Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum goodnews4-Bericht „Falschmeldung der Baden-Badener SPD“ – „Die Behauptung, die Klinikum Mittelbaden gGmbH habe ihren Sitz bereits nach Rastatt verlegt“

Baden-Baden, 02.06.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Matthias Hirsch Stellung zu dem goodnews4-Bericht Falschmeldung der Baden-Badener SPD – Firmensitz Klinikum «längst in Rastatt».

Die SPD Baden-Baden beweist erneut eindrucksvoll: Blamieren will gelernt sein – und sie ist wahrlich eine Meisterin ihres Fachs. Mit großer Hingabe kultiviert sie das seltene Talent, lautstark über Dinge zu sprechen, von denen man offensichtlich keine Ahnung hat. In der Hauptrolle: Obermärchenerzähler Baranek – stets bemüht, die Realität seinem Erzählbedürfnis anzupassen.

Der neueste Geniestreich? Die Behauptung, die Klinikum Mittelbaden gGmbH habe ihren Sitz bereits nach Rastatt verlegt. Eine mutige These – so falsch wie entbehrlich, aber mit erstaunlicher Selbstsicherheit vorgetragen. Man fragt sich: Ist es Ignoranz, ist es Schlampigkeit, oder ist es die bewusste Entscheidung, sich öffentlich lächerlich zu machen?

Ein kurzer Blick ins Impressum hätte gereicht. Oder – man wagt es kaum auszusprechen – eine einfache Frage an eine Künstliche Intelligenz. Aber warum den Tatsachen auf die Spur gehen, wenn man sich so viel bequemer im Reich der Fantasie einrichten kann?

 

Wahrheit scheint bei der SPD Baden-Baden ohnehin eher als Vorschlag verstanden zu werden – flexibel, dehnbar, und je nach politischer Wetterlage neu interpretierbar. Dass man sich mit solchen Aussagen bestenfalls Spott, schlimmstenfalls Vertrauensverlust einhandelt, scheint dabei niemanden zu stören.

Und warum bei einem Fehler haltmachen, wenn man gleich eine ganze Reihe präsentieren kann? Da wird gleich auch noch behauptet, das Klinikum bringe keine relevanten Einnahmen für die Stadt. Ja, das Klinikum zahlt keine Gewerbesteuer – so wie alle gemeinnützigen Einrichtungen. Aber dass sich rund um ein Krankenhaus Dienstleistungen, Betriebe, Cafés, Handwerksunternehmen und Zulieferer ansiedeln, scheint der SPD bislang entgangen zu sein. Auch vom Lohnsteuerrückfluss – man nennt es manchmal «Steuereinnahmen aus Arbeit» – hat man dort wohl noch nie gehört. Möglicherweise, weil man sich eher Gedanken macht, wie man Geld verteilt, als darüber, wo es herkommt.

Dabei liefert selbst die Forschung längst belastbare Zahlen. Das Projekt «Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Krankenhäuser in Brandenburg» zeigt: Vier zusätzliche Arbeitsplätze im Krankenhaus schaffen einen weiteren Arbeitsplatz in der Gesamtwirtschaft. Und jeder Euro, der vom Krankenhaus oder seinen Beschäftigten ausgegeben wird, erzeugt zusätzliche 33 Cent in der Region. Aber warum sich mit solchen Details aufhalten, wenn man lieber politisch motivierte Standortspielchen betreiben kann?

Gerade angesichts der prekären Haushaltslage unserer Stadt ist es unbegreiflich, dass CDU, SPD und Grüne sich gegen den Standort Baden-Baden und für eine Investition in Rastatt aussprechen. Dass dabei nicht nur ökonomische, sondern auch strukturelle Fehlentscheidungen getroffen werden, scheint man billigend in Kauf zu nehmen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Zum Glück haben es die Bürgerinnen und Bürger Baden-Badens selbst in der Hand. Mit einem klaren JA! beim Bürgerentscheid können sie ein Zeichen setzen – für wirtschaftliche Vernunft, für Arbeitsplätze und für die Zukunft unserer Stadt.

Matthias Hirsch
Baden-Baden


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