Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum goodnews4-Wahl-Talk Cem Özdemir – „Wünschen uns einen Ministerpräsidenten, der die anstehenden Probleme auch anpackt“
Baden-Baden, 06.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Cem Özdemir über Manuel Hagel – Im goodnews4-Wahl-Talk: «Ich hätte kein Problem, neben ihm zu laufen».
Das Interview von goodnews4 mit dem grünen Spitzenkandidaten Cem Özdemir war von den politischen Inhalten her eher unergiebig und unverbindlich: Herr Özdemir erzählt von seinen Erfahrungen als Handballtorwart und Amateurfußballer, und denkt über die Möglichkeit gemeinsamer Wanderungen mit dem CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel nach. Alles schön und gut; aber eigentlich hätte man gerne mehr über Herrn Özdemirs politische Pläne für Baden-Württemberg erfahren. Deshalb hier einige Infos über die politische Vergangenheit und Leistungen bzw. Fehlleistungen des grünen Spitzenkandidaten:
Seit über 30 Jahren mischt Özdemir in der Politik mit. 2021 bot sich ihm im «Spätherbst» seiner Karriere doch noch die Chance auf ein Regierungsamt. Obwohl er sich noch nie ernsthaft mit Landwirtschaft beschäftigt hatte, wurde er im Kabinett Scholz Landwirtschaftsminister. Sein als studierter Biologe deutlich besser für diesen Posten geeignetere Parteikollege Anton Hofreite musste auf Wunsch von Robert Habeck auf den Job verzichten. Wie so häufig bei den Grünen zählten parteitaktische Überlegungen und persönliche Netzwerke mehr als fachliche Qualifikation. In den folgenden drei Jahren Ampelkoalition hat Özdemir selbst in den Lieblingsfeldern der Grünen, wie Förderung der Bio-Landwirtschaft, bessere Tierhaltung oder weniger Einsatz von Pestiziden fast NICHTS erreicht: Nach dem Agrarforscher Matin Quaim sei man heute immer noch sehr weit von einer nachhaltigen Landwirtschaft entfernt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bezeichnet die Amtszeit von Özdemir sogar als «drei verlorene Jahre». Für die große Mehrheit der immer noch konventionell arbeitenden Betriebe fehlt auch nach drei Jahren Özdemir immer noch eine Nachhaltigkeitsstrategie.
Anfang 2024 hat Özdemir den Gesetzentwurf seiner rot-grünen Regierung zum schrittweisen Abbau der Agrardieselsubventionen mitgetragen. Nach massiven Protesten der Landwirte ist er dann aber eingeknickt, hat Opposition gegen seine eigene Regierung gespielt und den Bauern vorgemacht, dass er deren Anliegen unterstütze. Unabhängig wie man nun zu den durchaus berechtigte Anliegen der Landwirte steht, stellt sich da eine Frage: Brauchen wir in Baden-Württemberg einen Ministerpräsidenten, der wie Cem Özdemir seine Meinung so schnell ändert wie das Wetter und sein Mäntelchen populistisch in den jeweils vorherrschenden Wind hängt? Herr Özdemir hatte den demonstrierenden Landwirten damals etliche Entlastungen und auch Bürokratieabbau versprochen. Ein halbes Jahr später ist davon fast nichts umgesetzt. So meinte der im schwäbischen Landkreis Donau-Ries Zuckerrüben, Sojabohnen, Dinkel und Gemüse anbauende Landwirt Maximilian Faul: «Es bleibt alles beim Alten und sehr viele Leute haben keine Lust mehr, sich irgendwelche Reden anzuhören – alles nur heiße Luft.»
Mir Schwobe und Badener sind «Macher und Schaffer». Deshalb wünschen wir uns einen Ministerpräsidenten, der die anstehenden Probleme auch anpackt und löst, und keinen reinen «Ankündigungsminister» und «Öko-Träumer» wie Cem Özdemir.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
Quellen:
1.) Wirtschaftsdienst / Zeitschrift für Wirtschaftspolitik: Die Abschaffung der steuerlichen Begünstigung von Agrardiesel ist überfällig www.wirtschaftsdienst.eu
2.) Capital: Warum Cem Özdemir plötzlich gegen seine eigene Regierung demonstriert www.capital.de
3.) BR24: Ernüchternde Bilanz: Was haben die Bauernproteste gebracht? www.br.de
4.) RND: Ein Machtkampf mit Folgen – Was ist bei den Grünen los? www.rnd.de
5.) Tagesschau.de: Kritik an Agrarminister Özdemir / «Politisch herzlich wenig passiert» www.tagesschau.de
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