Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum goodnews4-Interview mit Bürgermeister Krammerbauer – „Nein, Herr Krammerbauer, wir Baden-Badener sind keine Neidhammel“

Baden-Baden, 08.01.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Manolis Kyriakides Stellung zu dem goodnews4-Bericht Bürgermeister Krammerbauer sieht «Neiddebatte» in Baden-Baden – Profil für neuen OB: «Teamplayer und Führungsstärke».

Bürgermeister Tobias Krammerbauer gibt sich im Interview mit goodnews4 zum Jahresanfang nachdenklich: Er macht sich Sorgen «wie die Preise gestiegen sind in den letzten Jahren und die Menschen schon Mitte des Monats eigentlich kein Geld mehr haben, sich Dinge zu leisten». Es bedrückt ihn auch, dass «viele Unternehmen, gerade in Baden-Württemberg, angekündigt haben Stellen abzubauen». Aber das sind für Herrn Krammerbauer anscheinend Schicksalsschläge, die halt einfach mal so vom Himmel fallen. Ursachen oder gar Verantwortliche für diese riesigen Probleme benennt er nicht.

Auch im mit 350 Millionen Euro bis kurz an die Grenze der Zahlungsunfähigkeit verschuldeten Baden-Baden haben nach Herrn Krammerbauer Rathaus, Behörden und Gemeinderat in engagiertem Einsatz anscheinend alles richtig gemacht. Seinen Mitarbeitern bescheinigt er angesichts der städtischen Haushaltskrise, dass sie «diese Situation wirklich sehr konzentriert und geordnet gelöst haben». Im Gemeinderat sieht er fachlich kompetente Personen, mit denen man «sehr konstruktiv und auch sachlich» arbeiten kann. Nach Krammerbauer ist «die Krise und die finanzielle Situation der Stadt nicht hausgemacht». Die Schuld an der ganzen Misere tragen seiner Einschätzung nach vor allem Bund und Land. Selbstkritik Fehlanzeige – ein ehrliches Nachdenken über mögliche eigene Fehler ist bei ihm und den für die Stadt verantwortlichen Personen nicht festzustellen.

Wenn der Bürger sich mal erdreistet, die Entscheidungen der Stadt zu kritisieren, wird man schnell persönlich: Bei der Entscheidung zum Standort des zukünftigen Zentralklinikums wurde den Initiatoren des Bürgerbegehrens sachliche Unkenntnis bis hin zu unlauteren persönlichen Motiven unterstellt. Der Kritik an den dicken Erhöhungen der Jahresgehälter des Klinikchefs Thomas Iber und der Touristikchefin Nora Waggershauser um 80.000 beziehungsweise 60.000 Euro begegnet Herr Krammerbauer mit persönlichen Vorwürfen gegen die Kritiker. Nach ihm handelt es sich hier einfach um «eine Neiddebatte in der Stadtgesellschaft». Nein, Herr Krammerbauer, wir Baden-Badener sind keine Neidhammel. Wir gönnen jedem Menschen ein hohes Gehalt, wenn es denn auch durch dessen Leistung gerechtfertigt ist. Diese Leistung ist aber bei Frau Waggershauser kaum auszumachen: Sinkende Besucher- und Übernachtungszahlen in Baden-Baden, während es in den meisten anderen Städten mit dem Tourismus bergauf geht. Ein für die Stadt teures Kongresshaus, das die meiste Zeit ungenützt leer steht. Das ist keine Erfolgsbilanz für eine Touristikchefin. Wir Bürger haben – gerade in Zeiten, in denen die Stadt sparen muss und mit der städtischen Konsolidierungsliste viele soziale Leistungen wegfallen – ein Recht darauf, die fette Gehaltserhöhung von Frau Waggershauser kritisch zu hinterfragen. Schließlich sind das UNSERE Steuergelder, die dort verballert werden.

Manolis Kyriakides
Baden-Baden


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