefreiheit aus:

«Eine freie Gesellschaft braucht eine freie Presse. Weltweit werden Journalisten jedoch an ihrer freien Arbeit gehindert, drangsaliert, sogar ermordet. Wir als freiheitsliebende und freie Gesellschaft müssen uns dem entgegenstellen und Pressefreiheit hochhalten.»

Auf lokaler Ebene dagegen hält er bei Kritik an ihm und seiner CDU dagegen weit weniger von der Freiheit der Presse. Da die Online-Zeitung goodnews zu kritisch über die CDU und deren Rolle in der Leo-Affäre berichtete, verkündete Herr Whittaker im Jahr 2022 einen Boykott gegen goodnews und meinte: «Goodnews sollte nicht mehr zu unseren CDU-Veranstaltungen eingeladen werden.» Politiker der CDU sollen goodnews auch keine Interviews mehr geben.

Fazit: Herrn Whittaker fehlt einfach (an die Worte von Olaf Scholz angelehnt) die nötige sittliche Reife sowie persönliche Integrität und Glaubwürdigkeit für das Amt als Abgeordneter im Bundestag.

Boris Fernbacher
Baden-Baden


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