Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum OB-Brandbrief und goodnews4-Interview mit Wolfgang Grenke – „Wer gewinnt das Rennen um die Gunst der Käufer? Das E-Auto oder der Verbrenner?“
Baden-Baden, 13.02.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Michael Geggus Stellung zu den goodnews4-Berichten Sorgen um 24.000 Arbeitsplätze bei Mercedes-Benz im Landkreis Rastatt – OB Monika Müller unterzeichnet Brandbrief an Ursula von der Leyen und Sorge um Automobil-Arbeitsplätze im Landkreis Rastatt – Wolfgang Grenke zum Brandbrief der Bürgermeister.
Unbestritten wird die Transformation des Individualverkehrs vom Verbrenner zum EAuto, gerade im Autoland Deutschland, ein schwieriger Weg sein. Ist aber die Forderung der Vertreter aus der Autoindustrie und ihrer Verbände und jetzt auch von Oberbürgermeistern aus 15 deutschen Städten nach «Technologieoffenheit» einzielgerichteter und erfolgsversprechender Weg oder nur der verzweifelte Versuch, der etwas retten möchte, was nicht zu retten ist? Oder anders ausgedrückt: Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit! Hauptargument vieler Verbraucher gegen die Elektromobilität ist immer wieder, dass sich Otto Normalverbraucher ein E-Auto gar nicht leisten kann. Die für die Autoindustrie entscheidende Frage für die zukünftige Ausrichtung ist also: Wer gewinnt das Rennen um die Gunst der Käufer? Das E-Auto oder der Verbrenner? Die Kunden werden nicht einen Verbrenner kaufen nur um die deutsche Autoindustrie zu retten. Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.
E-Fuels kosten momentan mehr als 3,50 Euro pro Liter. Realistische Einschätzungen gehen davon aus, dass die Kosten für den Verbraucher in den nächsten 30 Jahren auf knapp über 2,50 Euro sinken könnten – allerdings nur, sofern das Angebot an E-Fuels der Nachfrage hinterherkommt und es nicht zu hohen Kosten, der Knappheit geschuldet, kommt.
Es ist aber absehbar, dass die Industrie nicht in der Lage sein wird, E-Fuels in der benötigten Menge für die Versorgung des weltweiten Bedarfs der Verbrenner zur Verfügung zu stellen. Eine Metastudie des Forums ökologische Marktwirtschaft (FOES), die Beiträge von ADAC, Agora Verkehrswende, Fraunhofer-Institut ISI oder Organisationen wie ICCT und Transport & Environment mit einbezieht, kommt zu der Überzeugung, dass E-Fuels nur einen kleinen Restbestand an Verbrennern versorgen können und selbst in Maximal-Szenarien es im Jahr 2050 nur ausreichend E-Fuels für maximal 190 Millionen Fahrzeuge weltweit, was etwa 10 bis 15 Prozent des heutigen Pkw-Bestands entspricht, geben wird.
Man muss kein Wahrsager sein, um vorauszusagen, dass diese Knappheit zu einem für den Autofahrer kaum bezahlbaren Preis von E-Fuels führen wird, zumal E-Fuels im Luft- oder Schiffsverkehr unverzichtbar sein werden. Dagegen wird der Kostenvorteil, eines e-Autos der Kompaktklasse, so die Studie des FOES, bis zum Jahr 2030 über eine Haltedauer von vier Jahren wahrscheinlich bei über 10.000 Euro liegen. Das wird dazu führen, so die Metastudie, dass allein aus Kostensicht die Mehrheit der Autokäufer, schon weit vor dem geplanten fossilen Verbrenner-Aus der EU, auf den Elektroantrieb umschwenken wird. (Quelle FOES Pressemitteilung vom 07.02.2025)
Michael Geggus
Bürgermeister a. D.
Baden-Baden
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