Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum „AfD-Duell“ – „Philipp Helber streut Bürgern nur Sand in die Augen“

Baden-Baden, 22.09.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Erstes goodnews4 «AfD-Duell» – Thema «Menschenbild» – Walker: «Was die AfD vermeintlich clever macht» – Helber: «Dass jeder die gleichen Chancen hat, sich in Deutschland zu verwirklichen».

Der Rastatter AfD-Stadtrat Philipp Helber macht im von Christian Frietsch moderierten Gespräch mit dem ehemaligen Rastatter Oberbürgermeister Klaus-Eckhard Walker salbungsvolle Aussagen zum Menschenbild und den politischen Positionen seiner Partei: «Unabhängig davon, was jemand für eine Religion hat, soll er die gleichen Chancen haben, sich mit seinen Fähigkeiten in Deutschland zu verwirklichen». Herr Helber spricht auch über die deutsche Leitkultur, über Humanismus, Kant, Beethoven, Schiller, das christliche Abendland und die Menschenwürde. Schöne Worte, mit denen er den Bürgern aber nur Sand in die Augen streut. Die Realität in seiner AfD sieht ganz anders aus:

 

Letzten Samstag veranstaltete der AfD-Kreisverband Baden-Baden/Rastatt einen Infostand in Bühl. Der AfD-Kreisvorsitzende Kurt Hermann attackierte die zahlreichen Gegendemonstranten mit dem Satz «Schert euch doch nach Nordkorea. Dort gehört ihr hin.» Unter lautem Applaus und zu den Klängen von Gigi Agostinos Song «L‘Amour Toujours» sowie lauten «Deutschland»-Rufen traf als Gastredner der AfD-Aktivist Serge Menga ein (BNN vom 19.09.2026). Dieser Song sorgte vor drei Jahren für einen Skandal, weil er in Diskotheken sowie auf Dorffesten und Abiturfeiern umgetextet mit den fremdenfeindlichen Parolen «Deutschland den Deutschen, Ausländer raus» gesungen wurde, was Anzeigen wegen Volksverhetzung zur Folge hatte. Auch in einer Bar auf Sylt und beim Cannstatter Volksfest wurde das ausländerfeindliche Lied intoniert. In Fällen, bei denen außerdem der Hitlergruß gezeigt wurde, gab es Ermittlungen wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher und terroristischer Organisationen. Auch die AfD hat diesen Song aufgegriffen: So untermalte die AfD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg einen Post über angeblich kriminelle Migranten mit dem Lied.

Auch wenn die AfD bei ihrem Infostand in Bühl nur eine Instrumentalversion des Liedes abgespielt haben sollte, ist die Botschaft dennoch unmissverständlich. Wer diesen kontaminierten Song im Rahmen einer politischen Veranstaltung spielt, möchte damit zum Ausdruck bringen, dass er hinter dem Spruch «Ausländer raus» steht. Das passt zur Forderung millionenfacher Remigration, wie sie vom AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer oder Jean-Pascal Hohm, dem Vorsitzenden der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland, zu hören waren. Wäre es denkbar, dass die AfD mit millionenfacher Remigration nicht nur in Deutschland straffällig gewordene Flüchtlinge, sondern auch Einwanderer mit deutscher Staatsangehörigkeit und gut integrierte Ausländer meint?

Fazit: Philipp Helber kann sich seine schönen Ausführungen über Humanismus und das Menschenbild seiner Partei sparen. Ihre wahren Ziele zeigt die AfD auch in der badischen Region mit dem Abspielen des ausländerfeindlichen Songs «L‘Amour Toujours» klar und deutlich.

Boris Fernbacher
Baden-Baden


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