Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Zu Planungen für Freiflächen-Solaranlagen in der ehemaligen Kiesgrube Niederwald in Sandweier“ – „Kahle Wiese mit Solarzellen“
Baden-Baden, 07.09.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung.
Die Stadt Baden-Baden hat mit Beschluss des Gemeinderats vom 11. November 2023 ein Verfahren zur Erstellung eines Bebauungsplans für Freiflächen-Solaranlagen in der ehemaligen Kiesgrube Niederwald in Sandweier eingeleitet. Deren klimaneutral produzierter Strom soll helfen, den Klimawandel zu stoppen. Während Öko-Aktivisten für die Erhaltung des Regenwaldes am Amazonas kämpfen, will man in Baden-Baden also lieber eine kahle Wiese mit Solarzellen anstatt die freie Fläche mit Bäumen zu renaturieren.
Da zu den geplanten Photovoltaik-Anlagen noch viele ungeklärte Fragen bestehen, hat die AfD-Fraktion im Gemeinderat eine Verschiebung des Tagesordnungspunktes zur Prüfung der umweltpolitischen Zielsetzungen durch den Fachbereich Forst zur Erreichung des umweltpolitischen Ziels der CO²-Reduktion beantragt. Für die geplanten Anlagen wird ein jährlicher Ertrag von rund 3 Millionen Kilowattstunden kalkuliert. Das sind aber nur 1 bis 2 Prozent des heutigen Strombedarfs von Baden-Baden. Bei einer angenommenen Nutzungsdauer von 30 Jahren ergäben die Solaranlagen eine CO²-Einsparung von 52.560 Tonnen. Um diesen Stromertrag zu produzieren, wird eine Freifläche von circa 10 Hektar benötigt, da eine Beschattung durch Bäume zu vermeiden ist. Die gesamte Fläche der Kiesgrube Niederwald beträgt etwa 19 Hektar.
Man könnte aber auch auf die Solaranlagen verzichten und stattdessen einen Wald anlegen. Die Belegungsdichte bei Buchen beträgt circa 150 Bäume pro Hektar. Somit könnten auf dieser Fläche rund 1.500 Buchen angepflanzt werden. Bäume wandeln CO² in Sauerstoff um und binden dieses Gas auch in ihrer Biomasse. Die damit erzielte CO²-Einsparung ist zwar nicht so hoch wie bei Solaranlagen auf gleicher Grundfläche. Dafür ist eine Bepflanzung aber wirklich nachhaltig, da Buchen im Schnitt 160 Jahre alt werden. Photovoltaik-Module dagegen müssen spätestens nach 30 Jahren kostenintensiv ausgetauscht werden. Waldflächen bieten eine deutlich höhere Biodiversität als mit Solaranlagen versehene Wiesen und ein Wald senkt die Temperatur lokal um durchschnittlich 2 Grad Celsius. Auch für die Bürger unserer Stadt wäre es gewiss angenehmer, durch einen neuen Wald zu spazieren als durch eine riesige Ansammlung von Solarzellen. Und was ist mit den vom Aussterben bedrohten Wildbienen- und Wespenarten, welche nach einem Gutachten zur Umweltverträglichkeit auf den Flächen der nur 200 Meter Luftlinie von der Kiesgrube entfernt gelegenen geplanten Querspange für das von OB Späth favorisierte Neue Klinikum auf dem Gelände «Am Münchfeldsee» leben?
Leider scheinen sich die im Gemeinderat vertretenen Parteien mit Ausnahme der Alternative für Deutschland kaum noch für den Erhalt unserer Wälder und den Lebensraum der Wildtiere zu interessieren. Dies verwundert besonders bei den Grünen, deren Anhänger doch früher fleißig Kröten über Straßen getragen haben und am liebsten jeden Baum einzeln umarmt hätten. Heute opfern sie unsere Wälder und Wiesen für ihre ideologischen Zwangsvorstellungen einer Energiewende, die unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit, den Wohlstand der Bürger UND die Natur ruinieren. Da muss man sich doch fragen: Ist Blau das neue Grün?
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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