Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zur „Neid-Aussage“ von Bürgermeister Krammerbauer – „In der aktuellen Lage Baden-Badens eigentlich alleine schon ein politischer Skandal“
Baden-Baden, 09.01.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Valentina Steuert Stellung zu dem goodnews4-Bericht Bürgermeister Krammerbauer sieht «Neiddebatte» in Baden-Baden – Profil für neuen OB: «Teamplayer und Führungsstärke».
Die Gehaltserhöhungen für den Klinikchef Dr. Iber und die Tourismuschefin Frau Waggershauser – um 80.000 beziehungsweise mehr als 60.000 Euro jährlich – sind in der aktuellen Lage Baden-Badens eigentlich alleine schon ein politischer Skandal. Noch skandalöser als die Beträge selbst ist jedoch die Art und Weise, wie diese Entscheidung verteidigt wird.
Als Bürgermeister Dr. Krammerbauer auf diese Erhöhungen angesprochen wurde, wich er der berechtigten Frage nach Sensibilität und Verantwortung aus und sprach stattdessen von einer angeblichen «Neiddebatte». Wer so argumentiert, hat den Kontakt zur Realität in dieser Stadt offenbar verloren. Denn es geht nicht um Neid – es geht um Respekt und Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, die steigende Gebühren, Abgaben und Kürzungen hinnehmen müssen, während an der Spitze der städtischen Unternehmen üppig verteilt wird.
Besonders schwer wiegt dabei die Rolle des Gemeinderats. Gerade er hätte angesichts leerer Kassen, steigender Defizite und wachsender Unzufriedenheit in der Bürgerschaft verpflichtet sein müssen, diese Gehaltserhöhungen kritisch zu hinterfragen. Doch stattdessen wurden sie offenbar unkritisch durchgewinkt – ohne ernsthafte Prüfung der tatsächlichen Leistungen und Erfolge, bzw. eben fehlender Erfolge.
Dabei ist die Erfolgsbilanz beider Führungskräfte alles andere als überzeugend. Unter Dr. Iber sind die Defizite der Klinikum Mittelbaden GmbH Jahr für Jahr weiter angewachsen. Die wirtschaftliche Lage des Klinikums ist dramatisch – und dennoch wird der verantwortliche Geschäftsführer für dieses Ergebnis auch noch mit einer massiven Gehaltssteigerung belohnt. Das ist kein Leistungsprinzip, das ist blanker Hohn.
Auch bei Frau Waggershauser bleibt die Bilanz ernüchternd. Trotz dem hohen Potenzial und dem großen Namen der Stadt, Institutionen wie dem Festspielhaus, dem Frieder Burda Museum, den berühmten Bädern und einem der schönsten Casinos der Welt, hinken die Übernachtungszahlen in Baden-Baden der bundesweiten Entwicklung seit Jahren meilenweit hinterher. Die Stadt lebt von immer den gleichen Veranstaltungen, der Weihnachtsmarkt ist defizitär, und echte touristische Innovationen sind nicht zu erkennen. Was eine Gehaltserhöhung in sechsstelliger Höhe rechtfertigen soll, ist schlichtweg nicht zu erkennen!
Die Antwort des Bürgermeisters ist ein Schlag ins Gesicht, all derer, die es wagen, die politische Arbeit in Baden-Baden kritisch zu hinterfragen. Die Leidtragenden sind die Bürgerinnen und Bürger, die all das bezahlen müssen – und deren berechtigte Kritik als «Neid» abgewertet wird. So verspielt man Vertrauen. Und so entfernt sich eine Stadtspitze immer weiter von den Menschen, für die sie eigentlich arbeiten sollte.
Valentina Steuert
Baden-Baden
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