Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Interview Christian Frietsch mit Gabriele Katzmarek Teil 3 „Umgang mit der AfD“ – „Die AfD ist igitt und bäh“
Baden-Baden, 17.06.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht goodnews4-Interview von Christian Frietsch mit Gabriele Katzmarek – «Sie sind Demokratiefeinde ich werde nicht beitragen, eine Plattform für ein Gespräch zu bieten» – Teil 3 «Umgang mit der AfD».
Sehr geehrte Frau Katzmarek,
in Ihrem Interview mit Christian Frietsch von goodnews legen Sie langatmig dar, warum Sie sich der offenen Diskussion mit Vertretern der Alternative für Deutschland nicht stellen wollen. Ich fasse Ihre Aussagen mal etwas kürzer und volkstümlicher zusammen: Die AfD ist igitt und bäh, ihre Mitglieder und Funktionsträger sind undemokratisch und fies, fachlich inkompetent und haben uns im Sandkasten die Förmchen geklaut. Wir wollen keinen Kontakt mit denen, weil man davon die Krätze oder Hautausschlag bekommt.
Natürlich ist es Ihr gutes Recht zu entscheiden, mit wem Sie reden oder auch nicht reden wollen. Ich bezweifle nur, dass Sie und Ihre Partei sich mit dieser Verweigerungshaltung aus der jahrelangen Dauerflaute an der Wahlurne freischwimmen können.
Der Europawahlkampf der SPD hatte als Argument für den Wähler fast nur den Slogan «Wir kämpfen gegen Rechts!» Das ist zu dürftig! Der Wähler will nicht nur hören, dass eine andere Partei böse ist. Er erwartet von der SPD konstruktive und überzeugende, an der Realität orientierte Konzepte zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes. Ausreden, warum etwas NICHT geht (wegen EU-Vorschrift 252 Absatz 3b, der Bundesrat spielte nicht mit, die FDP hat blockiert, die Vorgängerregierung oder Putin ist schuld, usw.), will niemand mehr hören. In einem Betrieb will der Chef auch keine Erklärungen, warum etwas NICHT geht, sondern erwartet von seinen Mitarbeitern LÖSUNGEN und natürlich deren erfolgreiche UMSETZUNG.
Ihr Generalsekretär Lars Klingbeil diffamiert Bürger, die sich in der AfD engagieren, pauschal als Nazis, Olaf Scholz verdammt Menschen, die sich für den Frieden einsetzen und sich seiner Ukraine-Politik verweigern als «gefallene Engel, die aus der Hölle kommen» und für Herrn Steinmeier sind die Wähler der AfD schlicht Ratten, die den flötenden Rattenfängern der AfD hinterher laufen. Der politische Gegner zum Tier entmenschlicht und als Luzifer dargestellt – das ist schlimmste NS-Sprache aus der dunkelsten Zeit unserer Geschichte, die wir NIEMALS, NIEMALS wieder hören wollen! Den Bürger zuerst als grenzdebilen Vollidioten und Nazi beschimpfen und dann erwarten, dass er in der Wahlkabine sein Kreuz bei der SPD macht – das funktioniert nicht.
Falls die Vertreter der AfD wirklich so inkompetent sind, wie Sie in Ihrem Interview durchscheinen lassen, dann dürfte es doch kein Problem für eine erfahrene Bundestagsabgeordnete wie Sie sein, die Herrschaften der AfD in einer Talkrunde mal so richtig zu grillen, oder? Also stellen Sie sich doch einfach dem Diskussionsangebot des Gemeinderats Philipp Helber von der AfD oder einem anderen Vertreter dieser von Ihnen gehassten Partei, und zeigen diesem im offenen Diskurs mal wo der Barthel den Most holt.
Die Hundertausende von Wählern, die Sie in den letzten Jahren an die AfD verloren haben, werden Sie nicht zurückgewinnen, indem Sie immer nur vor ihren eigenen Parteijüngern oder auf Gewerkschaftsveranstaltungen auftreten und zum x-ten Mal das sozialdemokratische Mantra abspulen. Nein: um die «Ungläubigen und Abtrünnigen» wieder in den Schoß der «sozialdemokratischen Kirche» zurückzuführen, müssen Sie sich schon mutig in die Höhle des Löwen begeben und sich im offenen und harten Diskurs den Argumenten des politischen Gegners stellen. Fortes fortuna adiuvat (den Mutigen hilft das Glück). Also stellen Sie sich doch einfach in einer offenen Diskussion Herrn Philipp Helber von der Alternative für Deutschland und entzaubern Sie ihn. Oder fehlt Ihnen dazu die Courage, Frau Katzmarek?
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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