Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Kommentar von Christian Frietsch – „Außenbereich des ‚RIZZI‘ und des ‚Café Bellucci‘ mutiert zur Open-Air-Diskothek“ – „Keine Party-Meile, sondern Gesamtkunstwerk“
Baden-Baden, 21.10.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Stefan Schröder Stellung zu dem goodnews4-Bericht 20 Jahre Museum Frieder Burda und das Ende der Museumsstadt Baden-Baden – Kommentar von Christian Frietsch.
Den Ausführungen von Christian Frietsch kann ich nur zustimmen. Auch ich bin fassungslos, dass das Aus der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, eines der traditionsreichsten Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst Deutschlands, so kampflos hingenommen wird. Allerdings habe ich anders als Christian Frietsch von den arrivierten und wohlhabenden Baden-Badenern, die sich bei der Causa Kunsthalle so vornehm zurückhalten, nichts anderes erwartet. Denn schließlich feierte ein nicht unerheblicher Teil von ihnen vor einigen Wochen mit der AfD-Chefin Alice Weidel auf dem Annaberg eine große Party. Dieser vermeintlichen Elite ist das Aus der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, die stets ein Ort der Diskurse und gesellschaftlichen Auseinandersetzung war, doch völlig gleichgültig oder sogar recht. Obgleich das kulturpolitische Bekenntnis zu künstlerischer Vielfalt und Freiheit, wie es sich in den Ausstellungen der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden abbildet, im Jahr 2024 eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Es ist übrigens eine Mär, dass die anstehende Generalsanierung des Karlsruher Barockschlosses, in dem sich das Badische Landesmuseum derzeit noch befindet, nach fünf Jahren abgeschlossen sein wird. Nach Schätzungen von Experten werden die Sanierungsmaßnahmen mehr als ein Jahrzehnt dauern. Bis zum Rückzug des Badischen Landesmuseums nach Karlsruhe wird das Renommee der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden nur noch Geschichte sein.
Eine Partymeile ist die Lichtentaler Allee schon längst. In den vergangenen Sommermonaten mutierte der Außenbereich des «RIZZII» und des «Café Bellucci» an zahlreichen Abenden zur Open-Air-Diskothek mit einer Musiklautstärke, die die Innenstadt zum Beben brachte. Der vom Restaurant «Filios» ausgehenden Dauerbeschallung ist die Lichtentaler Allee schon ab mittags ausgesetzt. Wie Christian Frietsch in seinem Kommentar zutreffend schreibt, kommt das Partypublikum aus der näheren Umgebung und übernachtet nicht in den Hotels. Ich frage mich schon heute, wer in den drei großen Luxushotels Baden-Badens nach deren Wiedereröffnung übernachten wird, wenn die anspruchsvolle Klientel ausbleibt. Vor Jahren mahnte die damalige Marketing-Chefin Brigitte Goertz-Meissner öffentlich, die Lichtentaler Allee sei keine Partymeile, sondern ein Gesamtkunstwerk. Letzteres ist infolge der good-good-life-Kampagne der jetzigen Marketing-Chefin Nora Waggershauser und ihrer Idee einer Instagram-Partystadt leider nur noch zu erahnen.
Stefan Schröder
Baden-Baden
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