Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Viele Geschäfte dienen primär der Geldwäsche und anderen kriminellen Aktivitäten“ – Zum goodnews4-Artikel „Razzien in Baden-Baden, Rastatt, Karlsruhe und der Ortenau“

Baden-Baden, 08.12.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Danny Lieske Stellung zu dem goodnews4-Bericht Razzien in Baden-Baden, Rastatt, Karlsruhe und der Ortenau – «Beschuldigte Betreiber von Barbershops».

Vor wenigen Tagen wurden im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens des Hauptzollamts Lörrach in über 30 Barbershops in Rastatt, Karlsruhe, der Ortenau und auch Baden-Baden Razzien durchgeführt. Verdacht auf gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern sowie das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt. Drei Wochen vorher fanden in Baden-Baden und anderen Landkreisen in gastronomischen Betrieben und Unternehmen der Kosmetikbranche Razzien wegen des Verdachts auf bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern, Ausbeutung von Arbeitskräften, sowie Steuerhinterziehung im großen Stil statt. In fast allen deutschen Städten mit mehr als circa 5.000 Einwohnern schießen Handy- und Barbershops, Shisha-Bars, Nagelstudios und Dönerläden wie Unkraut aus dem Boden. Es ist ja kein Geheimnis, dass viele dieser Geschäfte primär der Geldwäsche und anderen kriminellen Aktivitäten dienen. Dies mag in Problemvierteln von Duisburg, Essen oder Berlin ja noch angehen. Dort ist das Stadtbild sowieso schon unwiederbringlich ruiniert. Für eine vornehmlich vom Tourismus und einer anspruchsvollen Kundschaft lebenden Stadt wie Baden-Baden ist diese Entwicklung aber eine Katastrophe.

 

Seriöse Geschäfte mit Angeboten im High-End-Segment schließen und in die leerstehenden Geschäftsräume ziehen die oben genannten, eher eine kaufschwache Kundschaft ansprechenden Geschäfte ein. Ein klassischer Frisör benötigt zur Geschäftseröffnung einen Meisterbrief. Einen Barbershop aber kann jeder ohne irgendeine Qualifikation betreiben. Mit ungelerntem Personal können sie einen Haarschnitt natürlich für günstige 20 Euro anbieten. Der seriöse und Fachkräfte beschäftigende Frisör kann bei diesen Preisen nicht mithalten und gibt irgendwann auf. Ein Restaurant beschäftigt in der Regel mindestens 1 oder 2 ausgebildete Köche, deren Personalkosten sich natürlich auf den Preis niederschlagen. In einem Dönerladen dagegen kann man jede x-beliebige Person, häufig noch nicht mal sozialversicherungspflichtig angemeldet, an den Drehspieß stellen. Auch deshalb ist der Döner so preisgünstig und beliebt.

Die Stadt verfügt kaum über ordnungspolitische und juristisch nicht anfechtbare Instrumente, um der zunehmenden Ansiedlung der genannten Geschäfte einen Riegel vorzuschieben. Hier ist die Zivilgesellschaft gefragt: Immobilienbesitzer sollten mehr Verantwortung für ihre Stadt zeigen, indem sie nach dem Auszug eines Geschäfts aus ihrer Immobilie lieber mal auf 1 oder 2 Monatsmieten verzichten und sich Zeit lassen in Ruhe nach einem seriösen Interessenten zu suchen, anstatt ihre Geschäftsräume so schnell wie möglich an den nächstbesten Barbershop oder Dönerladen zu vermieten. Aber auch jeder einzelne Bürger unserer Stadt ist gefragt: Investieren Sie lieber 10 Euro mehr in einen ordentlichen Haarschnitt bei einem Frisör anstatt in den Barbershop zu gehen. Gönnen Sie sich für 15 Euro zusätzlich doch mal ein leckeres Essen in einem professionellen Restaurant, anstatt sich im Dönerladen oder Asia-Imbiss nur billig zu sättigen.

Danny Lieske
Baden-Baden


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