Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Bericht „Neuerscheinung ‚Hey, kandidiere doch als OB für Baden-Baden‘ auf Platz 7 Amazon Bestsellerliste – Kategorie ‚Biografien historische Persönlichkeiten‘“
Baden-Baden, 28.07.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Neuerscheinung «Hey, kandidiere doch als OB für Baden-Baden» auf Platz 7 Amazon Bestsellerliste – Kategorie «Biografien historische Persönlichkeiten».
Das neue Buch von Christian Frietsch mit dem Titel «Hey, kandidiere doch als OB für Baden-Baden» ist jedem Bürger, der sich für Geschichte und aktuelle Politik unserer Stadt interessiert, nur wärmstens zu empfehlen:
Eine Sexarbeiterin, die einen auch den Interessen ihrer Arbeitskolleginnen wohlwollend gegenüber stehenden Kandidaten für die Wahl des künftigen Oberbürgermeisters sucht. Ein ortsbekannter Gastronom, der sich einen vom Parteienfilz nicht korrumpierten neuen Bürgermeister wünscht, und auch über das nötige «Kleingeld» verfügt, dessen Wahlkampf zu subventionieren. Dazu ein knallbunter Porsche-Liebhaber, welcher der Idee, vom Dorfbürgermeister zum Oberbürgermeister einer Mittelstadt aufzusteigen, nicht abgeneigt ist. Dass diese drei Verbündeten sich später überwerfen und politische Gegner werden, ist dann eine ganz andere Geschichte.
Unternehmer, Handwerker und Dienstleister, die im Rathaus ein- und ausgehen und beste Beziehungen zu einer dem Namen nach christlichen Partei pflegen, um so an lukrative städtische Aufträge zu gelangen. Ein öffentlicher Rundfunk, der sich als Immobilienunternehmen betätigt und zwecks Profitmaximierung mit dem Rathaus und allen Parteien kungelt. Sozialdemokraten und Grüne, die mit der CDU im Gemeinderat eine «Einheit Koalition» bilden, und alle Vorschläge des Rathauses brav abnicken. Eine amüsante und von Herrn Frietsch unterhaltsam geschriebene Provinzposse – wenn diese Vorgänge nicht auch sehr negative Folgen für das Leben unserer Bürger und die städtischen Finanzen hätten. Restlos vergeht einem beim Lesen dann das Lachen, wenn die dunkle NS-Zeit unserer Stadt geschildert wird:
Eine international renommierte Kurstadt, die sich 1933 noch früher als andere Kommunen den neuen Machthabern anbiedert und Adolf Hitler das Ehrenbürgerrecht verleiht – drei ehemalige Nazis, die bald nach 1945 eine bald führende Lokalzeitung gründen, der jüdischen Gemeinde aber jegliches Mitspracherecht an der Nutzung des von der Zeitung gekauften Geländes der ehemaligen Synagoge verweigern – ein örtlicher Tennisverein, in dem ehemalige Nazis lange Zeit hoch geachtete Mitglieder sind – ein bis 1969 amtierender CDU-Bürgermeister, der nach dem Krieg den «Bund für loyale Restitutíon» gründet, um mit diesem gegen die von den Alliierten erlassenen Rückerstattungsgesetze bezüglich in der NS-Zeit begangenen Unrechts zu Felde zu ziehen.
Leider folgen heutzutage zu viele Journalisten und Zeitungen nur noch brav dem gerade vorherrschenden politischen Mainstream und beschränken sich (besonders im Bereich der Lokalpresse) auf ergebene «Hofberichterstattung» gegenüber Regierung oder Rathaus. Das ist eine große Gefahr für unsere Demokratie, die ohne kritischen Journalismus nicht überleben kann. Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass mit dem von Herrn Frietsch geleiteten goodnews4 noch ein parteipolitisch nicht festgelegtes Medium existiert, welches die politischen und gesellschaftlichen Vorgänge in unserer Stadt und Region kritisch hinterfragt und begleitet.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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