Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Wie zu jeder Wahl wirbt das ‚Murmeltier‘ Bloedt-Werner“ – „Seine Partei ist sich nicht zu schade sogar Ressourcen des Bundestags für Wahlwerbung zu nutzen“
Baden-Baden, 16.03.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Rainer Sauters Stellung.
Es gehört inzwischen fast schon zum politischen Ritual in Baden-Baden: Wenn eine Wahl ansteht, dauert es nicht lange, bis Stadtrat Klaus Bloedt-Werner mit einer von ihm finanzierten Anzeige auftaucht, um sich in den Wahlkampf einzumischen. Auch diesmal ist es wieder so weit.
Man könnte darüber hinwegsehen. Jeder Bürger hat selbstverständlich das Recht, seine politische Meinung öffentlich zu äußern – auch über Anzeigen. Wirklich problematisch wird es jedoch dort, wo Argumente präsentiert werden, die weniger mit Sachlichkeit als mit politischer Dramatisierung zu tun haben.
So wird in der Anzeige behauptet, ein Kandidat könne angeblich nur mit den Stimmen der AfD gewählt werden. Diese Darstellung wirkt nicht nur polemisch, sondern auch diskreditierend. Tatsächlich hat die AfD ausdrücklich keine Wahlempfehlung für einen der beiden OB-Kandidaten ausgesprochen, die es in die Stichwahl geschafft haben. Die Behauptung, ein Kandidat sei in besonderer Weise von Stimmen dieser Partei abhängig, entbehrt damit jeder Grundlage und trägt eher zur politischen Stimmungsmache bei als zu einer sachlichen Debatte.
Noch erstaunlicher wird die Argumentation, wenn gleichzeitig vor angeblich «finanzstarken Unterstützern» gewarnt wird. Wer derzeit durch Baden-Baden geht, sieht einen Wahlkampf mit großflächigen Plakatierungen, aufwendig gestalteten Fensterbeklebungen in der Fußgängerzone und zahlreichen Anzeigen in Amtsblättern und Tageszeitungen zugunsten der favorisierten Kandidatin. All das kostet Geld – und nicht wenig. Der Vorwurf gegenüber anderen wirkt vor diesem Hintergrund zumindest bemerkenswert. Auch Bloedt-Werner setzt doch selbst Geld ein, um Wahlkampf zu betreiben. Und auch seine Partei ist sich nicht zu schade, lautstark zu trommeln und sogar Ressourcen des Bundestags für Wahlwerbung zu nutzen. Fast schon ein politischer Treppenwitz ist zudem ein anderer Punkt: Der Verfasser der Anzeige, Bloedt-Werner, ist selbst fast zehn Jahre älter als der OB-Kandidat Thomas Jung. Wenn also mit dem Finger auf andere gezeigt wird, sollte man sich vielleicht zunächst die eigene Position vor Augen führen.
Aber so kennen wir Herrn Bloedt-Werner nun schon seit Jahren, und es bleibt zu hoffen, dass – wie auch in der Vergangenheit – diese niveaulose Stimmungsmache von den Wählern durchschaut wird.
Doch jenseits solcher Wahlkampfmanöver stellt sich die entscheidende Frage: Wer ist wirklich geeignet, unsere Stadt zu führen?
Baden-Baden ist keine Bühne für politische Experimente und auch kein Karriereschritt für jemanden, der die Stadt erst noch kennenlernen muss und möglicherweise auf Jobsuche ist. Unsere Stadt braucht eine Persönlichkeit, die Baden-Baden kennt, hier verwurzelt ist und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Am Ende entscheiden die Bürgerinnen und Bürger selbst. Vielleicht wäre es gut, wenn diese Entscheidung nicht von zugespitzten Anzeigen geprägt wird, sondern von der Frage, wem man zutraut, Baden-Baden acht Jahre lang seriös und verantwortungsvoll zu führen.
Geben Sie Baden-Baden die Chance auf einen Politikwechsel.
Wählen Sie die alten CDU-Seilschaften ab.
Wählen Sie Thomas Jung.
Rainer Sauters
Baden-Baden
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