Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Wie gesund darf ein Klinikum noch sein??? PFAS/PFC verseuchtes Grundwasser, hohe Eisen- und Manganwerte, vergrabene Kampfstoffe“
Baden-Baden, 09.09.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Rita Maria Hirsch-Ursinus Stellung zu dem goodnews4-Bericht «Grenzwertüberschreitung bei den PFAS festgestellt» – Klinikum Mittelbaden reagiert auf goodnews4-Anfrage.
Von Rastatt immer verneint, beweist der Vor-Untersuchungsbericht vom Standort Münchfeldsee schwarz auf weiß, dass Rastatt schon beim ENDERA-Standortgutachten falsche Angaben gemacht hat und weiterhin Informationen unterschlägt. Auch dieser Voruntersuchungsbericht, in dem noch wichtige Ergebnisse und Fakten fehlen, bestätigt, dass man Rastatt nicht trauen kann und nicht trauen darf.
Zum Thema PFAS/PFC im Grundwasser: steht im Bericht «Rastatt nannte lediglich Spuren von PFC im unbedenklichen Bereich (S 0,143). Genannt wurden Probenahme RSC/DJK a 01.04.2021, Quotienten Summe (QS) 0,63 bzw. 0,78». Dies ist eine Falschaussage, denn im Untersuchungsbericht (unter2.1) wird wörtlich festgestellt: «Entgegen diesen falschen Angaben liegt das Projektgebiet in der Onlinekarte des LGRB (2) im Bereich der höchsten Belastungen. Die Quotienten Summen sind im Bereich des Projektgebietes mit QS>3 angegeben.» (Unter 4.4.2 werden diese neu ermittelten hohen Werte als tatsächlich bestätigt).
Hohe Eisen- und Manganwerte im Grundwasser
- Die kritische Eisenwerte (= 0,1 mg/ltr.) sind mit 0,13 und 0,242 mg/ltr., überschritten.
- Die kritischen Manganwerte (= 0,05 mg/ltr.), sind mit 0,141, 0,336 und 0,175 g/ltr., ebenfalls weit überschritten.
Was beides für die geothermische Energiegewinnung bedeutet:
- Energiegewinnung aus einem Grundwasser-Brunnen ist wegen hoher PFAS/PFC Werte und hoher Eisen- und Manganwerte im Grundwasser NICHT möglich.
- Da eine Wiedereinleitung von PFAS/PFC verseuchten Grundwassers in den Untergrund nach dem Wasserhaushaltsgesetzt NICHT erlaubt ist, entstehen fortlaufend hohe Kosten für die Entgiftung des verseuchten Grundwassers. (Für Anlagen und Wartung)
- Wegen der überhöhten Werte an Eisen und Mangan im Grundwasser, werden auch Tiefenbohrungen notwendig.
- Auch für die Energiegewinnung braucht es spezifische, kostenintensive Anlagen und für die Verrohrung feuerverzinkte- oder Edelstahlrohre.
- Dies erzeugt fortlaufende Kosten durch Wartungsarbeiten, Filtertausch, ect.
All diese extremen Folgekosten lassen eine gewinnorientierte Bewirtschaftung eines Klinikums am Münchfeldsee für die Zukunft fast unmöglich erscheinen. Eine wichtige Frage ist auch, ob Erdwärmebohrungen im Rheingraben überhaupt sinnvoll sind? Landau in der Pfalz hat alle Aktivitäten zur Erdwärme-Gewinnung eingestellt, nachdem es zu Erdbeben kam.
Sorge bereitet auch, dass in wenigen 100 m Entfernung unser Wasserschutzgebiet ausgewiesen ist. Auch aus diesem Grunde sind geothermische Tiefenbohrungen im Rheingraben sicherlich nicht ratsam. Beängstigend ist auch der Gedanke, dass durch Tiefenbohrung (können 2000-5000 m tief gehen) unser Thermalwasser mit PFAS/PFC kontaminiert werden könnte?
Kampfmittel: Vorkommen von Kriegsbomben-Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg am Münchfeldsee. Im Standortgutachten schrieb RA «Blindgänger-Verdachtspunkte sind gegeben». Wieder eine Falschaussage, denn es bestehen nicht nur Verdachtspunkte, sondern es ist grausame Gewissheit, was im Voruntersuchungsbericht zu lesen ist: «Nach der Luftbildauswertung in [1] weist der Standort großflächig bombardierte Bereiche auf. Es liegen zudem Hinweise vor, dass im Rahmen des Kies‐ und Sandabbaus in den Nachkriegsjahren (bis in die 1960er Jahre) über die Jahre Blindgänger aufgefunden, auf dem Gelände umgelagert und – ohne weitere Dokumentation – wieder eingegraben wurden. Weitere Informationen hierzu vom Tiefbauamt Rastatt lagen zum Zeitpunkt der Bericht- Erstellung nicht vor.» Weiter unten wird ausgeführt: «Die Dokumentation der Kampfmittelfreimessung zur BK6 und BK12, wurde bis zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht übermittelt und wird entsprechend in einer späteren Version nachgereicht. Eine flächendeckende Kampfmittelfreiheit kann aufgrund der punktuellen Untersuchungen für das Projektgebiet nicht erteilt werden und ist entsprechend vor Beginn der Baumaßnahme durchzuführen.» Warum erst dann?
Hier drängt sich dem Bürger sofort wieder dieses ungute Gefühl auf, dass Rastatt einmal mehr manipuliert? Warum wird vom KMB, Landrat Dusch und OB Späth den Bürgern vorgegaukelt und in die Welt hinausgeschrien, dass der Standort Münchfeldsee geeignet sei? Das ist schon lange falsch! Auch Blindgänger ohne Dokumentation über ihre Lage einzugraben, machen eigentlich nur – wie würden die Rastatter Ratsherren wieder sagen? – «schlafwandelnde Irrlichter».
Sicher darf, ganz nach Rastatter Manier, das Tiefbauamt Rastatt die Unterlagen wohl erst dann herausgeben, wenn die Funde und Fakten keine Auswirkungen mehr auf die Standort-Entscheidungen in den Gremien haben kann??? Warum sonst, sollen entsprechende Untersuchungen auf Kampfmittel erst vor dem Beginn der Baumaßnahmen durchgeführt werden?
Und was passiert, wenn jetzt noch keine Kampfstoffe nachgewiesen werden, aber mit den Jahren die Blindgänger-Hüllen verrotten und sich doch noch Kampfstoffe im Grundwasser freisetzen. Welche Gefahr besteht dann für Patienten und Angestellte, sowie auch für die Anwohner am Münchfeldsee? Wie verantwortungslos war das Handeln der Rastatter Verantwortlichen wirklich? Ich stell mir immer wieder die Frage: «Welcher Bürger geht noch freiwillig und mit Vertrauen in ein Klinikum am Münchfeldsee? Einzige Antwort: «Nur der Dumme, der von alle dem nichts weiß!» Da kann ich nur noch sagen: «Bleiben Sie auf jeden Fall gesund.»
Mit freundlichen Grüßen aus Neuweier
Rita Maria Hirsch-Ursinus
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