Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum goodnews4-Bericht „Die fast diskrete Reise von Cornelia von Loga“ – „Ist es das, was Herr Hagel für unser Baden-Württemberg will?“

Baden-Baden, 23.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Manolis Kyriakides Stellung zu dem goodnews4-Bericht Die fast diskrete Reise von Cornelia von Loga nach Boston – «Dabei unser Fraktionsvorsitzender Manuel Hagel, meine Kollegen Michael Preusch und Ansgar Mayr».

Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU für die am 8. März stattfindende Landtagswahl in Baden-Württemberg, gibt sich gerne weltmännisch und jettet um den Globus. Im November ist er zusammen mit der Baden-Badener CDU-Landtagsabgeordneten Cornelia von Loga auf eine vermutlich durch Steuergelder finanzierte Reise nach Boston in die USA aufgebrochen. Im selben Monat ist er zusammen mit EVP-Chef Manfred Weber nach Athen gereist. Nach seinem Besuch in Griechenland empfahl er, dass wir uns fürs Ländle die Staatsreformen des zwischen Ägäis und Ionischem Meer gelegenen Landes zum Vorbild nehmen sollten. Bei einem Empfang meinte Hagel, dass «wir uns selber das als Reformen zumuten müssen, was wir Ihnen damals an Reformen zugemutet haben». Es stimmt ja, dass in Griechenland die Wirtschaft wächst, Investitionen steigen sowie Arbeitslosigkeit und Schuldenquote sinken. Allerdings liegt das Wachstum mit etwas mehr als zwei Prozent auch nur im europäischen Durchschnitt. Eines vergisst Herr Hagel aber bei seinem Loblied auf den griechischen Reformweg zu erwähnen. Den hohen Preis, den die griechische Bevölkerung dafür zahlen muss:

Das Wachstum der griechischen Wirtschaft nach der Finanzkrise hat NICHT zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Mehrheit der Arbeitnehmer geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine jährlich durchgeführte Studie des Arbeitsinstituts der Dachgewerkschaft für die Privatangestellten INE-GSEE. Griechenland gehört unter Berücksichtigung von Einkommen und Lebenskosten weiterhin zu den ärmsten Ländern der EU. Die Reallöhne sind zwischen 2009 und 2024 um insgesamt 32,8 Prozent zurückgegangen. Die Mietpreise für Wohnungen sind in die Höhe geschossen. Ein Großteil der Arbeitnehmer kann unter diesen Bedingungen kein angemessenes und würdevolles Leben mehr führen. Gleichzeitig werden die Reichen dort immer reicher. Um die strengen Sparauflagen der EU zu erfüllen, wurden die Renten massiv gekürzt. Auch das Renteneintrittsalter wurde hoch gesetzt.

Ist es das, was Herr Hagel für unser Baden-Württemberg will? Niedrige Steuern für Millionäre – sinkende Löhne für fleißig arbeitende Menschen – steigende Lebenskosten – explodierende Mietpreise – sozialer Kahlschlag bei den Bedürftigsten – Senioren, die schuften bis sie tot umfallen? Mehr Kohle für die alten BlackRock-Kumpels seines Kanzlers Friedrich Merz und Flaschensammeln für unsere Rentner? Nein, einen Spitzenkandidaten der CDU, der eine Politik der sozialen Kälte und der Bereicherung von Spitzenverdienern auf Kosten der Bevölkerung auch bei uns umsetzen möchte, wollen wir nicht als zukünftigen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg haben.

Manolis Kyriakides
Baden-Baden

Quellen:

- Handelsblatt: Griechenland zeigt, wie mächtig eine mutige Staatsreform ist

- Griechenland Zeitung: Reallöhne spiegeln Wirtschaftswachstum nicht wider / Griechenland gehört zu den ärmsten der EU

- Wirtschaftswoche: Nett hier. Aber was macht CDU-Kandidat Hagel im Griechenländle?


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