Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Wir Grünen sind halt diejenigen…“
Baden-Baden, 21.01.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung.
«Wir Grünen sind halt diejenigen, die wissenschaftliche Erkenntnis versuchen in politische Veränderungen umzusetzen. Wenn die Grünen nicht beteiligt sind, gibt es keinen Träger der Erkenntnis im politischen Raum.» Mit diesem Zitat zeigt Anton Hofreiter nicht nur ein gehöriges Maß an Überheblichkeit, sondern offenbart auch, dass er und seine grünen Parteifreunde die grundlegenden Prinzipien, Aufgaben sowie Grenzen von Wissenschaft und Politik nicht begriffen haben: Die Wissenschaft bemüht sich auf ihrem jeweiligen Fachgebiet um die Beantwortung einer an sie herangetragenen konkreten Frage. Dafür sammelt der Forscher Fakten und entwickelt daraus eine vorläufige Hypothese. Diese überprüft er danach anhand der Realität, um zu einer die Frage beantwortenden Erklärung zu gelangen. Wenn seine Kollegen diese Theorie verifiziert haben, gilt sie vorübergehend als hinreichende Erklärung der Ausgangsfrage. Sollte aber auch nur ein anderer Forscher zu Daten gelangen, welche die Theorie falsifizieren, landet diese im Müll. Sollte jemand eine andere Theorie entwickeln, welche die Ausgangsfrage besser beantwortet, ist die ursprüngliche Theorie überholt. Daraus folgt, dass es in der Wissenschaft keine absoluten und ewig gültigen Wahrheiten, sondern nur schrittweise und temporäre Annäherungen an selbige gibt. Diese Grundprinzipien der Wissenschaft hat Sir Karl Popper sehr gut in seinem Buch Alles Leben ist Problemlösen beschrieben.
Die Wissenschaft macht darüber hinaus auch Prognosen. Diese sind aber nie so eindeutig und klar, wie uns Klimaaktivisten und die Grünen weismachen wollen. Kein Wissenschaftler wird je eine Prognose wie «Wenn wir den CO2-Ausstoß nicht um 70 Prozent senken, dann wird es in 15 Jahren auf der ganzen Welt um 2 Grad wärmer sein» machen. Eine wirklich wissenschaftliche Prognose ist meist viel vorsichtiger und einschränkender. Ein Klimaforscher würde wie in folgendem fiktiven Beispiel formulieren: «Bei gleichbleibendem CO2-Ausstoß und der Annahme der konstant bleibenden Faktoren A und B sowie unter Außerachtlassung der Faktoren C und D ist mit einer Wahrscheinlichkeit von um die 80 Prozent von einen wahrscheinlichen Temperaturanstieg im Fenster von X bis Y in den Regionen E, F und G auszugehen.»
Die Wissenschaft macht auch nie normative Aussagen, wie beispielsweise «die Menschheit muss den CO2-Ausstoß in den nächsten 10 Jahren senken, um die Welt zu retten». Dies würde ihre Fähigkeiten überschreiten und auch dem u.a. von Max Weber formulierten Postulat einer wertfreien Forschung widersprechen. Die Frage, wie wir als Gesellschaft auf die Herausforderungen der Gegenwart im politischen Raum reagieren, kann uns keine Wissenschaft und kein Gott abnehmen. Der Politiker, welcher dem angeblichen Klimawandel entgegenwirken will, muss natürlich die Ergebnisse der Klimaforschung zur Kenntnis nehmen. Er muss aber auch die möglichen wirtschaftlichen, finanziellen, verkehrstechnischen und sozialen Folgen und Nebenwirkungen einer von ihm verfolgten Energiewende bedenken.
Dieses bedächtige und abwägende Vorgehen fehlt bei unseren, das Schreckgespenst der Klimakatastrophe an die Wand malenden Politikern der Partei die Grünen aber leider komplett: Die negativen Folgen ihrer Energiewende für die Exportfähigkeit der deutschen Wirtschaft bedenken sie genauso wenig wie die Risiken einer nicht mehr gewährleisteten konstanten Energieversorgung oder die Preissteigerungen der Heiz- und Benzinkosten für die Bürger. Diese einseitige Fixierung der Grünen auf die Rettung der Welt vor der von ihnen beschworenen Klimaapokalypse birgt sehr große Gefahren für die wirtschaftliche und soziale Stabilität unseres Landes. Deshalb ist die Partei Die Grünen am 23. Februar für jeden verantwortungsvollen Bürger auch unwählbar.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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