Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Kommentar von Franz Alt: „Atomwaffen sind Terrorwaffen“ – „Atomkraft feiert ein Comeback“

Baden-Baden, 07.08.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Michael Trey Stellung zu dem goodnews4-Bericht Atomwaffen sind Terrorwaffen – Gastkommentar von Franz Alt.

Japans «Bürgermeister für den Frieden» fordern eine atomwaffenfreie Welt und die Abschaffung der Kernkraftwerke, so Franz Alt in seinem Artikel. Was nicht berichtet wird: Sie fordern es vergeblich, denn die Atomkraft in Japan feiert sogar ein Comeback. Japan sieht seinen Strombedarf für seine Volkswirtschaft keineswegs gedeckt und sieht auch das Klimaziel allein mit Erneuerbaren bis 2050 nicht erreichbar.

Atomstrom ist für Japan weiterhin eine Basis der Energieversorgung

• Das Kashiwazaki-Kariwa Kernkraftwerk in Japan ist mit sieben Kernreaktoren und einer elektrischen Gesamtleistung von 8.212 MW brutto (7.965 MW netto) das leistungsstärkste Kernkraftwerk der Welt. Der Betreiber TEPCO reaktiviert derzeit die Anlage.

• Im Juli waren in Japan 33 betriebsfähige Atomreaktoren registriert.

 

• Im Dezember 2022 und Mai 2023 verabschiedete die japanische Regierung Richtlinien, die eine Verlängerung der Laufzeit bestehender Reaktoren über die bisherige Begrenzung auf 60 Jahre hinaus vorsieht. Damit dürfte ein AKW dann sogar 70 Jahre lang in Betrieb bleiben.

• Für 27 abgeschaltete Reaktoren haben die Betreiber die Genehmigung zum Wiederanfahren beantragt.

• 17 Reaktoren haben die Sicherheitsauflagen erfüllt. Zehn Meiler davon sollen bereits wieder am Netz sein.

Bau neuer japanischer Atomkraftwerke geplant

Außerdem erwägt die Regierung den Bau neuer Kernkraftwerke. In Japan vertritt man die Auffassung, dass man die Kernenergie voll ausschöpfen müsse, um Stromengpässe zu vermeiden und seine Klimaschutzziele erreichen: Bis zum Jahr 2050 soll der CO2-Ausstoß auf Null reduziert werden. Auch die erneuerbaren Energien sollen ausgebaut werden, doch zugleich wird die Nutzung der Atomkraft ungeachtet der Gefahr durch Erdbeben und der Fukushima-Katastrophe als unerlässlich angesehen.

143 Milliarden Euro für die «grüne Transformation»

In Japan werden für die Finanzierung für die «grüne Transformation», also von Investitionen in Dekarbonisierungsprojekte etwa 20 Billionen Yen (143 Milliarden Euro) vorgesehen. Die Regierung schätzt, dass in den nächsten zehn Jahren öffentliche und private Investitionen von über 150 Billionen Yen in diesem Bereich erforderlich sein werden.

Japan will bis 2030 etwa 20 bis 22 Prozent der Stromerzeugung aus Kernenergie gewinnen - derzeit sind es sieben Prozent. 36 bis 38 Prozent des Stroms sollen künftig aus erneuerbaren Energien kommen.

Michael Trey
Sinzheim


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