Wertvolle Schmuckstücke gestohlen

Millionen-Raub im Elsass bringt Frankreich in Wallung – Nach Juwelen-Raub im Louvre erneutes Versagen der Sicherheitskräfte

Millionen-Raub im Elsass bringt Frankreich in Wallung – Nach Juwelen-Raub im Louvre erneutes Versagen der Sicherheitskräfte
Nach dem Raub bleibt das Museum vorerst geschlossen. Quelle: Museum Lalique

Hagenau, 06.07.2026, 12:00 Uhr, Bericht: Redaktion Ein Millionen-Raub im Lalique-Museum am Sonntagmorgen in Wingen-sur Moder östlich von Hagenau löst im Elsass und ganz Frankreich Entsetzen, aber auch Wut aus. In vielen Medien, so in Le Monde, werden Parallelen zum Juwelenraub im vergangenen Oktober im Louvre gezogen.

In der Tageszeitung Dernières Nouvelles d’Alsace, DNA, wird der Bürgermeister von Wingen-sur-Moder, Christian Dorschner, zitiert, der die verantwortliche Sicherheitsfirma scharf kritisiert. Diese habe nicht sofort eingegriffen und die Polizei nicht schnell genug alarmiert. Der materielle Schaden durch den Diebstahl im Lalique-Museum wird laut Ermittler auf rund vier Millionen Euro geschätzt. Die Täter stahlen gezielt etwa 20 wertvolle Schmuckstücke, vor allem historische Jugendstil- und Art-déco-Arbeiten von René Lalique. Trotz des Auslösens der Alarmanlage hätten die Täter ungehindert entkommen können. Eine Reinigungskraft entdeckte den Einbruch noch vor dem Eingreifen des Sicherheitsdienstes und alarmierte die Gendarmerie.

 

Der Raub im Lalique-Museum bringt Frankreich erneut in Wallung wegen der offensichtlich im ganzen Land fehlerhaften Sicherheitskonzepte, was vor allem den Sicherheitskräften angelastet wird, denn alle Alarmsysteme hätten perfekt funktioniert. Auch die Pariser le Monde beschäftigt sich mit dem Fall im Elsass www.lemonde.fr Das Museum bleibe nun vorerst für mehrere Tage geschlossen, heißt es aus Wingen-sur Moder. www.musee-lalique.com

Weitere Informationen:

Der 1860 in Aÿ in der Champagne geborene René Lalique wurde sowohl auf dem Gebiet der Schmuckgestaltung wie der Glaskunst zu einem der größten Künstler seiner Zeit. Mit seinem einzigartigen und unverwechselbaren Stil prägte er die Epoche des Art nouveau und des Art déco. 1876 trat René Lalique eine Lehre bei Louis Aucoc, einem Pariser Juwelier, an. Nach einer Ausbildung an der École des Arts décoratifs in Paris und einem zweijährigen Aufenthalt in England ließ er sich als selbstständiger Zeichner und Gestalter nieder und arbeitete für renommierte Schmuckfirmen wie Jacta, Boucheron, Cartier, Gariod usw. 1885 übernahm er die Werkstatt des Juweliers Jules Destapes und startete damit seine Karriere als eigenständiger Schmuckkünstler.
Horn, Elfenbein, Halbedelsteine, Email, Glas … – René Lalique verwendete Materialien, die bis dahin nur selten für die Herstellung von Schmuck verwendet wurden. Seine Broschen, Anhänger und Halsketten gehören zu den typischsten Beispielen für den Art-nouveau-Stil. Emile Gallé, der berühmte französische Glaskünstler, Keramiker und Kunsttischler, bezeichnete ihn als den Erfinder des modernen Schmucks.
Frauengestalten, Fauna und Flora – mit diesen «drei F» lassen sich die Hauptinspirationsquellen René Laliques zusammenfassen. So ist die Arbeit des Künstlers von einer tiefen Bewunderung für den weiblichen Körper geprägt. Er schöpfte seine Inspirationen ebenfalls in großem Maße aus der Natur, die er als Kind während seiner Aufenthalte in der Champagne bei seinen Großeltern mütterlicherseits ausgiebig beobachtet hatte.
Die avantgardistischen Schmuckstücke René Laliques fanden Anklang bei einer intellektuellen Elite. Zu seinen berühmtesten Kunden gehörten die Schauspielerin Sarah Bernhardt und der Erdölmagnat Calouste Gulbenkian. 1900 triumphierte René Lalique bei der Weltausstellung in Paris, es ist der Höhepunkt seiner Karriere als Kreateur von Schmuck.

Quelle: www.musee-lalique.com




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