Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum goodnews-Bericht „SPD Baden-Baden fordert Rücktritt von Ortschaftsrätin Zimny“ – „Weitaus mehr als ein kleiner Ausrutscher“
Baden-Baden, 01.06.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht SPD Baden-Baden fordert Rücktritt von AfD-Ortschaftsrätin Zimny – «Rechtfertigt Brandanschlag auf Asylunterkunft».
Die beim AfD-Bundestagsabgeordneten Alexander Arpaschi beschäftigte AfD-Ortschaftsrätin Melanie Zimny hat sich auf Social Media weitaus mehr als einen kleinen Ausrutscher geleistet. Auf Facebook ist in drei Videos eine Brandstiftung vor einer in den Niederlanden geplanten Asylunterkunft zu sehen. Die Flammen lodern hoch und davor jubelt ein enthemmter Mob. Dann rücken die Fahrzeuge der Feuerwehr an. Melanie Zimny kommentiert das mit folgenden Worten:
«Ich finde das persönlich nicht gut, aber die Menschen sind frustriert, sie werden nicht gehört. Die Regierung trägt die Schuld.»
Für die SPD Baden-Baden ist Frau Zimnys Kommentar «;kein Ausrutscher und kein Missverständnis». Sie habe mit ihrem Kommentar «öffentlich Verständnis für die Täter signalisiert». Deshalb fordert die SPD unter anderem Frau Zimnys Rücktritt von ihrem Amt als Ortschaftsrätin im Rebland. Auch ich als ehemaliges AfD-Mitglied bin über Frau Zimnys Äußerungen auf Facebook entsetzt: Ihr Kommentar liest sich wie eine kurze Anleitung für den modernen, fremdenfeindlichen Online-Populismus: 1.) Distanziere dich ganz kurz oberflächlich von einer schweren Straftat («finde ich nicht gut»). 2.) Zeige volles Verständnis für die Täter («die Leute sind halt frustriert»). 3.) Schiebe die Schuld für die Tat auf die Regierung. Glückwunsch, die Absolution für Brandstiftung ist erteilt. Danach kann man sich immer noch selber einreden, zu den «Guten» zu gehören. Faszinierende Dehnübungen der eigenen Moral.
Wer nach diesem Muster Gewalt indirekt verharmlost, entschuldigt oder rechtfertigt, macht sich mitschuldig, wenn es zu Ausschreitungen gegen bei uns lebende Menschen aus anderen Ländern kommt. Ich war im Leben auch schon häufig über dies und das «frustriert» und meine Ansichten wurden «nicht gehört». Deshalb habe ich aber noch lange keine Häuser oder Autos angezündet. Das sind doch alles keine Rechtfertigungen für Brandstiftung. Die bei uns lebenden Flüchtlinge haben genauso wie wir Deutschen ein Anrecht darauf, in Sicherheit vor Gewalt zu leben. Ob sie in ihrer Heimat wirklich verfolgt werden oder nur aus wirtschaftlichen Gründen zu uns gekommen sind, spielt dabei absolut keine Rolle.
Frau Zimny hat mit ihrem Kommentar auf Facebook nicht nur fremdenfeindliche Stimmungen bedient, sondern auch dem Rechtsstaat, ihrer Partei und nicht zuletzt auch sich selber erheblichen Schaden zugefügt. Sie verfügt nicht über das benötigte Ethos für das Amt einer Ortschaftsrätin und sollte deshalb freiwillig von diesem Posten zurücktreten.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
Wenn Sie auch einen Leserbrief an die Redaktion senden möchten, nutzen Sie bitte diese E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
In Ausnahmefällen veröffentlicht goodnews4.de Leserbriefe auch unter einem Pseudonym. Die tatsächliche Identität des Verfassers ist goodnews4.de in jedem Fall bekannt.
«Spielregeln» für Leserbriefe an goodnews4.de
Die Leserbriefseite «Meine Meinung» bieten ein Meinungs- und Diskussionsforum, für das es auch einiger «Spielregeln» bedarf. Diese Regeln, die zum Teil vom Presserecht und sonstigen Rechtsvorschriften vorgegeben sind, sollten diesen Maßgaben folgen. Leserbriefe geben die Meinung der Leser wieder, nicht die der Redaktion.
1. Der Verfasser eines Leserbriefes ist für diesen juristisch verantwortlich. Allerdings liegt bei goodnews4.de die publizistische und presserechtliche Verantwortung.
2. Ein Leserbrief darf scharfe Wertungen, Überspitzungen und deftige Kritik im Rahmen des öffentlichen Meinungsstreits enthalten. Beiträge, die Beleidigungen, falsche Tatsachenbehauptungen, Verleumdungen, persönliche Diffamierungen, drastisch überzogene Kritik an Personen enthalten oder das Andenken Verstorbener verunglimpfen, werden nicht veröffentlicht. Das gilt auch für Beiträge, die so genannte Schmähkritik enthalten. In diesem Zusammenhang: Gute Argumente überzeugen am besten. goodnews4.de veröffentlicht jeden Leserbrief, der diese Voraussetzungen erfüllt.
3. Leserbriefe sollten sich mit aktuellen Angelegenheiten von öffentlichem Interesse beschäftigen. Private Auseinandersetzungen werden aus redaktionellen, juristischen und presserechtlichen Gründen nicht veröffentlicht.
4. Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht. Bei Pseudonymen muss die tatsächliche Identität des Verfassers bei goodnews4.de bekannt sein. Bei der Veröffentlichung eines Beitrags werden Vor-, Nachname und Wohnort genannt.
5. Beiträge von politischen Mandats- und Funktionsträgern, Vertretern von Organisationen, Verbänden, Institutionen und ähnlichen sind auf dieser Seite nicht vorgesehen, es sei denn sie antworten auf einen Leserbrief. Die genannten Vertreter haben andere Möglichkeiten, ihr Anliegen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen – zum Beispiel im redaktionellen Teil durch Pressemeldungen u.a.
6. Titelvorschläge (Überschriften) nehmen wir gerne entgegen, grundsätzlich entscheidet über die Titelsetzung aber die Redaktion.
7. Leserbriefe sollten elektronisch als E-Mail übermittelt werden und müssen die vollständige Adresse des Einsenders enthalten. Darüber hinaus benötigen wir eine Telefonnummer für eventuelle Rückfragen.
8. Der Einsender sollte erwähnen, worauf sich sein Beitrag bezieht. Sollte er sich auf einen goodnews4-Artikel beziehen, bitte mitteilen, wann dieser erschienen ist.
9. Für die Länge von Leserbriefen hat unsere Redaktion ein Limit von 2.000 Zeichen inkl. Leerzeichen gesetzt.
Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.







