Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Kommentar von Franz Alt – „Windkraft ist Patriotismus – wer blockiert, schadet Baden-Baden!“

Baden-Baden, 27.03.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Dirk Baranek Stellung zu dem goodnews4-Bericht Die Chance der Krise – Gastkommentar von Franz Alt.

Der Kommentar von Herrn Alt geht ja in die richtige Richtung, allerdings vermisse ich den Bezug auf die skandalöse Beschlusslage zu diesem Thema in dieser Stadt.

Die Welt brennt – und der Gemeinderat Baden-Baden sorgt sich um Sichtachsen.

Während der Konflikt im Nahen Osten die Energiemärkte erschüttert, die Gaspreise wieder explodieren und Deutschland erneut über seine gefährliche Abhängigkeit von instabilen Lieferketten diskutiert, verweigert eine konservative Mehrheit im Gemeinderat Baden-Baden weiterhin das Offensichtliche: Windkraft auf eigenem Boden ist keine Ideologie – sie ist Vernunft. Sie ist Sicherheit. Und ja: Sie ist Patriotismus in seiner praktischsten Form.

 

Wer diese Stadt wirklich liebt, wer wirklich für ihre Unabhängigkeit, ihre Stärke und ihre Zukunft einsteht, der sorgt dafür, dass Baden-Baden seinen Strom selbst produziert. Auf eigenem Boden. Mit eigenen Anlagen. Unabhängig von Diktatoren, Kriegen und Preisschocks, die tausende Kilometer entfernt entstehen und trotzdem jeden Haushalt in dieser Stadt treffen. Heimatliebe ohne Energieunabhängigkeit ist eine leere Phrase.

Das Argument, Windräder gefährdeten den UNESCO-Welterbe-Status der Stadt, ist wenn nicht widerlegt so zumindest äußerst fragwürdig. Die geplanten Anlagen stehen weit außerhalb der Kernzone. Die Sichtachsen aus der Innenstadt bleiben unangetastet. Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein – zuständig, kompetent, demokratisch legitimiert – hat das geprüft und grünes Licht gegeben. Was bleibt, ist eine Schutzbehauptung. Und man fragt sich zunehmend: Wessen Interessen werden hier eigentlich geschützt – die der Stadt oder die der ewigen Blockierer?

Doch es geht längst nicht mehr nur um Energiesicherheit. Es geht ums Geld. Hartes, dringend benötigtes Geld für diese Stadt.

Baden-Baden steckt in einer Haushaltskrise. Die Kämmerei sucht nach Einnahmen, Investitionen werden aufgeschoben, Leistungen gestrichen. Gleichzeitig liegen städtische Grundstücke brach, die Windkraftbetreiber zu marktüblichen Konditionen pachten würden – langfristig, verlässlich, planbar. Branchenübliche Pachtverträge für Windkraftanlagen bringen Grundstückseigentümern substanzielle Einnahmen pro Anlage und Jahr. Mehrere Anlagen auf städtischem Grund könnten dem gebeutelten Haushalt Baden-Badens einen erheblichen, dauerhaften Einnahmestrom sichern – ohne einen einzigen Euro Investitionsrisiko für die Stadt. Das Geld käme. Verlässlich. Jedes Jahr.

Man muss es so deutlich sagen: Wer in dieser Lage Windkraft blockiert, blockiert nicht nur die Energiewende. Er blockiert auch die Sanierung des Stadthaushalts. Er erklärt den Baden-Badener Bürgerinnen und Bürgern, dass ihm ideologische Sturheit wichtiger ist als volle Kassen für Schulen, Straßen und sozialen Zusammenhalt. Das ist nicht konservativ. Das ist nicht patriotisch. Das ist Verweigerung auf Kosten aller.

Echte Heimatliebe heißt: Diese Stadt stark machen. Unabhängig machen. Finanziell handlungsfähig halten. Windkraft leistet genau das – und wer sie blockiert, sollte sich fragen lassen, was er unter Verantwortung für Baden-Baden eigentlich versteht.

Ich fordere unmissverständlich: Schluss mit dem Versteckspiel. Die Sichtachsen sind sicher – das ist belegt. Was nicht sicher ist, sind die Finanzen und die Energieversorgung dieser Stadt. Windkraft ist keine Option mehr, die man ablehnen kann. Sie ist eine Pflicht – gegenüber dem Klima, gegenüber Deutschland, und gegenüber den Menschen in Baden-Baden, die von ihrem Gemeinderat Verantwortung erwarten, keine Symbolpolitik.

Wer jetzt noch Nein sagt, soll es den Bürgerinnen und Bürgern erklären. Ich bin gespannt auf die Antwort.

Dirk Baranek
Baden-Baden


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