Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Statement von Beate Schneider – „Sie beklagen, dass die AfD-Fraktion Sie und Die Linke mit der ‚SED-Keule‘ angreife“

Baden-Baden, 25.03.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht «Mir ist bewusst, dass die AfD in meiner Anwesenheit im Gemeinderat ein Rotes Tuch sieht» – Baden-Badener Linke-Stadträtin Beate Schneider widerspricht AfD-Vorwürfen – «Keine Informationen weitergegeben».

Sehr geehrte Frau Schneider, Sie beklagen, dass die AfD-Fraktion Sie und Ihre Partei Die Linke mit der «SED-Keule» angreife und behaupten, dass die heutige Linke nichts mehr mit der SED zu tun habe. Ein kurzer historischer Rückblick zeigt aber, dass die AfD Ihre Partei vollkommen zu Recht als «Nachfolgeorganisation der Mauermörderpartei SED» bezeichnet:

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschland (SED) hat drei Jahrzehnte lang ihre Bürger im eigenen Land eingesperrt. Wer versuchte, das «sozialistische Paradies» zu verlassen, wurde ins Gefängnis gesperrt oder gleich an der innerdeutschen Grenze erschossen. Fast 500 Menschen, die nichts weiter als in Freiheit leben wollten, wurden an der Mauer ermordet. Das DDR-Regime hat Kinder ihren Eltern weggenommen, Lebensentwürfe brutal zerstört, tausende von Menschen aus politischen Gründen inhaftiert, das eigene Volk überwacht und ausspioniert sowie die einst blühenden Landschaften von der Ostsee bis nach Thüringen in den wirtschaftlichen Ruin geführt.

 

Die Gründung der PDS im Jahr 1990 diente nur dem Zweck, das von der SED dem eigenen Volk geraubte Milliardenvermögen vor dem Zugriff des neuen gesamtdeutschen Staates in Sicherheit zu bringen. Auch Ihre 2007 per reiner Wortkosmetik aus der PDS hervorgegangene Partei Die Linke hat sich immer nur halbherzig und wenig überzeugend vom Unrechtsstaat DDR und den staatlich verordneten Morden an der Mauer distanziert:

Die Linke Petra Pau legte anlässlich des 60. Todestages des in der DDR zum Märtyrer stilisierten Kommunisten Ernst Thälmann, der in den 1930er-Jahren mit Gewalt und Terror auf der Straße bis zum Mord bekannt wurde, im Jahr 2004 am Thälmanndenkmal in Berlin Kränze nieder. Ihre ehemalige Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht sah die Prozesse gegen Mauerschützen als Diskreditierung und Kriminalisierung des «Versuchs, in der DDR andere, sozialere Regelungen und Werte an die Stelle von Kapitalmacht und Profitprinzip zu setzen». Die Bezeichnung «Unrechtsstaat» für die DDR deutete sie als «Fortführung des Kalten Krieges mit juristischen Mitteln». Beim Parteitag der Linken in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2011 wurde der Bau der Mauer als «alternativlose» und «zwingende Notwendigkeit» gerechtfertigt. Etliche Parteimitglieder weigerten sich, bei einer Schweigeminute für die an der Mauer ermordeten Menschen aufzustehen. Im selben Jahr hat Ihre Parteikollegin Gesine Lötzsch den Mauerbau nicht als Strafmaßnahme gegen das Volk der DDR, sondern als Ergebnis des 2. Weltkriegs bezeichnet. Bodo Ramelow hat sich noch 2009 geweigert, die DDR klar als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Die einst zur SED und heute zur Partei Die Linke gehörende Barbara Borchardt verhöhnte noch im Jahr 2020 die an der Mauer ermordeten Menschen mit folgenden Worten: «Es gab Mauertote auf beiden Seiten, es sind auch Grenzsoldaten erschossen worden.» Das ist genauso widerlich, wie wenn man die Opfer des Holocaust mit dem Verweis auf damals im Einsatz umgekommene SS-Angehörige relativieren würde.

NIE WIEDER DDR IST JETZT: Niemand braucht heute noch eine kommunistische Partei, welche den Schießbefehl an der Mauer verherrlicht und unser Land mittels Enteignungen, gescheiterten planwirtschaftlichen Uralt-Konzepten und Forderungen nach «Erschießung der ein Prozent Reichen» wieder in eine DDR 2.0 transformieren möchte.

Boris Fernbacher
Baden-Baden


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