Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum goodnews4-Wahl-Talk – „CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel lässt im Interview kein gutes Haar an der Alternative für Deutschland“
Baden-Baden, 28.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Peter Kaminski Stellung zu dem goodnews4-Bericht CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel vor der Landtagswahl Baden-Württemberg – «Der wahre Feind der AfD ist nicht Angela Merkel, es ist Konrad Adenauer und seine Ideen» – goodnews4-Wahl-Talk Teil 2.
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel lässt im Interview kein gutes Haar an der Alternative für Deutschland (AfD). Sie sei nach Hagel «reaktionär und nicht konservativ» sowie «der wahre Feind von Konrad Adenauer und seinen Ideen». Falls Herr Hagel wirklich verstehen will, warum immer mehr Menschen die AfD wählen, sollte er mal den Roman «Über Menschen» der mit vielen Literaturpreisen ausgezeichneten Juli Zeh lesen. Die eher der SPD nahestehende Schriftstellerin beschreibt in ihrem Roman die junge Dora aus Berlin, emanzipiert, modern, Wählerin der Grünen, weltoffen, in einer Werbeagentur beschäftigt. Sie bricht aus ihrer Beziehung aus und zieht in ein kleines Dorf in einer abgehängten, ländlichen Region Brandenburgs, in der 30 Prozent der Bewohner die AfD wählen. Sie kommt mit ihren Nachbarn in Kontakt – dem AfD-Anhänger Gottfried, der alleinerziehenden Mutter Sadie, dem die AfD wählenden, aber auch ausländische Mitarbeiter beschäftigenden homosexuellen Paar Tom und Steffen, dem immer zu einem Scherz aufgelegten Heini sowie dem Mädchen Franzi. Im täglichen Kontakt mit diesen Menschen stellt sie allmählich ihre mitgebrachten Schwarz-Weiß-Schablonen und Vorurteile über die Menschen in den neuen Bundesländern in Frage:
«Außerdem spürt sie Verwunderung. Als blickte sie auf die geheime Unterseite der Nation. Kaum zu glauben, dass sich ein stinkreiches Land Regionen leistet, in denen es nichts gibt. Keine Ärzte keine Apotheken, keine Sportvereine, keine Busse, keine Kneipen, keine Kindergärten oder Schulen. Keinen Gemüseladen, keinen Bäcker, keinen Fleischer. Regionen, in denen Rentner nicht von der Rente leben können und junge Frauen Tag und Nacht arbeiten müssen, um ihre Kinder zu versorgen. In solchen Gegenden stellt man dann noch eine Menge Windräder ab, verbietet den Pendlern den Diesel, versteigert die Felder der Bauern meistbietend an Investoren, und will Menschen, die sich kein Erdgas leisten können, die Holzöfen wegnehmen. (…) Ansonsten erwartet man, dass alle klaglos funktionieren. Wer aufbegehrt, wird verunglimpft, als dummer Bauer, als Irgendwas-Leugner oder gleich als Demokratiefeind. Irgendwie, denkt Dora, hat Deutschland die AfD beim Universum bestellt und bekommen.» (Juli Zeh: Über Menschen, Luchterhand, 2021, S. 218)
Diese katastrophalen Zustände im Osten der Republik kommen immer schneller auch in den Westen und auch unsere Region: Massiver Stellenabbau bei Bosch und Neff – ein mit über 260 Millionen Euro verschuldetes Baden-Baden – höhere Beiträge der Eltern für Kita-Besuch – Ausdünnung des Fahrplans im ÖPNV – Flaschen sammelnde Rentner – sanierungsbedürftiges Aumattstadion und Vermüllung der Innenstädte. Bereits die vorige Bundesregierung hat unsere Wirtschaft an die Wand gefahren, und unter Friedrich Merz ist es nicht besser, sondern nur noch schlechter geworden: Überfällige Reformen kommen nicht in die Gänge – Rekordanzahl von Insolvenzen – steigende Krankenkassenbeiträge – größte Staatsverschuldung seit 1949 – Inflation und massive Preissteigerungen. Dafür sind CDU, SPD und Grüne verantwortlich, nicht die AfD. Deshalb brauchen sich diese Parteien auch nicht wundern, dass immer mehr Wähler nun einer reformwilligen und am Wohl des Landes interessierten Partei wie der AfD ihre Stimme geben.
Peter Kaminski
Baden-Baden
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