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Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ zu „Muggensturm plädiert für Radschnelltrasse nach Karlsruhe“ – „Behauptung Muggensturm habe sich für einen RSW eingesetzt ist in diesem Zusammenhang nicht richtig!“

Baden-Baden, 15.04.2019, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Oliver Haungs Stellung zu dem goodnews4-Bericht Muggensturm plädiert für Radschnelltrasse nach Karlsruhe − «Mitwind für den Radverkehr in der Region».

In der Diskussion um einen Radschnellweg (RSW) in der Region muss einiges richtiggestellt werden. Vor allem die Behauptung Muggensturm habe sich für einen RSW Muggensturm-Malsch-Karlsruhe eingesetzt ist in diesem Zusammenhang nicht richtig! Vielmehr hat der Muggensturmer Gemeinderat auf seiner öffentlichen Sitzung am 11.02.2019 über die geplanten Radschnellwegverbindungen in der Region Mittlerer Oberrhein beraten.

Es wurde festgestellt, dass nach den vorliegenden Planungen im Rahmen der Machbarkeitsstudie zu den Radschnellverbindungen die Gemeinde Muggensturm vom Streckenverlauf nicht tangiert ist. Dennoch sieht der Gemeinderat Muggensturm einen weiteren Streckenverlauf, der jedoch in der Erstellung der Machbarkeitsstudie leider außer Acht geblieben ist, als wichtige und potenzielle Radschnellwegverbindung durchaus an.

Mit Schreiben vom 01.04.2019 wurde Folgendes der Region Mittlerer Oberrhein mitgeteilt: Bei dieser Strecke handelt es sich um folgenden Verlauf: Die Strecke erstreckt sich ausgehend von Rastatt-Ost über die Schnellbahntrasse Rastatt-Karlsruhe, geht über den Silberstreifen und Bulach um letztlich bei der Günter-Klotz-Anlage in Karlsruhe zu enden. Mit diesem Streckenverlauf kann eine optimale Verlängerung an den Murgtalradweg «Tour de Murg»/Paminaradweg geschaffen werden. Diese gesamte Streckenerschließung würde in ein Einzugsgebiet von ungefähr 500.000 Einwohnern fallen. Muggensturm bat aufgrund seiner Auffassung diesen Streckenverlauf ebenfalls in die Betrachtung mit aufzunehmen und das Potenzial für eine Radschnellwegverbindung zu prüfen.

Es geht also darum, den Streckenverlauf dahingehend zu verlegen, dass dieser anstatt mitten durch die Gemeinden Ötigheim, Bietigheim und Durmersheim an die Peripherie der Ortschaften verlegt wird. Das bietet den wichtigen verkehrstechnischen Vorteil, dass Verkehr aus den neuralgischen Ortskernen verlagert und lediglich tangierend an den Ortschaften vorbeigeführt werden würde. Denn keine Ortschaft braucht noch zusätzlich Verkehr innerhalb ihrer Gemeindegemarkung, und sei es auch «nur» Radverkehr. Dafür bietet sich der östliche Bahndamm der neuen Schnellbahntrasse vom neuen Bahntunnel ab Rastatt Nord geradezu an! Dieser ist nämlich breit genug und könnte durchgehendes, zügiges und ungehindertes Radfahren gewährleisten.

Für Radfahrende wäre die Streckenverlegung von enormer Wichtigkeit, da gerade innerorts die meisten gefährlichen Situationen für Radfahrende entstehen und die meisten Unfälle passieren. Außerdem würde eine Streckenführung durch die Gemeinden dem Geiste und dem Sinn eines RSW völlig zuwiderlaufen, denn ein RSW hat vor allem die Kardinalsaufgabe den Radverkehr schnell und sicher von A nach B zu bringen, aber auf keinen Fall ihn mit Ortsverkehr z. B. durch Ampeln, Zebrastreifen, Vorfahrtsstraßen, Einmündungen oder abknickender Streckenführung auszubremsen. Denn das macht einen Radschnellweg zum Radschleichweg.

Lobenswerterweise hat sich jedoch der Muggensturmer Gemeinderat sowie der Muggensturmer Bürgermeister, Herr Dietmar Späth, nicht nur mit einer banalen Streckenverlegung vor die Tore der Gemeinden zufriedengegeben, sondern sie haben sogar noch obendrein ein sehr schlüssiges Gesamtkonzept entworfen, in dem nicht nur der Anschluss an den Murgtalradweg/Paminaradweg sondern auch die Weiterführung mitten ins Herz von Karlsruhe ausgearbeitet und konzeptionell angeregt wurde. Das nötigt einem Respekt ab, da es gesamtheitlich gedacht ist und fachliche Kompetenz mit einem großen Horizont erkennen lässt.

Ein RSW der sowieso mit der Mindestfrequentierung von 2.500 Radelenden pro Tag zu kämpfen hat, sollte eine möglichst große Anzahl von potenziellen Nutzern in seinen Einzugsbereich ziehen. Deshalb wäre ein faires Entgegenkommen gegenüber den Radfahrenden aus den östlichen Gemeinden Kuppenheim, Rauental, Bischweier, Bad Rotenfels, Muggensturm sowie dem Murgtal für eine adäquate Auslastung eines RSW von großer Bedeutung. Denn niemand würde aus diesen Gemeinden zuerst mitten in die Nachbargemeinden radeln, um dann nach Karlsruhe zu gelangen. Für Ötigheim, Bietigheim und Durmersheim wäre es nur eine moderate Verlegung um ca. 500 m nach Osten vor die Tore der Ortschaften, die die Attraktivität des RSW in keinerlei Weise beeinträchtigte.

Ich schließe, indem ich meiner Hoffnung Ausdruck verleihe, dass die RSW-Thematik unter dem neuen Landrat und der Neubesetzung der Dezernentenstelle im Landratsamt zu einer gründlichen Neubewertung samt Korrektur der Streckenführung führen wird. Denn nur wenn man Radpolitik im Interesse und Sinn der Rad fahrenden Bevölkerung macht, erreicht man zielführend, dass immer mehr Menschen auf das gesunde und umweltschonende Verkehrsmittel Fahrrad umsteigen. In Muggensturm hat man das verstanden und in seiner Empfehlung umgesetzt!!

Oliver Haungs
Muggensturm


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