Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Wüstenregion Bodensee“ – Zum Gastkommentar von Franz Alt
Baden-Baden, 03.12.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Schnellster Anstieg des CO2 in den letzten 50.000 Jahren – Gastkommentar von Franz Alt.
Sehr geehrter Herr Alt, Sie dramatisieren in Ihrem Kommentar mit folgenden Worten die möglichen Folgen des angeblichen Klimawandels:
«Deshalb wird der Klimawandel manches Ferienparadies von heute in eine Wüste von morgen umkrempeln, wenn wir ihn nicht stoppen. In Deutschland zum Beispiel die Bodenseeregion.»
Der Bodensee wird nach einer Auswertung des Seeforschungsinstituts Langenargen tatsächlich wärmer. 1962 betrug die jährliche Durchschnittstemperatur an der Oberfläche 10,5 Grad. 2022 lag sie dann mit 14,1 um 3,6 Grad höher. Natürlich hat dies Auswirkungen auf den Sauerstoffgehalt des Wassers und verschlechtert die Lebensbedingungen der Fische. Man muss hier aber auch berücksichtigen, dass die Wassertemperatur zwar in Korrelation zur Durchschnittstemperatur der angrenzenden Landmasse steht, aber nicht analog zu ihr verläuft. Im Zeitraum 1961 bis 1990 lag die Durchschnittstemperatur in Konstanz bei 9,2 Grad und selbst im extrem heißen Jahr 2023 mit 11,5 Grad nur etwas über zwei Grad höher. Im Sommer 2024 wurde in Konstanz eine Durchschnittstemperatur von 19,7 Grad gemessen. Das ist immer noch SEHR WEIT ENTFERNT von den 40 bis 50 Grad, die normalerweise ganzjährig in Wüsten herrschen.
Zwar ist auch in europäischen Regionen mit gemäßigten und feuchten Klimaten eine zunehmende Degradierung und Erosion von Böden zu beobachten, die unter dem Begriff «Wüstenbildung» diskutiert wird. Diese beruht aber zum Großteil auf einer Intensivierung der Landwirtschaft mittels künstlicher Bewässerung, was zu einem Absinken des Grundwasserspiegels führen kann. Auch Monokulturen und der massive Einsatz von Kunstdünger spielen hier eine negative Rolle. Der Klimawandel hat dabei aber nur eine sekundäre Bedeutung. Also wäre hier eher ein Umdenken in der Land- und Forstwirtschaft angebracht.
Jedenfalls hat kein Wissenschaftler jemals die Befürchtung geäußert, dass sich die Bodenseeregion wegen des angeblichen Klimawandels in eine Wüste verwandeln könnte. Sie sollten sich deshalb in Ihren Kommentaren etwas genauer an wissenschaftliche Fakten halten, Herr Alt, und nicht mit herbei phantasierten Horrorszenarien von einer drohenden «Wüstenregion Bodensee» der Bevölkerung Angst und Panik vor den Folgen eines möglichen Klimawandels einjagen.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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