Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Kurhaus-Konflikt – „Solche Posten dürfen nur noch nach Leistung und nicht nach CDU-Parteibuch vergeben werden“
Baden-Baden, 19.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Konflikt um Kurhaus Baden-Baden kocht hoch – Landtagsabgeordnete schlagen scharfen Ton an – Finanzministerium soll zu Gespräch nach Baden-Baden kommen – «Sofortiges Aussetzen des geplanten erneuten Verfahrens».
Auf die europaweite Ausschreibung für das Veranstaltungsmanagement in den Räumlichkeiten des Kurhauses hat sich kein einziger Interessent gemeldet. Dies konnte niemand überraschen, der sich im Vorfeld unter der Hand mal mit erfahrenen Gastronomen aus Baden-Baden unterhalten hat: Niemand will sich als Pächter eines mit unzähligen, das tägliche Geschäft behindernden Auflagen versehenen und Millionen Euro an Defizit einfahrenden Objekts die Finger verbrennen. Eine nachhaltige Bewirtschaftung wäre sowieso nur möglich, wenn das Land zusätzlich zu dem jährlich für das Kurhaus bereitgestellten Millionenbetrag weitere erhebliche finanzielle Mittel in die Hand nimmt. Doch dafür sind im aktuellen Landeshaushalt keine Mittel eingeplant. Der schwarz-grünen Landesregierung geht das Schicksal unseres Baden-Baden «am Arsch vorbei». Stuttgart hat Baden-Baden doch bereits «entmündigt»: Ein zukünftiger privater Betreiber dürfte bei der Gestaltung der Veranstaltungen im Kurhaus primär auf Gewinnmaximierung setzen. Veranstaltungen, die den kulturellen Traditionen unserer Stadt entsprechen und Strahlkraft für das internationale Image Baden-Badens besitzen, dürften dann kommerziellen Interessen zum Opfer fallen. Die Stadt und Bürger Baden-Badens werden bei allen Angelegenheiten rund ums Kurhaus in Zukunft gar kein Mitspracherecht mehr haben.
Die Landtagsabgeordneten Cornelia von Loga (CDU) und Hans Peter Behrens (Grüne) haben sich in der Causa Kurhaus nun mit einem Schreiben an eine Staatssekretärin im Finanzministerium gewandt. Ihr Einsatz kommt leider viel zu spät und ist zu halbherzig. Die großen Probleme rund ums Kurhaus sind doch schon lange bekannt, oder? Von Frau von Loga hätte ich erwartet, dass sie mit dem auch der CDU angehörenden stellvertretenden Ministerpräsidenten Thomas Strobl mal Klartext redet: «Lieber Thomas, als Abgeordnete bin ich dem Wohl der Bürger von Baden-Baden verpflichtet, die mich gewählt haben, und nicht den Parteiinteressen der CDU. Wenn ihr für das Kurhaus keine den Interessen Baden-Badens mehr entgegenkommende Lösung findet, dann könnte ich in Zukunft etlichen Anträgen der CDU im Landtag nicht mehr zustimmen. Dann gibt`s auch keine Einladungen unseres CDU-Ortsverbandes an dich oder Manuel Hagel mehr.»
Frau von Loga hat für die kommende Landtagswahl mit Listenplatz 7 doch beste Aussichten auf weitere fünf Jahre im Landtag. Sie könnte es sich durchaus leisten, gegenüber der CDU in Stuttgart mehr Courage zu zeigen. Denselben Mut gegenüber seinem Winfried oder Cem könnte auch Herr Behrens aufbringen, da er nicht erneut für den Landtag kandidiert. In Baden-Baden muss auch personell endlich mal aufgeräumt werden: Für die fette Gehälter einstreichende und kaum Leistung abliefernde Tourismus-Chefin Nora Waggershauser, Casino-Boss Tobias Wald und den BKV-Chef Steffen Ratzel muss es heißen: «You`re fired !» Solche Posten dürfen in Zukunft nur noch nach Leistung und nicht nach CDU-Parteibuch vergeben werden.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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