Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum goodnews4-Bericht „Zweifel an Angaben von Nora Waggershauser“ – „Tourismus boomt“ – Noch dümmer kann man dieses Witzergebnis nicht kommentieren“

Baden-Baden, 10.09.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Martin Müller-Petersen Stellung zu dem goodnews4-Bericht Zweifel an Angaben von Nora Waggershauser – Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: «Positiver Trend setzt sich für Baden-Württemberg fort, wohingegen sich Baden-Baden entgegen dem Trend entwickelt».

«Lügenpresse», ein Begriff der zwar eigentlich in einem anderen Zusammenhang geprägt wurde und auch nicht mehr für jede Zeitung zutrifft, wie die letzten Artikel in einigen großen Deutschen Printmedien belegen, wo bereits genüsslich das Ende der Koalition zelebriert wird und man sich köstlich über den Kanzler amüsiert, der bar jeder Realität von einer zweiten Amtszeit träumt obwohl nicht sicher sein kann, ober er bei seinen vernichtenden Umfragewerten überhaupt seine erste Amtszeit übersteht.

Der genannte Begriff hat jedoch hauptsächlich seine Gültigkeit in wirtschaftlich schwachbrüstigen Regionalzeitungen, die von kommunalen Aufträgen abhängig sind, wenn man beispielsweise auf die monatlich verkündete Inflationsrate blickt. Dort wird von der Regierung jubelnd verkündet, dass diese nur um knapp 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen sei. Wenn man aber die Statistik der Verbraucherorganisationen zur Hilfe nimmt, dann stellt man fest, dass beispielsweise die Lebensmittelpreise innerhalb von 3 Jahren um über 20 Prozent gestiegen sind, was jeder Verbraucher am eigenen Leib nachvollziehen kann. Fazit: Die Verbraucher werden nach Strich und Faden angelogen!

 

Es mag sein, dass irgendwelche Mode- oder Möbelhändler die kurz vor der Pleite stehen, ihre Ramschware mit 70 Prozent Nachlass verschleudern oder die Chinesen mit Dumpingpreisen Produkte in den Markt drücken, aber so etwas dürfte nicht in die Statistik eingehen, denn Möbel, Mode oder Elektroartikel kauft man selten, Lebensmittel aber jeden Tag.

Nachdem das Staatsfernsehen erkannt hat, dass die Zuschauer jeden Mist glauben, den man ihnen vorsetzt, wird natürlich auch in anderen Bereichen gelogen, was das Zeug hält. Zum Beispiel bei TV-Interviews. Ist Ihnen, lieber Leser schon mal aufgefallen, dass Politiker selbst bei komplexen Fragen wie aus der Pistole geschossen und ohne nachdenken zu müssen die Antwort parat haben? Das belegt doch eindeutig, dass den willfährigen Journalisten die Fragen wortwörtlich vorgegeben sind und die von 17 Juristen ausgearbeiteten Antworten vom Interviewten auswendig heruntergeleiert werden. Bei den Sendungen «Bericht aus Berlin» und «Berlin direkt» im Sonntags-TV hat man manchmal das Gefühl man sitzt im Vorprogramm der beliebten Serie «Komödienstadl» im Bayerischen Fernsehen, soviel Unsinn wird da ohne rot zu werden erzählt.

Es gibt aber auch, wie man am gleichen Tag am späteren Abend beobachten konnte, eine besonders linientreue Journalistin die, auf wessen Weisung auch immer, sich nicht schämt, alle Ressourcen des öffentlich-rechtlichen-Rundfunks zu nutzen, um mit übelsten Stasimethoden der interviewten Politikerin einer nicht genehmen Partei nachzuspionieren um dann zu versuchen, diese nach Kräften öffentlich zu diskriminieren. Dass die Betreffende dann der Politikerin auch noch bei jeder Antwort mehrfach ins Wort fiel, lässt außerdem auf deren «gute Erziehung» schließen. Und für so einen journalistischen Schrott werden dem Zuschauer auch noch hohe Zwangsgebühren abgepresst.

Aber das soll nicht Inhalt dieses Leserbriefs sein, das soll jeder für sich entscheiden, was er glauben will und was nicht. Bei den Lebensmitteln ist es jedenfalls bewiesen und das reicht doch völlig zur Einschätzung des Wahrheitsgehalts der staatlichen Veröffentlichungen und vor allem für die Glaubwürdigkeit des Bundesministers Hubertus Heil der dem noch die Krone aufsetzt indem er dieses Inflations-Lügengebilde als Grundlage nimmt, erforderliche Änderungen beim Bürgergeld zu verweigern.

Oder es wird in der Presse auf Wunsch «von oben» begeistert verkündet, «dass der Job-Turbo richtig durchschlägt und mittlerweile gut 200.000 der 1,1 Millionen geflüchteter Ukrainer sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien». Wo hat denn da der angebliche Job-Turbo gezündet? Schon vor Monaten wurde darüber berichtet, dass diese Bevölkerungsgruppe trotz meist guter heimischer Ausbildung nur zu 23 Prozent eine Arbeit aufgenommen habe. Das ist der geringste Wert aller EU-Länder bei denen geflüchtete Ukrainer inzwischen zu 50 Prozent bis 70 Prozent in versicherungspflichtigen Berufen tätig sind. Fazit: keinerlei Fortschritt trotz des Hinweises in der Jubelpresse, die jede Vorgabe willig und ohne eigene Recherche weitergibt. Aber es gibt ja auch nur in Deutschland «Bürgergeld» und das wird von ca. 5 Millionen Menschen in Anspruch genommen; die Hälfte davon ohne deutschen Pass!

Die regionale Printpresse mit ihren mittlerweile marginalen Abonnentenzahlen macht in ihren oft schlecht recherchierten und mit Schreibfehlern, bzw. schlechtem Deutsch versehenen Artikeln auch keine gute Figur. Hier wird jede noch so kleine Wahrnehmung von Redakteuren, die zu Recht wohl Sorge um ihren Arbeitsplatz haben, genutzt, positive Stimmung zu verbreiten, also das sogenannte «Pfeifen im Walde». Da wird z.B. behauptet, dass der Tourismus in Baden-Baden wieder zunimmt und dringend mehr Hotelbetten benötigt werden. Absoluter Quatsch, wie an anderer Stelle in den goodnew4 belegt wird. Baden-Baden hat unter allen in der Statistik der Region genannten Orten und Bereichen den niedrigsten Zuwachs mit lächerlichen kaum messbaren 1,1 Prozent, was den betreffenden Redakteur der in einem von der amtliche Bekanntmachungen abgeschriebenen Bericht zu der Schlagzeile verleitet «Tourismus boomt». Noch dümmer kann man dieses Witzergebnis nicht kommentieren. Und was hat die heimische Wirtschaft davon? Nur wenig, wie die vielen Leerstände, Schließungen und Pleiten eindrucksvoll belegen. Ganz klein und am Ende des Artikels wird dann doch bemängelt, dass leider die Gäste aus den arabischen Ländern ausbleiben und das waren doch genau diejenigen, die nicht nur ganze Hoteletagen für ihre Entourage gemietet hatten, sondern auch für horrende Umsätze in den Läden und bei den Spezialärzten sorgten. Dafür kommen jetzt die Gäste aus den Nachbarländern, die jeden Euro dreimal umdrehen und dann vielleicht doch lieber zu Hause ausgeben. Und da überlegt der Gemeinderat allen Ernstes die Kurtaxe zu erhöhen.

Eine von der verantwortlichen Touristik-Chefin Waggershauser erbetene Erklärung für die Misere wurde abgelehnt mit dem Hinweis, dass sie (offensichtlich infolge Unfähigkeit) in den nächsten Tagen keine Zeit hätte, der Presse Rede und Antwort zu stehen. Diese für die Entwicklung der Stadt so wichtige Stelle gehört schon lange mit einer fähigen Person besetzt!! So kann es jedenfalls nicht weitergehen! Derartige Petitessen ficht die örtliche Print-Presse jedoch nicht an, es wird trotz der trüben Aussichten fleißig positiv berichtet, damit sich neben den vielen Todesanzeigen auch noch ein paar unbedarfte Werbeträger aus der Geschäftswelt finden. Mag der Begriff «Lügenpresse» auch etwas überzogen sein, aber das Vorbeschriebene ist es jedenfalls nicht, was man sich unter einer neutralen und objektiven Presseberichterstattung vorstellt, sondern eine «von oben» erwünschte und indirekt finanzierte Selbstbeweihräucherung, die man beim Regionalblättchen BT ja noch bestens aus der Mergen-Ära in Erinnerung hat.

Martin Müller-Petersen
Baden-Baden


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