Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zur FBB-OB-Runde in Lichtental – „Unternehmer Herr Klocke wurde vom Podium aus begrüßt, was ich seltsam fand“
Baden-Baden, 14.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Julian Beck Stellung.
Am 10.2. war ich bei der FBB-Veranstaltung mit vier OB-Kandidaten. Großer Andrang vom Publikum, der Saal wurde proppenvoll, geschätzt ca. 300 Leute, einige fanden keinen Sitzplatz mehr.
Den vier Kandidaten Lencke Wischhusen, Alexander Arpaschi, Thomas Jung und Stefan Hertweck wurden sechs inhaltliche Fragen gestellt plus kurze Vorstellung und Schluss-Statement. Per Uhr kontrollierte kurze Antwortzeiten von 2 Minuten. Die Kandidaten kannten die Fragen schon, konnten sich also darauf vorbereiten. Das hat tatsächlich sehr gut funktioniert, kein ewiges Rumpalavern oder Festhalten an unwichtigen Punkten. Im Mittelpunkt meines vor-Ort Berichts stelle ich meine Eindrücke zu den vier OB-Kandidaten. Vom Grundsatz sicher subjektiv, für weitere Eindrücke kann man z.B. bei FBB-Mitgliedern nachfragen.
Lencke Wischhusen: Sie war rhetorisch und von der Grundsicherheit stärker als im ziemlich verhunzten goodnews4-Interview. Allerdings driftete sie immer wieder auch in eine «Vertriebsbeauftragten»-Sprechweise ab. Diese Vertriebsrhetorik konnte nicht überdecken, dass sie die Problempunkte der Kommunalpolitik nicht mit deren konkreten Abläufen darstellen konnte. Ihre Antworten formulierte sie vor allem aus Ideen und Zukunftsvorstellungen. Ihre Ideen fand ich insgesamt recht gut und auch strukturiert. Mit dem Stichwort «Longevity» hat sie eine gute Idee in die Runde eingebracht. Die CDU erwähnte sie mit keinem Wort, was ich seltsam fand. Sie finanziert sich aussagegemäß selbst, nimmt kleine Spendenbeträge an. Das Publikum & der Applaus: durchschnittliches Level, ohne extra Aussagen-Applaus.
Thomas Jung: Er sprach authentisch, seine Leidenschaft für und seine Lebenserfahrung in Baden-Baden kamen gut rüber. In einigen Antworten war er ausschweifend und kam nicht auf den Punkt. So musste er 3-4 mal vom Moderator auf Zeitüberschreitung hingewiesen werden. Auch er begann oft mit Ideen und Lösungsantworten. Ich hatte den Eindruck, dass er in Bezug auf die Kommunalpolitik-Konfliktabläufe nicht wirklich weiß, von was er spricht. In seinen Ideen kam eine Stärke im Finden von Events für Baden-Baden zur Geltung. Da konnte er Punkte machen. Unterm Strich war er für mich an diesem Abend kein gewichtiger «Live-Performer». Jung finanziert sich aussagegemäß teils selbst, teils durch einige größere Privatspender. Einer der anwesenden Spender, der Unternehmer Herr Stefan Klocke, wurde vom Moderator zu Anfang vom Podium aus begrüßt, was ich im Rahmen dieser Veranstaltung seltsam fand. Ob große Privatspender Einfluss auf Jungs Politik hätten, wurde Jung nicht gefragt, er nahm leider auch nicht von sich aus Stellung zu diesem Thema. Publikum & der Applaus: stärker als bei Wischhusen, einmal extra Aussagen-Applaus.
Alexander Arpaschi: Herausstechend bei ihm war seine Herleitung der gefragten Problempunkte. Er erläuterte kompakt, wie die Punkte im Stadtrat aufgetreten sind, was entschieden wurde bis zum jetzigen Stand. Und argumentierte darauf aufbauend seine Lösungswege. Diese waren klar umrissen und oft «messerscharf» auf den Punkt – und damit gewann er den Saal. Er führte aus was die konkreten Kommunalpolitischen «Klippen» der Fragepunkte waren und sind. Forderungen wie drastische Änderungen zu einer Leistungsvergütung, der Struktur und der Chefin der Tourismus-Organisation stellte an diesem Abend nur er in dieser weitreichenden Form auf. Arpaschi finanziert sich aussagegemäß komplett selbst und nimmt darüber hinaus keinerlei Spenden an, auch keine Kleinbeträge. Publikum & der Applaus: mit Abstand am meisten, 5-6 mal extra Aussagen-Applaus.
Stefan Hertweck: Man konnte ihm in mehreren Situationen eine spürbare Nervosität anmerken, das machte den Eindruck auch deswegen nicht gerade selbstbewusst. Ähnlich wie Wischhusen und Jung kam er oft direkt auf Ideen und Lösungen. Seine Ideen waren nicht per se schlecht, aber glichen für mich eher einer Brainstorming-Sammlung als bestimmten Zielrichtungen. Er wirkte auf mich teils etwas «träumerisch». Mein Eindruck, dass er kein passender Bewerber für den Baden-Badener OB ist, hat sich an diesem Abend verstärkt. Hertweck finanziert seinen Wahlkampf aussagegemäß selbst, nimmt kleine Spendenbeträge an. Publikum & der Applaus: nicht unbedingt weniger als bei Wischhusen, aber mein Eindruck war: «Höflichkeitsapplaus», damit man seinem Antritt und Auftritt als Bewerber Respekt zollt.
Abschließend: die Formulierung «damit gewann er den Saal» stammt nicht von mir, sie kam mir unmittelbar nach Ende der Veranstaltung von einem Zuhörer der FBB zu Ohren.
Julian Beck
Baden-Baden
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