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Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Wohltätiges Baden-Baden: BT-Leser bereiten Weihnachtsfreude. Ein Akt der Selbstbeweihräucherung der drei Alleineigentümerinnen?“

Baden-Baden, 06.12.2018, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Gertrud Mayer Stellung.

Heute ist der Tag des Heiligen Nikolaus. Es wird wieder einmal gesammelt, und so das in Baden-Baden verbreitete Ehrenamt hochgehalten. Das «Badische Tagblatt» ist generös und übernimmt alle anfallenden Verwaltungskosten − welche? Es kommt noch besser: die Verlegerin Xenia Richters hat wohl ihre Geldbörse verlegt: sie spendet − wohl gemeinsam mit ihrer Mutter Yvonne Hambruch-Piesker und ihrer Tante Eva Ertl − 2.500,00 EUR (in Worten: zweitausendfünfhundert). Fehlen da am Ende nicht ein paar Nullen? Tiefschwarze Nullen gibt es sehr wohl, denn 2017 hat allein die Badische Tagblatt GmbH 750.000 EUR an die Gesellschafter als Gewinn ausgeschüttet, und der restliche Jahresüberschuss in Höhe von 1.015.443,68 EUR wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Die alte Tante Ertl hatte aber natürlich auch noch ein Gehalt als Geschäftsführerin des BT, das wird aber schamhaft in der Bilanz verschwiegen.

Teilt man die üppige Spende durch drei (Alleineigentümerinnen des BT), ergibt sich nach Adam Riese 833,33… EUR. Wie kommt man bei dieser Zahl zu Gleichheit und Gerechtigkeit? Was ist mit dem letzten Cent? Wie wird man eigentlich − von einem Tag auf den anderen − Verlegerin, wie z.B. Xenia Richters? Ihr Großvater Werner Hambruch − als Mitarbeiter einer Bank auch fachfremd − musste mehrere Jahre Praktika bei anderen Verlagen absolvieren, bevor ihn Hermann Koelblin zum «Verleger» machte.

Das Gewese um die «Weihnachtsfreude», mit der die Seiten des BT auf Kosten zahlender Abonnenten gefüllt werden, lässt vergessen, wo die Tante Eva Ertl geblieben ist. Beschäftigt sie sich in stillem Gedenken mit dem 1970 verstorbenen Ehemann Ottoheinz Ertl und seiner Mitgliedschaft Nr.309146 in der NSDAP seit dem 1. Mai 1933? Hat Eva Ertl diese Nachfolge im Geist und Denken auf ihre Nichte übertragen? Soll Xenia Richters als Verlegerin das Werk im alten Sinne weiterführen?

Ihr Auftritt im Internet gibt über sich und ihre berufliche Karriere Auskunft. Geboren am 18.9.1963 schreibt sie über sich selbst: «Charmante Gastgeberin des Hauses [Burg Alt-Eberstein], die sich um die Gäste kümmert. … Sie ist Gastronomie-Quereinsteigerin, bzw. TV-Aussteigerin, zuvor war sie als Journalistin tätig.» Also «back to the roots»? Verlegerin des Badischen Tagblatts? Vieles spricht dafür, denn der Pachtvertrag für die im Eigentum des Landes Baden-Württemberg stehende Burg ist zum Jahresende gekündigt worden. Auf denn: von der Gastronomie-Aussteigerin zur Verlags-Einsteigerin.

Die Spende von 2.500,00 EUR (bei 1.000 Bedürftigen 2,50 EUR je Kopf) sei «ein Zeichen der Verbundenheit mit dieser Aktion», schreibt das BT am 1.12.2018. Da kommt einem die französische Königin Marie Antoinette in den Sinn. Man teilte ihr um 1789 mit, dass ihre Untertanen Hunger litten. Daraufhin ihre Antwort: «Die Menschen haben kein Brot? Warum essen sie keinen Kuchen?» Oder trifft hier das Bild der wundersamen Brotvermehrung zu? Dies ist eines der Wunder Jesu und beschreibt die Vermehrung von wenigen Broten und Fischen (Euro) und die damit verbundene Speisung tausender Menschen am See Genezareth (Oos).

Auch Rolf Metzmaier, «Berater» der drei Alleineigentümerinnen und als Mit-Geschäftsführer von mindestens zwei Unternehmen in vielfältiger Weise in die Aktionen eingebunden, spendete am selben Tage. Wieviel wird nicht verraten! Aber wenigstens ist er im BILD! Auf dem Obstgut Leisberg gibt es jetzt einen Brunnen mit fließendem (!) Trinkwasser. Offensichtlich nicht Arsen- oder PFC-belastet, wie anderenorts in Baden-Baden. Wie schön, dass der Rechtsanwalt sich für fließendes Wasser engagiert und nicht nur für die stetig fließenden Geldströme seiner drei Auftraggeberinnen, oder? Das Ganze fand im Rahmen der Überreichung der «Leader»-Plakette für das Projekt auf dem Obstgut Leisberg statt. Um welchen «Führer» ging es denn dabei? Jedenfalls sagte Frau OB Mergen: «es sei ihr wie die Entdeckung Amerikas» vorgekommen, als 2017 das Obstgut für die Allgemeinheit geöffnet wurde.

Wie klein sind denn die Gehirne dieser «Stadt-Oberen», dass sie meinen, den Bürger so verdummen zu können? Das sollte man sich vor der Kommunalwahl 2019 fragen, oder?

Gertrud Mayer
Baden-Baden


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